Rafael Borre erzielte das 1:0 gegen Piräus. | Imago Images

Europa League Frankfurt meldet sich gegen Piräus zurück

Stand: 21.10.2021 23:08 Uhr

Eintracht Frankfurt zeigt wieder sein Europa-League-Gesicht: Gegen den griechischen Vertreter Olympiakos Piräus stellt Trainer Oliver Glasner neu auf - und die Mannschaft spielt beim deutlichen Sieg gleich wie ausgewechselt.

Sportschau

Eintracht Frankfurt hat die passende Antwort auf die jüngste Ligapleite gegen Hertha gegeben. In der Europa League gegen Olympiakos Piräus setzte sich das Team vor 35.000 Zuschauern mit 3:1 (2:1) durch. Den Strafstoß zum 1:0 verwandelte Rafael Borré (26.). Nur vier Minuten später glich Youssef El-Arabi mit einem von Kristijan Jakic verschuldeten Handelfmeter aus (30.). Almamy Touré traf nach herrlicher Kombination kurz vor der Pause zum 2:1 (45.+3.). Daichi Kamada erhöhte in der zweiten Halbzeit auf 3:1 (59.).

Cheftrainer Oliver Glasner hatte seine Mannschaft nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Berlin mächtig umgestellt. Er beorderte Touré für Timothy Chandler nach rechts hinten neben die Dreierkette und setzte Evan N'Dicka auf die Bank - für ihn lief Tuta auf. Noch gravierender fielen die Änderungen im Angriff aus: Die komplette Reihe der Neuzugänge um Jens Petter Hauge, Sam Lammers und Jesper Lindström sah von der Bank aus zu. Dafür stürmten Borré und Goncalo Paciencia zusammen; Kreativgeist Kamada zog dahinter im Zentrum die Fäden.

Glasners Änderungen fruchten

Tatsächlich spielte die Eintracht wie verwandelt! Über weite Diagonalbälle aus der Abwehr wurde immer wieder Filip Kostic auf links gesucht, der gerade in der ersten Halbzeit eine starke Leistung lieferte. In der 13. Minute scheiterte Kamada mit einem Kopfball knapp, sieben Minuten später setzte Borre einen Ball nach Kostic-Flanke drüber. Die Eintracht wurde für ihr Engagement in der 26. Minute belohnt: Der gefoulte Borré verwandelte den berechtigten Strafstoß ins linke Eck zum 1:0. Doch kurz danach hatte Jakic den Arm bei einer Hereingabe viel zu weit oben und verursachte einen Handelfmeter, den El-Arabi zum Ausgleich einnetzte.

Frankfurt aber schüttelte den Frust schnell ab. Eine überragende Flanke von der Grundlinie von Kostic nahm Touré direkt ab, scheiterte aber noch (38.). Der Abwehrspieler konnte allerdings in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit jubeln: Nach einer Ecke und einem Kopfball von Martin Hinteregger an die Latte passten sich Paciencia, Djibril Sow und Borré durch die gegnerische Abwehr. Die Vorlage von Sow in den Strafraum verwertete Touré schlussendlich zur verdienten Pausenführung. Frankfurt ließ hinten wenig zu und spielte couragiert nach vorne.

Kapitän Rode feiert Comeback

Viel lief weiterhin über Kostic auf links und den agilen Borré. Gleich die erste echte Torchance im zweiten Durchgang saß direkt: Einen Schuss von Paciencia konnte Gäste-Keeper Tomas Vaclik nur nach vorne klatschen lassen. Kamada war gedankenschnell zur Stelle, umkurvte den Torwart und schob zum 3:1 ein (59.).

Auch nach der deutlichen Führung spielte die Eintracht weiter munter nach vorne, als würde sich auch die Mannschaft wieder an einem dieser magischen Europapokalabende laben. Paciencia köpfte in der 74. Minute eine Flanke von Kostic knapp übers Tor. Selbst Hinteregger probierte sich mit einem Volleyschuss (77.). Ein weiterer emotionaler Höhepunkt folgte in der 82. Minute, als Kapitän Sebastian Rode sein Comeback feierte. Der ausgewechselte Paciencia bekam "Standing Ovations".

Hinteregger und Hasebe stark in der Defensive

In der Abwehr stachen Hinteregger sowie Oldie Hasebe heraus. Bis auf wenige Konter und den Elfmeter ließ die Frankfurter Defensive so gut wie nichts zu. Vorne zeigten Paciencia, Borré und Kamada mit ihrem Engagement, dass sie endlich eine feste Formation im Angriff bilden könnten.

Die Mannschaft zeigte teilweise selbst in höchster Bedrängnis Ballstafetten, die Beobachter nach den Eindrücken des vergangenen Spiels nicht mehr für möglich gehalten hätten. Durch den Sieg zogen die Frankfurter in der Tabelle an den bis dahin ungeschlagenen Griechen vorbei. Sie stehen nun auf Platz eins in der Gruppe und feierten vor ihren euphorisierten Fans - so schnell kann sich die Gemütslage in Frankfurt verändern.

Quelle: sportschau.de