Kölns Sebastian Andersson (mi.) und Ondrej Duda (re.) kämpfen gegen Werder Bremens Josh Sargent um den Ball. | dpa

7. Bundesliga-Spieltag Köln kann auch in Bremen nicht siegen

Stand: 06.11.2020 22:25 Uhr

16 Spiele in Folge hatte der 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga nicht mehr gewonnen. Der langersehnte Sieg schien nach einem Eigentor von Werder Bremens Niklas Moisander nah, doch dann machte ein Handelfmeter die Kölner Hoffnungen zunichte.

Der 1. FC Köln hat seine Sieglosserie beim Angstgegner SV Werder Bremen auch trotz erstmaliger Führung in dieser Saison nicht stoppen können. In einem schwachen Freitagabendspiel (06.11.2020) zum Auftakt des siebten Spieltags trennten sich die beiden Teams im Weserstadion mit 1:1 (0:0). Nach einem Eigentor durch Werder-Kapitän Niklas Moisander (67. Minute) konnte Leonardo Bittencourt (82.) den Gastgebern per Elfmeter noch einen Punkt und das vierte 1:1 nacheinander retten.

Die Kölner von Trainer Markus Gisdol warten nun seit 17 Spielen saisonübergreifend auf einen Sieg. In der Tabelle droht dem 16. das weitere Abrutschen mit nur drei Punkten. Die Bremer sind zwar nun seit sechs Ligaspielen unbezwungen, spielten aber zuletzt viermal nacheinander remis - vorerst Platz sieben (10 Punkte).

Als "sehr ärgerlich" befand Gisdol die verspielte Führung und den erneut kassierten Elfmeter: "Wenn man in sieben Spielen fünf Elfmeter produziert, dann bringt man sich oft um den Lohn seiner Arbeit, und das ist ein bisschen schade."

Auch Bremens Christian Groß war mit dem Remis nicht wirklich zufrieden: "Wir haben uns deutlich mehr vorgenommen", erklärte er gegenüber dem ARD-Hörfunk, räumte aber auch ein: "Wenn man sich dann den Spielverlauf anguckt, dann müssen wir hintenraus mit dem Punkt zufrieden sein."

Rashica erstmals in Bremer Startelf

Bei den Bremern stand Milot Rashica erstmals in dieser Saison in der Startelf. Rashica hatte zu Saisonbeginn wegen Knieproblemen gefehlt, danach saß er nach seinem erst in letzter Minute geplatzten Wechsel zu Bayer Leverkusen nur auf der Ersatzbank.

Die Geschichte der ersten Halbzeit im leeren Weserstadion ist schnell erzählt: In der 2. Minute parierte Kölns Keeper Timo Horn einen Schuss von Jean-Manuel Mbom, der von einer zu kurzen Rückgabe des Kölners Marius Wolf profitierte. Das war's in Sachen Schüsse aufs Tor. In der Folgezeit dominierten - euphemistisch ausgedrückt - die beiden stabilen Defensiven. Beide Mannschaften wollten vor allem einen Rückstand verhindern. In der gegenerischen Hälfte wussten beide Teams mit dem Ball wenig anzufangen, zu statisch und fehlerbehaftet agierten die Protagonisten. Einzig weitere erwähnenswerte Szene: die Auswechslung Horns kurz vor der Pause. Der Kölner Torhüter hatte sich offensichtlich im Hüftbereich verletzt und wurde von Ron-Robert Zieler ersetzt.

Fehlende Kreativität und Inspiration

Und auch in der 2. Hälfte fehlten auf beiden Seiten Kreativität und Inspiration. Die Kölner wollten ihren Kasten in erster Linie weiter sauber halten und wenigstens nicht verlieren. Die Bremer hätten gern mehr nach vorn ausgerichtet, konnten aber irgendwie nicht. Da passte es ins Bild, dass nach einem Kölner Freistoß ein Eigentor für die Führung der Gäste herhalten musste. Mit einer Mini-Revanche für die die 1:6-Klatsche am 34. Spieltag der vergangenen Saison, die den Bremern noch den Sprung auf den Relegationsplatz ermöglicht hatte, wurde es aber nichts, als Bittencourt gegen seinen ehemaligen Klub per Elfmeter traf, nachdem Sebastiaan Bornauw den Ball im Strafraum an den Arm bekommen hatte.

Nach der Länderspielpause müssen die Bremer am Samstag (21.11.2020) bei Bayern München antreten, die Kölner empfangen einen Tag später Union Berlin.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. November 2020 um 01:31 Uhr.