10. Etappe | AP/Thibault Camus

Tour de France Nielsen gewinnt - Kämna jetzt Zweiter

Stand: 12.07.2022 17:24 Uhr

Magnus Cort Nielsen hat die zehnte Etappe der Tour de France gewonnen. Lennard Kämna nahm dem Gesamtführenden Pogacar mehrere Minuten ab, verpasste aber am Ende Gelb.

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Cort Nielsen siegte am Dienstag (12.07.2022) nach 148,1 Kilometern durch die Alpen von Morzine les Portes du Soleil nach Megève in einem Kopf-an-Kopf-Finish vor dem Australier Nicholas Schultz. Der Däne feierte damit seinen zweiten Etappensieg auf der Tour. Spaniens Routinier Luis Leon Sanchez, der die Ausreißergruppe kurz vor dem Ziel angeführt hatte, wurde am Ende Dritter.

Kämna verpasst Gelb nur knapp

Lennard Kämna kam als Zehnter ins Ziel und durfte zunächst auf das Gelbe Trikot hoffen, doch Tadej Pogacar rettete am Ende einen Vorsprung von elf Sekunden in der Gesamtwertung. Kämna liegt nun auf Platz zwei im Klassement, Simon Geschke fährt weiter im Bergtrikot.

"Ich hatte das Gefühl, dass jeder gegen mich fährt. Es hat keinen Spaß in der Spitzengruppe gemacht. Am Ende habe ich alles gefahren, was ich hatte", sagte Kämna am ARD-Mikrofon. "Das Ziel war, mit Lenny die Etappe zu gewinnen", verriet Bora-Sportdirektor Torsten Schmidt nach dem Rennen. "Aber als die Lücke so groß war, hatten wir die Chance auf Gelb. Es ist schade, dass es so knapp nicht geklappt hat."

Am Ende hatte der Bora-hansgrohe-Fahrer 22 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Cort Nielsen. Der Deutsche Georg Zimmermann vom Team Intermarché belegte Platz sechs und erzielte damit sein bestes Ergebnis bei der Tour.

Ausreißergruppe nimmt Hauptfeld mit Pogacar 9 Minuten ab

Nach einer erwartet unruhigen Anfangsphase bei der zweiten Alpenetappe dauerte es knappe 65 Kilometer, bis sich eine Fluchtgruppe bildete. Und die ließ sich Kämna nicht entgehen. Die Gruppe fuhr in der Spitze über neun Minuten auf das Hauptfeld um den bisherigen Dominator Pogacar heraus. Im packenden, über 21 km langen Anstieg hinauf nach Megève schwanden bei Kämna sichtlich die Kräfte, das spannende Finale verfolgte er nur noch aus der Distanz.

Rennunterbrechung nach Protestaktion

Aufregung gab es rund 37 km vor dem Ziel, als das Rennen wegen einer Protestaktion auf der Strecke unterbrochen werden musste. Mehrere Personen saßen auf der Straße und zündeten unter anderem bengalische Feuer.

Bei den Protestierenden handelte es sich um neun Personen einer Umweltschutzbewegung ("derniere generation"), die sich unter anderem gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt. Nach etwa zehn Minuten war die Strecke wieder frei, die Etappe wurde mit den zuvor bestehenden zeitlichen Abständen fortgesetzt.

11. Etappe hinauf auf Hinaults Schicksalsberg

Die elfte Etappe führt die Fahrer am Mittwoch über 157 Kilometer von Albertville nach Col du Granon Serre, mit gleich zwei Bergen der höchsten Kategorie: Dem Col du Galibier und den Schlussanstieg auf den Col du Granon, der erstmals seit 36 Jahren wieder im Tour-Programm ist. Damals verlor Bernard Hinault auf dem 2.413 Meter hohen Berg sein Gelbes Trikot an Greg LeMond.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Juli 2022 um 18:50 Uhr.