Romed Baumann ballt die Faust | Getty Images/Alexander Hassenstein

Super-G-Rennen der Männer Baumann holt überraschend Silber

Stand: 11.02.2021 14:15 Uhr

In einem spektakulären Super-G hat Romed Baumann die erste WM-Medaille für den DSV gewonnen. Beim Sieg des Österreichers Vincent Kriechmayr gewann der 35-Jährige die Silbermedaille.

Von Wolfram Porr

Für den in Österreich geborenen Baumann, der erst seit 2019 für den Deutschen Skiverband fährt, ist es bereits die dritte WM-Medaille seiner Karriere. Mit Startnummer 20 zeigte er eine mutige Alles-oder-nichts-Fahrt, was am Ende auch belohnt wurde. Im Ziel lag Baumann nur sieben Hundertstelsekunden hinter dem neuen Weltmeister Vincent Kriechmayr. Der Österreicher war als Topfavorit auf Gold ins Rennen gegangen und enttäuschte nicht. Auf der extrem selektiven Piste zeigte er vielleicht nicht die aggressivste, aber die klügste Fahrt.

Sportschau

Bronze ging ebenfalls überraschend an Alexis Pinturault. Der Franzose verdrängte Titelverteidiger Dominik Paris vom Podiumsplatz - der Routinier war als Fünfter noch der beste Italiener, die ihren Heimvorteil nicht nutzen konnten. Der Kanadier Brodie Seger schob sich mit der Startnummer 28 auch noch an Paris vorbei auf Platz vier.

Viele Ausfälle - Vorteil für höhere Startnummern

Aber was war das für ein Rennen! Auf der für die Olympischen Spiele 2026 komplett neu entworfenen Piste, auf der vor dieser WM nur die Italiener einmal ihre nationalen Meisterschaften ausfahren durften, stellte sich ein Sprung mit einer anschließenden engen Links-Rechts-Kombination als die entscheidende Schlüsselstelle heraus. Hier bissen sich viele Starter, darunter auch einige der Topfavoriten, die Zähne aus.

Gleich die ersten drei Starter scheiterten an der extrem eisigen Stelle und schieden aus. Erst nach und nach sprach sich am Start herum, wie man die Schlüsselstelle in Angriff nehmen muss - umso erstaunlicher, dass sich Kriechmayr mit der frühen Startnummer 5 zum Weltmeister krönen konnte.

Bewegter Baumann: "Es war unglaublich"

Baumann, der mit der Startnummer 20 ins Rennen ging, war jedenfalls vorgewarnt und nutzte diesen Vorteil aus: "Es war unglaublich", sagte er sichtlich angefasst in der Sportschau. "Es ist mir locker von der Hand gegangen. Ich habe gewusst, wie ich das taktisch anlegen muss an der schwierigen Passage. Wir haben es oben im Fernsehen live geschaut und hatten nicht damit gerechnet, dass es da so abgeht." Sein Fazit: "Glück gehabt, dass ich nicht bei den vorderen Nummern war."

"Favoritensterben" - Pinturault profitiert

Als Dritter profitierte auch der französische Edeltechniker Pinturault von der schweren Kurssetzung. Ihm kamen die vielen engen Radien zupass. Der Mann, dem eher in der Kombination und in den technischen Disziplinen eine WM-Medaille zugetraut wurde, ließ so auch zahlreiche Mitfavoriten hinter sich.

Die taten sich wahnsinnig schwer. Davon zeugen zahlreiche Ausfälle, unter andere von Olympiasieger Matthias Mayer (Österreich), seinem Landsmann Max Franz oder dem Schweizer Mauro Caviezel.

Sander mit Top-Ten-Platzierung

Und die anderen Deutschen? Andreas Sander kam auf einen guten neunten Platz, Simon Jocher wagte bei seiner WM-Premiere ein bisschen zu viel und wurde im Endklassement immerhin noch 16.. Dominik Schwaiger kam nicht ins Ziel.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Februar 2021 um 15:00 Uhr.