Mbappé jubelt mit dem WM-Pokal | Bildquelle: AFP

Frankreich gewinnt die WM Triumph in bleu

Stand: 15.07.2018 18:50 Uhr

Frankreich hat mit einem klaren Sieg im Endspiel gegen Kroatien zum zweiten Mal die Fußball-WM gewonnen.

Frankreich gewann am Sonntag (15.07.2018) mit 4:2 (2:1) im Moskauer Luschniki-Stadion und holte den Titel nach 1998 zum zweiten Mal. Didier Deschamps ist damit nach Mario Zagallo und Franz Beckenbauer der dritte Fußballer, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde.

Frankreich gegen Kroatien - die lange Zusammenfassung
Frankreich gegen Kroatien - die lange Zusammenfassung

Deschamps: "Das verlorene EM-Finale 2016 hat uns geholfen"

"Dieses Spiel gehört meinen Jungs, sie sind Weltmeister, der Trainer steht im Hintergrund. Weil sie zugehört haben, haben wir schwierige Zeiten hinter uns gelassen", sagte Deschamps. Er verwies auf das 0:1 im EM-Finale gegen Portugal in Saint-Denis 2016: "Vor zwei Jahren, das hat sehr weh getan, aber es hat uns auch geholfen."

Ein Eigentor von Mario Mandzukic (19. Minute) sowie die Treffer von Antoine Griezmann (38., Handelfmeter), Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) führten zum Titelgewinn für Frankreich. Die Tore von Ivan Perisic (28.) und Mandzukic (69.) waren zu wenig für Kroatien.

Standards und Videobeweis: Das Turnier zusammengefasst

Jubel bei Kroatien nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich | Bildquelle: imago/Matthias Koch
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Jubel bei Kroatien nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich

Die erste Hälfte entwickelte sich zu einer Zusammenfassung des gesamten Turniers, denn zwei Standardsituationen führten zu zwei Toren. Zunächst hatte Griezmann abgehoben und sich einen Freistoß erschlichen, den er selbst in den Strafraum beförderte. Dort sprang Kroatiens Mandzukic am höchsten und verlängerte den Freistoß mit dem Kopf ins linke Eck des eigenen Tores (19.). Wenig später war es ein Freistoß Kroatiens, der zum Ausgleich führte. Im Getümmel im Strafraum spielte sich Perisic frei und drosch den Ball ins rechte Eck des französischen Tores (28.).

Dann kam der neben den Standards ebenfalls das Turnier prägende Videoassistent ins Spiel. Nach einer Ecke spielte Ivan Perisic den Ball mit der Hand. Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien übersah das zunächst, wurde von Videoassistent Massimiliano Irrati aus Italien aber an den Bildschirm gebeten. Und dort entschied sich Pitana für Strafstoß - Griezmann verwandelte sicher (38.).

Durfte der Videoassistent eingreifen?

In den sozialen Netzwerken gab es schnell eine Debatte darüber, ob der Videoassistent überhaupt hätte eingreifen dürfen. Dies solle bekanntlich nur bei "klaren Fehlentscheidungen" geschehen. Am Ende blieb die Vermutung, dass Pitana das Handspiel weder gesehen noch bewertet hatte und es deshalb zu dem Eingriff kam.

Frankreichs Qualität setzt sich durch

Frankreichs Spieler feiern | Bildquelle: Getty Images
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Frankreichs Spieler feiern

Zur Halbzeit stand es in der Torschussstatistik 7:1 für Kroatien, das aber mit einem 1:2-Rückstand in die Pause ging. Kroatien war in allen drei K.o.-Spielen zuvor nach einem Rückstand zurückgekommen.

Doch in der zweiten Hälfte setzte sich Frankreich mit seiner spielerischen Qualität durch. Nach einem Zuspiel von Griezmann wurde Pogbas erster Versuch noch abgeblockt, mit seinem zweiten schlenzte er aber den Ball ins linke Eck (59.). Mbappé erhöhte mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze ins linke Eck auf 4:1 (65.).

Kurz keimte bei den Außenseitern Hoffnung auf, als Frankreichs Torwart Hugo Lloris unkonzentriert Mandzukic den Ball in den Fuß spielte, der zum zweiten kroatischen Tor einschob (69.). Erst in der Schlussphase war der Wille der kroatischen Spieler gebrochen, was möglicherweise auch am beschwerlichen Weg ins Finale mit drei Verlängerungen lag.

Kroatiens Trainer Dalic: "Vielleicht unser bestes Spiel"

Frankreich gegen Kroatien - die Stimmen
Frankreich gegen Kroatien - die Stimmen

"Es war vielleicht unser bestes Spiel", sagte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic. "Wir haben es kontrolliert, aber die Tore kassiert. Gegen so eine starke Mannschaft wie Frankreich darf man keine Fehler machen."

Irgendwann setzte sich aber auch ein bisschen Stolz bei den Kroaten durch, die durch ihren Finaleinzug den größten fußballerischen Erfolg ihrer Geschichte verbucht haben.

Auszeichnungen für Kane, Modric, Courtois und Mbappé

Durch das Finalergebnis stand auch fest, dass Englands Harry Kane durch seine sechs Treffer Torschützenkönig der WM ist. Kroatiens Luka Modric wurde noch zum besten Spieler des Turniers gekürt, Frankreichs Kylian Mbappé zum besten jungen Spieler und Thibaut Courtois aus Belgien zum besten Torhüter.

Protest während des WM-Finals | Bildquelle: dpa
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Protest während des WM-Finals

Politischer Protest durch "Pussy Riot"

Vier Flitzerinnen sorgten während des Spiels für eine kurze Unterbrechung. Die Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot teilte später bei Facebook mit, dass die Frauen ihre Mitglieder gewesen seien. "Vier Mitglieder von Pussy Riot im Finale der Fußball-WM", hieß es. In der Stellungnahme forderte die Gruppe die Freilassung von politischen Gefangenen in Russland, Festnahmen bei Kundgebungen sollten aufhören, außerdem brauche das Land mehr politischen Wettbewerb.

Die vier Frauen trugen Uniformen, die an Polizisten erinnerten, und wurden von Sicherheitskräften vom Platz geführt. Pussy Riot nannte die Aktion "Der Polizist kommt ins Spiel". "Pussy Riot" haben immer wieder kremlritische Aktionen inszeniert. 2012 wurden drei Aktivistinnen zu Haftstrafen verurteilt und später begnadigt.

Quelle: sportschau.de

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