Blick auf die Altstadt von Tübingen

Arbeitsmarkt in den EU-Regionen Tübinger Job-Perspektiven sind europaweit spitze

Stand: 04.07.2012 14:44 Uhr

Für junge Menschen unter 25 Jahren sind die Berufsaussichten in Deutschland weitaus besser als in den meisten anderen Teilen Europas. Nirgendwo in der EU lag die Jugendarbeitslosigkeit im vergangenen Jahr niedriger als in der Region Tübingen. Dort erreichte die Quote nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat 4,3 Prozent. Dahinter folgten Oberbayern mit 4,5 Prozent und Freiburg mit 4,8 Prozent. Von den zehn EU-Regionen mit der niedrigsten Jugendarbeitslosenquote liegen sieben in Deutschland.

Blick auf die Altstadt von Tübingen

Nirgendwo in der EU ist die Jugendarbeitslosigkeit niedriger als in Tübingen.

Ganz anders gestalten sich die Perspektiven für junge Menschen in Spanien, Frankreich und Griechenland. Die schlechtesten Job-Chancen bestehen demnach in Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika. Dort waren zwei von drei Unter-25-Jährigen arbeitslos. Die französischen Übersee-Departements Réunion (58,5 Prozent) und Martinique (56,8 Prozent) folgten dahinter. Unter den zehn Regionen mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit liegen vier in Griechenland und je drei in Spanien und Frankreich.

EU-Regionen mit niedrigster Jugendarbeitslosigkeit 2011
Pl. Region Land Erwerbslosenquote der
15- bis 24-Jährigen
1. Tübingen Deutschland 4,3 Prozent
2. Oberbayern Deutschland 4,5 Prozent
3. Freiburg Deutschland 4,8 Prozent
4. Steiermark Österreich 4,9 Prozent
5. Utrecht Niederlande 6,2 Prozent
6. Stuttgart Deutschland 6,3 Prozent
7. Mittelfranken Deutschland 6,4 Prozent
8. Weser-Ems Deutschland 6,6 Prozent
9. Karlsruhe Deutschland 6,7 Prozent
9. Oberösterreich Österreich 6,7 Prozent

EU-weite Jugendarbeitslosigkeit bei 21,4 Prozent

EU-weit galten im vergangenen Jahr durchschnittlich 21,4 Prozent der jungen Frauen und Männer unter 25 Jahren als arbeitslos. In mehr als drei Viertel aller Regionen lag der Anteil der Arbeitslosen in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen mindestens doppelt so hoch wie die Arbeitslosenquote insgesamt.

Betrachtet man nicht nur die Jugend, sondern alle Erwerbspersonen, dann glänzen die österreichischen Bundesländer Salzburg und Tirol mit den europaweit niedrigsten Arbeitslosenquoten. Auch hier liegen vier deutsche Regionen in der Spitzengruppe. Die höchste Arbeitslosenquoten verzeichneten im vergangenen Jahr Andalusien mit 30,4 Prozent und die Kanarischen Inseln mit 29,7 Prozent.

Die Statistik basiert auf einer Einteilung der EU in 271 Regionen, die seit 2008 als einheitliche Grundlage für regionale Statistiken der EU gültig ist. Grundlage für die Berechnung der Arbeitslosenquoten ist die Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Diese unterscheidet sich deutlich von der Definition, die in Deutschland gilt und von der Bundesagentur für Arbeit angewendet wird.

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KOMMENTARE

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Egtopz 04.07.2012 • 16:56 Uhr

Arbeitslosendefinitionen (@meinungsquirl )

Die ILO definiert Arbeitslosigkeit anhand von 5 Kriterien: 1.) Die Person arbeitet zur Zeit nicht 2.) Die Person hat in den letzten 4 Wochen nach Arbeit gesucht 3.) Die Person hat aktiv nach Arbeit gesucht (z.B. Bewerbungen verschickt) 4.) Die Person will arbeiten 5.) Die Person steht dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung (befindet sich also nicht in Weiterbildungsmaßnahmen, ist im Erwerbsfähigen Alter, etc.). Dies wird daran gemessen, ob die Person innerhalb von 2 Wochen anfangen könnte zu arbeiten. (Quelle: Boeri, Tito [2008]: The Economics of Imperfect Labour Markets) Die deutsche Definition nach der Bundesarbeitsagentur ist deutlich schwieriger. Man könnte hier vom "deutschen Bürokratiewahn" sprechen. Wer z.B. in einer Weiterbildungsmaßnahme steckt wird nicht erfasst, egal wann er fertig ist. Personen die nicht arbeiten wollen werden gleichzeitig aber mitgezählt. Etc.... Am besten mal ILO- und Arbeitsagentur- Internetseiten besuchen!