Geschäftspartner schütteln sich die Hände

Offenbar EU-Richtlinie geplant Werden Provisionen bald an Kunden weitergegeben?

Stand: 24.09.2012 02:10 Uhr

Die EU will Banken nach einem Bericht des "Tagesspiegel" dazu zwingen, Provisionen für Finanzprodukte an ihre Kunden weiterzugeben. "Das wäre das Ende der durch Provisionen manipulierten Beratung", sagte der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold dem Blatt. Bislang stünden Bankberater häufig nicht auf der Seite des Kunden.

Geschäftspartner schütteln sich die Hände

Bankberater sehen sich häufig in einem Interessenskonflikt.

Ähnlich äußerte sich auch der zuständige Berichterstatter im Europaparlament, Markus Ferber (CSU). "Wenn die Banken ihre Provisionen durchreichen müssen, führt das zu Produkten, die den Anlegern einen Mehrwert bieten", betonte er.

Falschberatung verursacht Milliardenschaden

Fondsgesellschaften oder Wertpapier-Emittenten bezahlen den Geldhäusern bei einem erfolgreichen Verkauf in der Regel großzügige Belohnungen. Die Berater würden von ihren Vorgesetzten deshalb angehalten, möglichst provisionsträchtige Papiere zu empfehlen, sagte Manfred Westphal, Bankexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, dem Blatt.

Der Schaden, der deutschen Anlegern durch Falschberatung der Banken entsteht, belaufe sich auf 20 bis 30 Milliarden Euro im Jahr, schreibt der "Tagesspiegel" weiter. Auch in der jüngsten Untersuchung der Stiftung Warentest erhielten die Berater ein vernichtendes Urteil. "Nur drei Institute waren befriedigend, der Rest ausreichend oder mangelhaft", berichtete Testerin Stephanie Pallasch.

Banken sind gegen die Reformpläne

Die Banken und Sparkassen sehen die EU-Pläne hingegen kritisch."Die Deutsche Kreditwirtschaft setzt sich nachdrücklich dafür ein, die provisionsbasierte Beratung und Honorarberatung gleichberechtigt bestehen zu lassen", sagte Steffen Steudel, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Laut "Tagesspiegel" wird am Mittwoch der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments über den Vorschlag beraten, im Oktober dann der Ministerrat. 2013 solle die Richtlinie verabschiedet werden.

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KOMMENTARE

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vriegel 24.09.2012 • 09:57 Uhr

@Digitaler Fußabdruck Haftpflicht für Berater

..ist alles schon umgesetzt ins deutsche Recht. aus eigener Erfahrung muss ma naber sagen, dass es zwar Falschberatung gibt, aber in 80 % der Fälle ist der Kunde beraten worden und wenn es dann doch nicht klappt, macht er einen auf "falsch beraten". Kann man ja mal probieren weil deutsche Richter oft einfach auch keine Ahnung haben. Wenn man Produkte mit Risiko macht (und im Grunde beinhaltet jedes Produkt ein Risiko), dann trägt man dieses Risiko auch selber. Die Erträge, wenn es klappt, behält man ja auch für sich. Meistens ist es die Gier des Anlegers. Anders ist es z.B. bei den Lehman-Zertifikaten gewesen. Hier wurde massenweise nicht aufgeklärt. Oder auch bei überteuert verkauften Immobilien, bspw. durch die Hypo-Vereinsbank damals, oder Badenia u.ä. Eine Haftpflichtversicherung bringt also im Grunde auch nichts. Übrigens: vor 15 - 20 Jahren haben Banken keine solchen Produkte vertrieben und sie haben auch überlebt. Sehr gut sogar.