Deutsche Eishockeyspieler jubeln | Bildquelle: dpa

Vor dem Viertelfinale gegen Tschechien DEB-Team: Jetzt soll der Spaß erst richtig losgehen

Stand: 22.05.2019 13:38 Uhr

Nach dem überzeugenden 4:2 gegen Finnland geht die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mit viel Selbstvertrauen ins WM-Viertelfinale gegen Tschechien. Sie glaubt an einen Coup wie bei Olympia 2018.

Mit jeder Menge Selbstbewusstsein stiegen die deutschen Eishockeyspieler in den Sonderzug nach Bratislava - und mit dem Traum von der ersten WM-Medaille seit 66 Jahren. "Dieses Tiefstapeln sollten wir jetzt ablegen", sagte Kapitän Moritz Müller vor dem Viertelfinale am Donnerstag (23.05.2019) gegen Tschechien und betonte: "Wir haben keine Angst. Im Gegenteil: Wir glauben an uns."

Wie bei Olympia in Pyeongchang?

Wie vor 15 Monaten in Südkorea soll mit der K.o.-Runde der Spaß erst richtig beginnen und diesmal nicht wie bei den jüngsten drei WM-Versuchen sofort im Viertelfinale enden. "Die Tschechen haben wir uns alle am meisten gewünscht", berichtete NHL-Stürmer Dominik Kahun, wie Müller einer von elf verbliebenen Silbermedaillengewinnern von Pyeongchang: "Das ist ein Gegner, der machbar ist."

Eishockey WM: Müller, Draisaitl und Grubauer optimistisch für das Viertelfinale
Eishockey WM: Müller, Draisaitl und Grubauer optimistisch für das Viertelfinale

Bei Olympia besiegten Müller, Kahun und Co. erst den Weltmeister Schweden, dann den Rekord-Olympiasieger Kanada und standen plötzlich sensationell im Finale um Gold. Bei der WM in der Slowakei hat die stark verjüngte Mannschaft mit dem überzeugenden 4:2 gegen den Medaillenkandidaten Finnland gezeigt, dass sie erneut die Großen schlagen kann - auch wenn diesmal die Stars aus der NHL dabei sind.

Draisaitl und Grubauer beeindrucken

In Leon Draisaitl, der mit zwei Toren und einer Vorlage endlich so auftrumpfte wie in seiner bislang besten NHL-Saison, und Philipp Grubauer, der seinen frisch erworbenen Ruf als einer der besten Torhüter der Liga eindrucksvoll unterstrich, hat das deutsche Team selbst zwei überragende Spieler aus der besten Eishockeyliga der Welt in seinen Reihen.

"Wir gehen mit Freude und der richtigen Arbeitsmoral in das Spiel", kündigte Draisaitl an, der nach der öffentlichen Kritik von Bundestrainer Toni Söderholm seine beste Leistung im Trikot des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zeigte.

Draisaitl macht den Unterschied gegen Finnland
Draisaitl macht den Unterschied gegen Finnland

Weil auch Kahun mit dem ersten Turniertor eine große Last von den Schultern fiel und Abwehrrecke Korbinian Holzer in der Defensive kompromisslos abräumte, ist die deutsche NHL-Fraktion genau zum richtigen Zeitpunkt auf Touren gekommen. Ein Grund mehr, an einen Coup wie bei Olympia zu glauben. "Und die Jungs", sagte Söderholm, "glauben hier an ziemlich viel."

450 Kilometer Zugreise nach Bratislava

Das Halbfinale hatte die DEB-Auswahl zuletzt bei der Heim-WM 2010 erreicht, danach scheiterte sie dreimal im Viertelfinale. Die bislang letzte WM-Medaille gab es 1953: Als nach den Absagen der USA und Kanadas nur vier Mannschaften teilnahmen und die Tschechoslowakei nach dem Tod ihres Staatspräsidenten Klement Gottwald vorzeitig abreiste, landete das deutsche Team mit nur einem einzigen Sieg gegen die Schweiz auf Platz zwei und bekam Silber.

Nach zwei Wochen in Kosice unweit der ungarischen Grenze fuhren Draisaitl und Co. am Mittwoch mit einem Sonderzug die 450 Kilometer nach Bratislava. Beim Essen in der Altstadt von Kosice hatten die deutschen Spieler am Abend zuvor am Fernseher verfolgt, dass ihnen im Viertelfinale der Rekordweltmeister und Topfavorit Russland um den NHL-Torschützenkönig Alexander Owetschkin erspart bleibt.

"Wenn wir die Russen erst im Halbfinale kriegen, ist es auch nicht schlimm", sagte Kapitän Müller schmunzelnd. Und sein Abwehrkollege Yannic Seidenberg stellte fest: "Der Großteil der Mannschaft war zufrieden, dass es die Tschechen geworden sind."

Quelle: sportschau.de

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