Milch läuft aus einer Packung.

Nach russischem Einfuhrverbot EU will Milchbauern unterstützen

Stand: 28.08.2014 17:02 Uhr

Nach dem russischen Importstopp für viele Lebensmittel aus der EU hilft die EU Milchbauern und Käseherstellern. Sie will die Kosten zur Einlagerung von Butter, Magermilchpulver und einigen Käsesorten übernehmen - zumindest teilweise.

Von Karin Bensch, WDR-Hörfunkstudio Brüssel

Es geht um Butter, Magermilchpulver und einige Käsesorten. Für diese Milchprodukte, die länger haltbar sind, will sich die EU übergangsweise an den Lagerkosten beteiligen. Genauer gesagt für eine Dauer von drei und sieben Monaten.

Karin Bensch

Der Plan: Durch die Einlagerung verschwinden die Milchprodukte aus dem Verkauf. Damit soll verhindert werden, dass der europäische Markt mit heimischen Waren überflutet wird und die Preise sinken.

Die genaue Summe steht noch nicht fest

Darüber hinaus soll damit Zeit gewonnen werden, um neue Absatzmärkte für europäische Agrarprodukte zu finden, die bislang nach Russland verkauft wurden, seit dem russischen Importstopp aber nicht mehr dorthin ausgeführt werden dürfen. Über die genau Summe, die die EU für Milchprodukte zuschießen will, solle nächste Woche entschieden werden, sagte ein Sprecher der Kommission.

In Brüssel kursieren Zahlen zwischen zehn und 20 Millionen Euro. Von der Hilfe dürften vor allem Finnland und die baltischen Staaten profitieren. Dennoch: Die Hilfe verschafft europäischen Milchbauern und Käseherstellern nur eine Atempause. Nach Ablauf der Lagerfrist müssen die Produzenten selbst versuchen, ihre Waren abzusetzen. Die EU verkauft bislang Milchprodukte im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr nach Russland.