Wolfsburger Spieler jubeln | FOCKE STRANGMANN/POOL/EPA-EFE/Sh

2:1 gegen Hoffenheim Wolfsburger Zittersieg

Stand: 08.11.2020 20:12 Uhr

Zwei verschossene Strafstöße, eine Toranerkennung mit zweiminütiger Verzögerung, dazu der Disput zwischen Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner und Geschäftsführer Jörg Schmadtke: Beim Bundesliga-Zittersieg des VfL gegen 1899 Hoffenheim war alles drin.

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Von diesem Spiel wird man noch länger sprechen. Der VfL Wolfsburg bleibt nach dem 2:1 (2:0)-Zittersieg am Sonntag (08.11.2020) gegen die TSG Hoffenheim in der Bundesliga weiter ungeschlagen. Renato Steffen (5. Minute) brachte die "Wölfe" in Führung, Wout Weghorst (26.) legte das 2:0 nach. Der eingewechselte Sargis Adamyan (87.) verkürzte in einer dramatischen Schlussphase noch einmal. Weghorst (84.) verschoss zudem einen Foulelfmeter, Hoffenheims Munas Dabbur (90.+4) einen Handelfmeter.

Rudy: "Waren 20, 25 Minuten nicht auf dem Platz"

So landete Hoffenheim drei Tage nach dem rauschhaften 5:0-Sieg in der Europa League gegen Slovan Liberec wieder hart in der Bundesliga-Realität. Vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Partien stehen nun zu Buche. Hoffenheims Sebastian Rudy sagte am ARD-Mikrofon: "Die Niederlage fühlt sich nochmal schlimmer an, weil wir zum Schluss die Chance hatten, wenigstens ein Unentschieden mitzunehmen. Wir hatten heute am Anfang wieder eine Phase, wo wir 20, 25 Minuten nicht auf dem Platz waren und nicht die Leistung gezeigt haben, die wir zeigen können."

Beim VfL hatte die Kritik von Trainer Oliver Glasner an der Transferpolitik des Vereins und der daraus resultierende Disput mit Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke für unangenehme Nebengeräusche gesorgt. Nach dem Schlusspfiff gab sich Glasner versöhnlich: "Wir werden jetzt die Länderspielpause nutzen, um uns zusammenzusetzen und nochmals zu unterhalten." Er gehe "ganz klar" davon aus, VfL-Trainer zu bleiben.

Entscheidung auf Tor erst nach zwei Minuten

Seine Mannschaft brachte das Theater augenscheinlich erst einmal nicht aus dem Konzept. Steffen brachte den VfL früh in Führung, doch zunächst jubelte kein Profi im grünen Trikot. Schiedsrichter Sven Jablonski hatte auf Abseits entschieden, der Videoassistent korrigierte die Entscheidung zur Verblüffung aller mit zwei Minuten Verspätung. Steffen sagte dazu im ARD-Hörfunk: "Das ist schon komisch. Man freut sich zuerst, dann wieder, nicht und am Ende ist es trotzdem Tor."

Nach der frühen Führung besaß Torjäger Weghorst schon in der neunten Minute die Chance nachzulegen, scheiterte aber. Mitte der ersten Hälfte gelang ihm dann doch sein insgesamt sechster Treffer im fünften Ligaspiel gegen Hoffenheim.

Hoffenheim offensiv zu harmlos

Wer dachte, das sei bereits eine Vorentscheidung gegen die stark ersatzgeschwächten Kraichgauer, sah sich getäuscht. Zum Ende der ersten Hälfte leistete sich Wolfsburg zunehmend eklatante Abwehrschächen. Doch ohne Top-Torjäger Andrej Kramaric konnte Hoffenheim diese nicht nutzen. Schon kurz vor der Pause verpasste Ishak Belfodil eine große Chance zum Anschlusstreffer (40.).

Dramatische Schlussphase

Auch mit Beginn des zweiten Durchgangs wirkten die Wolfsburger seltsam verunsichert, trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs. Die Gäste erspielten sich durchaus ihre Chancen, waren vor dem Tor aber nicht zwingend genug. Weghorsts verschossener Foulelfmeter läutete dann die dramatische Schlussphase ein. Als drei Minuten später Adamyan zum Anschluss traf, drohte die Partie zu kippen. Hoffenheim warf alles nach vorne und schien sich in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch zu belohnen. Doch Dabbur scheiterte mit seinem Strafstoß nach Handspiel von Maximilian Arnold an VfL-Schlussmann Koen Casteels.

Wolfsburg spielt nun nach der Länderspielpause am Samstag (21.11.2020) um 15.30 Uhr bei Schalke 04. Hoffenheim empfängt zeitgleich daheim den VfB Stuttgart.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. November 2020 um 18:00 Uhr.