Die belarusische Leichtathletin Kristina Timanowskaja spricht am Flughafen von Tokio mit einem Polizisten.

Belarusische Leichtathletin Timanowskaja laut IOC in Sicherheit

Stand: 02.08.2021 09:36 Uhr

Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja hat nach ihrem Hilferuf am Sonntagabend die Nacht in einem Hotel am Flughafen Haneda in Tokio verbracht. Das Flugzeug, in dem sie sitzen sollte, flog ohne sie ab. Laut dem japanischen Regierungssprecher Katsunobu Kato habe sie vor, Asyl zu beantragen. Das IOC gibt an, mit der Athletin in Kontakt zu stehen.

IOC-Sprecher Mark Adams sagte bei der täglichen Pressekonferenz, Timanowskaja sei "sicher", am Montagmorgen (02.08.2021) habe das Internationale Olympische Komitee erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Weitere Details nannte Adams nicht.

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Laut dem japanischen Regierungssprecher Katsunobu Kato habe sie vor, Asyl zu beantragen. Verschiedene Medien hatten zuvor berichtet, Timanowskaja wolle Zuflucht in einem europäischen Land suchen. Tschechien auch Polen haben der Sprinterin ein humanitäres Visum angeboten.

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Timanowskaja fleht das IOC um Hilfe an

Timanowskaja hatte am Sonntagabend über die Sozialen Medien Befürchtungen geäußert, gegen ihren Willen zurück nach Belarus gebracht zu werden und das IOC um Hilfe gebeten. Am Flughafen fand sie Schutz bei der Polizei, die sich laut Adams mit "anderen Organisationen" weiter um sie kümmert. Um welche japanischen Behörden es sich dabei handelt, sagte Adams nicht. Nach Adams' Angaben seien Offizielle der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR in den Fall involviert.

IOC-Direktor James MacLeod, zuständig für die Beziehungen zu den Nationalen Olympischen Komitees, habe am Abend und am Morgen mit Timanowskaja gesprochen. Auslöser der Affäre war offenbar ein mittlerweile gelöschtes Video, das Timanowskaja bei Instagram gepostet hatte. "Ich bitte das IOC um Hilfe. Ich bin unter Druck gesetzt worden und sie versuchen mich gewaltsam, mich ohne meine Einwilligung aus dem Land zu bringen. Ich bitte das IOC darum, zu intervenieren", sagte sie.

Kristina Timanowskaja aus Belarus am Flughafen in Tokio. | Screenshot NDR

Kristina Timanowskaja aus Belarus am Flughafen in Tokio. Bild: Screenshot NDR

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Timanowskaja gab an, sie sei gezwungen worden, am 4x400-Rennen teilzunehmen, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Athletinnen gewährleistet habe, die für die Staffel vorgesehen waren. Am Montagvormittag stand die Sprinterin ursprünglich in der Startliste über 200 m.

Athletenorganisation: "Sie wollten Timanowskaja verschleppen"

Das belarussische NOK erklärte öffentlich, dass Timanowskaja "aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands" nicht mehr an den Spielen teilnehmen könne. Die unabhängige Athletenorganisation Belarusian Sports Solidarity Foundation (BSSF) unterstützt Timanowskaja.

"Vertreter des belarussischen Kaders versuchen, die Sportlerin aus Tokio zu verschleppen, ihr wurde ein Flugticket nach Minsk gekauft", schrieb die im vergangenen Jahr gegründete Stiftung bei Telegram. Man habe das Eingreifen der japanischen Polizei beantragt, um diese Ausreise zu verhindern, so die BSSF weiter.

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IOC hatte 2020 Strafen gegen das belarussiche NOK verhängt

IOC-Sprecher Adams verwies auf die Sanktionen, die im vergangenen Jahr gegen das belarussische NOK verhängt worden waren. Staatschef Alexander Lukaschenko musste sein Amt als NOK-Vorsitzender abgeben, seinem Sohn Wiktor verweigerte das IOC die Anerkennung als dessen Nachfolger. Die finanziellen Zuwendungen wurden ausgesetzt, ebenso die Gespräche über IOC-Veranstaltungen in Belarus.

Das IOC machte Belarus zum Vorwurf, dass die "frühere Führung des NOKs die belarussischen Athleten nicht angemessen vor politischer Diskriminierung" geschützt habe. Medienberichten zufolge sind mehr als 100 Athletinnen und Athleten vom Leistungssport in Belarus ausgeschlossen worden, seit sie einen offenen Brief unterschrieben haben, der ein Ende der Polizeigewalt gegen regierungskritische Demonstranten fordert. Im Zuge des Vorgangs wurden Regierungsvertreter aus Belarus verboten, zu den Spielen kommen.

Dieses Thema im Programm:
Das Erste | Olympia Tokio 2020 | 02.08.2021 | 02:10 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. August 2021 um 06:51 Uhr.