Fernando Gaviria | Bildquelle: imago/Panoramic International

Tour de France Gaviria gewinnt Auftaktetappe

Stand: 07.07.2018 15:35 Uhr

Fernando Gaviria hat die Auftaktetappe der 105. Tour de France gewonnen. Der Kolumbianer vom Team Quick-Step Floors siegte nach 201 Kilometern im Massensprint in Fontenay-le-Comte und ist damit erster Träger des Gelben Trikots.

Der deutsche Topsprinter Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) sicherte sich hinter Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) den dritten Platz. "Es war ein harter Sprint. Der dritte Platz ist okay. Ich habe ein bisschen gepokert, aber war am Ende zu spät", sagte Kittel. John Degenkolb (Trek-Segafredo) landete auf Rang acht. Mehrere Stürze wenige Kilometer vor dem Ziel sorgten für Chaos im Feld und kosteten mehrere Favoriten wertvolle Zeit - unter ihnen auch Titelverteidiger Christopher Froome (Sky).

1. Etappe - die letzten drei Kilometer
1. Etappe der Tour de France - die letzten drei Kilometer

Die Zielankunft der ersten Etappe | Bildquelle: AFP
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Die Zielankunft der ersten Etappe

Tour-Debütant Gaviria konnte sein Glück nach seinem Coup kaum fassen: "Das Gelbe Trikot möchte jeder auf der Welt tragen, und ich habe es gleich am ersten Tag meiner Tour-Teilnahme erobert. Vielleicht werde ich es nicht allzu lange behalten. Aber ich werde versuchen, es möglichst lange tragen zu können", sagte der kolumbianische Neuling der ARD.

Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte das wichtigste Radrennen der Welt am Samstag (07.07.2018) um 11.10 Uhr mit dem scharfen Start in Noirmoutier-en-l'Ile an der Atlantikküste freigegeben. 176 Fahrer aus 22 Teams machten sich auf die 201 Kilometer lange erste Etappe mit Ziel in Fontenay-le-Comte. Die Frankreich-Rundfahrt endet am 29. Juli nach 21 Etappen und 3.351 Kilometern traditionell auf den Champs-Élysées in Paris.

Ausreißergruppe an der kurzen Leine

Die recht lange Flachetappe durch die Vendée an der französischen Atlantikküste schien im Vorfeld prädestiniert für eine Sprintankunft - und so kam es dann auch. Kurz nach dem Start hatte sich zwar eine dreiköpfige Ausreißergruppe abgesetzt, die zunächst einen Vorsprung von bis zu vier Minuten herausfuhr. Aber schnell hielt das Peloton die Ausreißer mit einem Abstand von gut zwei Minuten an der kurzen Leine - und schluckte sie wie erwartet zehn Kilometer vor dem Ziel.

Froome, Porte, Yates und Quintana verlieren wertvolle Zeit

Für Unruhe sorgte wenig später ein Sturz im Feld, durch den etwa 30 Fahrer behindert wurden und sich einen Rückstand von 25 Sekunden auf das Hauptfeld einhandelten. Auch Titelverteidiger Froome stürzte wenige Kilometer vor dem Ziel spektakulär und handelte sich am Ende einen Rückstand von 51 Sekunden ein, ebenso wie die Mitfavoriten Richie Porte (BMC) und Adam Yates (Mitchelton-Scott). Auch Nairo Quintana (Movistar) verlor durch einen Defekt wertvolle Zeit - exakt 1:15 Minuten. "Das gehört zum Spiel dazu, wir wussten, dass die ersten Etappen tückisch werden. Bis Paris ist noch ein langer Weg", sagte Froome.

Christopher Froome stürzt bei der 1. Etappe
Christopher Froome stürzt bei der 1. Etappe

Zuvor hatten die Fahrer der Klassementfavoriten einen relativ ruhigen Tag verbracht. Sie konnten sich wegen des nur schwachen Windes an der Atlantikküste zurückhalten, die gefürchteten Windkanten waren kein Thema.

Die zweite Etappe am Sonntag von Mouilleron-Saint-Germain nach La Roche-sur-Yon ist erneut wie gemacht für die Sprinter im Feld. Das Profil der 182,5 Kilometer ist wieder überwiegend flach und so könnte der erst 23-jährige Gaviria sein Gelbes Trikot verteidigen.

Sylvain Chavanel nun alleiniger Rekordstarter

Für Sylvain Chavanel war der Auftakt zur 105. Tour-Auflage übrigens ein ganz besonderer: Der französische Radprofi startete in seine 18. "Große Schleife" und ist nun alleiniger Rekordhalter. Der 39-Jährige vom Team Direct Energie teilte sich bislang die Bestmarke mit Jens Voigt und dem Australier Stuart O'Grady. Ein weiterer Ausbau seines Rekordes kommt für den Franzosen aber nicht infrage. "Das wird definitiv meine letzte Tour werden. Ich könnte auch 2019 noch weiterfahren, aber ich bin nicht an einer 19. oder 20. Tour interessiert", sagte Chavanel: "Ich weiß, wie hart eine Tour de France ist und welche Opfer man bringen muss, um sie zu absolvieren."

1. Etappe - die komplette Übertragung
1. Etappe der Tour de France - die komplette Übertragung

Quelle: sportschau.de

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