Xherdan Shaqiri erzielte in der 90 Minute das 2:1 für die Schweiz gegen Serbien | Bildquelle: REUTERS

Fußball-WM Schweiz mit spätem 2:1 gegen Serbien

Stand: 22.06.2018 22:36 Uhr

Serbien hat gegen die Schweiz am 2. Spieltag der Gruppe E bei der Fußball-WM 2018 1:2 verloren und das vorzeitige Erreichen des Achtelfinales verpasst. Nach einem offenen Schlagabtausch hat dagegen die Schweiz allerbeste Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde. Für einen faden Beigeschmack sorgte allerdings der Jubel der Torschützen Xhaka und Shaqiri.

Serbien gegen Schweiz - die Tore
WM 2018: Serbien gegen Schweiz - die Tore

Serbien ging am Freitagabend (22.06.2018) im Stadion von Kaliningrad durch Aleksander Mitrovic (5. Minute) in Führung. Granit Xhaka (52.) glich für die Schweizer aus, Xherdan Shaqiri erzielte in der 90. Minute den vielumjubelten Siegtreffer für die Eidgenossen. Mit vier Punkten liegt die Schweiz nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter Tabellenführer Brasilien und hat den Einzug ins Achtelfinale im Abschlussspiel am Mittwoch (27.06.2018) gegen das schon ausgeschiedene Costa Rica selbst in der Hand. Serbien mit drei Punkten auf dem Konto muss wohl die "Selecao" schlagen, um erstmals die K.o.-Runde einer WM zu erreichen.

Xhaka: "Ein geiler Tag"

"In der Halbzeit haben wir herumgeschrien, waren überhaupt nicht zufrieden. Diese Mannschaft hat mental einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Wir können gegen jeden Gegner reagieren. Es ist ein geiler Tag", bilanzierte Xhaka. Siegtorschütze Shaqiri meinte: "Wir haben als Mannschaft überzeugt."

Blitzstart der Serben

Auf ein Unentschieden wollten beide Mannschaften nicht gehen, das wäre mit Blick auf das Weiterkommen zu riskant gewesen. Und die Serben begannen wie im Rausch. Einen ersten Kopfball von Mitrovic aus kurzer Distanz parierte der Schweizer Torhüter Yann Sommer in der fünften Minute noch zur Seite. Sekunden später köpfte Serbiens Stürmer nach Flanke von Dusan Tadic aus fünf Metern erneut aufs Tor, diesmal war der Ball drin.

Narrenfreiheit für Ivanovic

Trotz einer Riesenchance der Schweizer zum Ausgleich durch Blerim Dzemaili (10.) der den Ball aus sieben Metern am serbischen Tor vorbeischob, waren die "Weißen Adler" auch in der Folge das dominante, strukturiertere und torgefährlichere Team. Außenverteidiger Branislav Ivanovic hatte Narrenfreiheit und fütterte Mitrovic permanent mit Flanken. Der Strafraumstürmer scheiterte mit einem Distanzschuss (14.) und einem Fallrückzieher (19.).

Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse

Die Serben überrollten die Schweizer förmlich, die Eidgenossen kamen kaum aus ihrer Hälfte heraus und ihre Abwehr wirkte zuweilen löchrig wie ein Schweizer Käse. Erst in der 30. Minute hatten sie wieder eine gute Chance. Nach Zuspiel von Steven Zuber scheiterte Dzemaili im Strafraum an Serbiens Keeper Vladimir Stojkovic. In der Folge bekam die "Nati" mehr Zugriff auf die Partie, hatte selbst einige Chancen. Kurz vor der Pause aber fast das 2:0: Nach Kopfballablage von Serbiens Jungstar Sergej Milinkovic-Savic jagte Tadic den Ball aus 17 Metern knapp über die Latte.

Wende nach der Pause

Nach der Pause sollte sich rächen, dass die Serben etwas fahrlässig mit ihren erstklassigen Chancen umgegangen waren. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff zimmerte Xhaka einen Abpraller aus 22 Metern zum Ausgleich ins rechte Toreck. Vier Minuten später fast das 2:1: Shaqiris überlegter Schuss von der Strafraumgrenze klatschte an den linken Pfosten.

In der Folge entwickelte sich eine völlig offene Partie. Glück hatten die Schweizer, dass Schiedsrichter Felix Brych keinen Elfmeter gab, nachdem Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär im Strafraum Mitrovic zu Boden geklammert hatten (67.). Nach Kopfballvorlage von Breel Embolo vergab Mario Gavranovic frei vor Serbiens Keeper Stojkovic noch den Siegtreffer (84.). Dann schlug Shaqiri nach einem Konter zu.

Nachspiel nach provozierendem Jubel?

Ein Nachspiel könnte der Jubel der Schweizer haben: Die Torschützen - beide mit Wurzeln im Kosovo - formten beim Jubel mit ihren Händen den zweiköpfigen Adler, der auf der albanischen Flagge zu sehen ist. Eine politische Provokation der serbischen Fans, laut Regelwerk verbietet die FIFA politische Botschaften.

Schweizer Hörfunkreporter kritisiert Shaqiris Adler-Jubel
sportschau
23.06.2018 17:01 Uhr

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"Es ist ein Sieg für die Familie, die Schweiz, Albanien, den Kosovo. Die Geste war für die Leute, die mich immer unterstützt haben, sie war nicht gegen den Gegner gerichtet", bemühte sich Xhaka nach der Partie, die Wogen zu glätten.

Quelle: sportschau.de

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