Formel-1-Fahrer Louis Hamilton in seinem Mercedes beim Großen Preis von Aserbaidschan | Bildquelle: AP

Formel 1 in Aserbaidschan Hamilton siegt nach dramatischer Schlussphase

Stand: 28.04.2018 15:50 Uhr

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Aserbaidschan in Baku gewonnen. Der Mercedes-Pilot aus England setzte sich am Sonntag (29.04.2018) vor dem Finnen Kimi Räikkönen im Ferrari und dem Mexikaner Sergio Perez im Force India durch. Sebastian Vettel, der lange Zeit führte und seinen 50. Karrieresieg fest im Visier hatte, musste sich mit Rang vier begnügen.

Hamilton profitierte im Chaos von Baku von einem misslungenen Risiko-Manöver Vettels und einem Reifenplatzer seines Teamkollegen Bottas auf den letzten Runden. Auslöser des finalen Durcheinanders war eine Kollision der beiden Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen.

Vettel fiel durch die folgende Safety-Car-Phase zunächst auf Platz zwei hinter Bottas zurück, war dann beim Überholversuch gegen den Finnen zu übermütig und verbremste sich. "Ich denke ich hatte meine Chance auf der Innenbahn", sagte Vettel nach dem Rennen: "Die Kurve kam dann aber doch schneller als gedacht." Dass das Safety Car ihn den sicher geglaubten Sieg gekostet hatte, trug Vettel mit Fassung: "Da kann man nichts machen. Das gehört dazu."

Durch Vettels Verbremser konnten Hamilton, Räikkönen und bald auch noch Perez vorbeiziehen. Als dann auch noch der Reifen von Bottas platzte, war der Weg zum 63. Grand-Prix-Erfolg für Hamilton frei. In der Gesamtwertung liegt der 33-Jährige nach dem ersten Mercedes-Sieg des Jahres damit nun mit 70 Punkten vier Zähler vor Vettel.

Formel 1 - Vettel verbremst sich, Hamilton gewinnt
sportschau
29.04.2018 20:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Hektischer Beginn, Hülkenberg scheidet früh aus

Nach dem Unfall-Spektakel des Vorjahres, als Vettel sich einen Wut-Rempler gegen Hamilton erlaubt hatte und Ricciardo aus dem Chaos als sensationeller Sieger hervorging, begann das Rennen auch diesmal mit einigen Blechschäden. An der Spitze kam Vettel bestens weg, doch für Teamkollege Kimi Räikkönen endete ein Zweikampf mit Esteban Ocon im Force India in einer Kollision. Für den Franzosen Ocon war das Rennen damit schon beendet, Räikkönen nutzte die folgende Safety-Car-Phase gleich zum Reifenwechsel.

Fünf Runden lang blieb das Safety-Car auf der Strecke, danach zog Vettel schnell davon und legte ein kleines Polster zwischen sich und Hamilton. Dahinter machten vor allem die beiden Renault-Fahrer Dampf, die eine andere Reifentaktik als die Konkurrenz gewählt hatten. Während Carlos Sainz an den beiden Red Bulls auf Platz vier vorbeizog, legte auch der von Platz 14 gestartete Nico Hülkenberg einen starken Zwischensprint bis auf Rang fünf hin, ehe er nach einem Fahrfehler in die Mauer krachte und aufgeben musste.

Landsmann Vettel hingegen hatte alles im Griff, hielt mit einer Serie schnellster Rennrunden seine Verfolger auf Abstand. Es war ein bis dato fehlerfreies Rennen des vierfachen Weltmeisters, der auch nach der konservativ gewählten Reifentaktik voll auf Siegkurs war.

Duell zwischen Ricciardo und Verstappen eskaliert

Doch dann eskalierte das knallharte Duell der beiden Red-Bull-Fahrer, die sich über das gesamte Rennen hinweg immer wieder Zweikämpfe lieferten und auch einige Male berührten. Ricciardo rauschte ins Heck des Niederländers Verstappen. "So etwas darf nicht passieren. Beide müssen so viel Hirn haben", schimpfte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko und kündigte Konsequenzen an. Weil Trümmerteile die Strecke übersäten, kam erneut das Safety-Car. Davon profitierte der zu diesem Zeitpunkt führende Bottas. Weil das Feld eingebremst war, verlor der Finne bei seinem noch ausstehenden Boxenstopp wenig Zeit und blieb vorn.

Ferrari reagierte, holte auch Vettel und Räikkönen an die Box und ließ dem Deutschen die schnellsten Gummiwalzen aufziehen. Doch die Taktik ging nicht auf, weil das Safety Car nach einem sehr ungewöhnlichen Unfall - während der Safety-Car-Phase von Romain Grosjean - noch länger draußen blieb als gedacht, Vettel letztlich zu forsch den Angriff auf Bottas fuhr und am Ende sogar noch das Podium verpasste.

Quelle: sportschau.de

Darstellung: