Leere Tribüne im Stadion des FC Schalke 04 | Bildquelle: dpa

Fußball-Bundesliga Schalke ohne Fans - so viele dürfen in andere Stadien

Stand: 26.09.2020 08:13 Uhr

Der Grenzwert an Neuinfektionen in Gelsenkirchen ist überschritten: Das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen wird heute vor leeren Rängen ausgetragen. In der Bundesliga dürfen ansonsten bei allen Partien an diesem Wochenende wieder Zuschauer in die Stadien. Ein Überblick darüber, wie viele Zuschauer am Wochenende in die Bundesliga-Stadien können.

Die Meldung kam am Samstagmorgen, als viele der Fans, die Karten zugeteilt bekommen hatten, vermutlich noch schliefen. "Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Fallzahlen in Gelsenkirchen – die 7-Tages-Inzidenz liegt am Samstag (26.09.2020) bei über 35 Fällen – haben die lokalen Behörden den Königsblauen mitgeteilt, dass das Heimspiel gegen Werder Bremen ohne Zuschauer ausgetragen werden muss", teilte Schalke mit. Auf der Seite des Robert Koch-Instituts wird Gelsenkirchen für Samstag mit einem Wert von 39,5 geführt.

Der bange Blick der Fans und der Bundesligaklubs galt auch vor dem zweiten Saison-Wochenende den neuesten Infektionszahlen in der Corona-Pandemie: Beim Start in die neue Bundesligasaison hatte die Stadt München einen Tag vor dem Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und Schalke 04 die Genehmigung kassiert, Zuschauer ins Stadion zu lassen. In Köln senkten die Behörden erst am Abend vor dem Anpfiff in Müngersdorf den Daumen und verboten ebenfalls die geplante Rückkehr der Fans, wegen der immens gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen in der Domstadt.

Maßgeblich bleibt die sogenannte Inzidenzzahl, die die Zahl an registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen beziffert. Nur bei einer Inzidenzzahl von unter 35 am jeweiligen Bundesliga-Standort sind überhaupt wieder Zuschauer in den Stadien zugelassen, bis zu einer Maximalgrenze von 20 Prozent der jeweiligen Stadionkapazität. Darauf hatten sich die Bundesländer kurz vor dem Liga-Start geeinigt. Unklar ist dabei allerdings, welcher Stichtag für die Inzidenzmessung gelten soll. Der Beschluss der Politik sieht anders als das DFL-Hygienekonzept keinen festen Termin vor. Unabhängig davon: Das letzte Wort bei der Zulassung von Fans haben immer die Gesundheitsbehörden vor Ort, die das lokale Infektionsgeschehen im Blick haben.

Schalke wartete lange auf eine Entscheidung

Der FC Schalke 04 hoffte lange auf Zuschauer. Die maßgebliche Anzahl der Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner war am Freitag (25.09.2020) unter die Verbotsschwelle von 35 auf 33,4 gesunken, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Dann stieg der Wert wieder über die Grenze.

Bereits am Donnerstag hatte der Verein mit der Ticketzuteilung begonnen und darauf hingewiesen, dass es weiterhin kurzfristig möglich sei, "dass die Partie ohne Zuschauer stattfinden muss". Alle Fans sollten dann benachrichtigt werden und ihr Geld umgehend zurückerhalten. Schalke wollte nach früheren Angaben eines Sprechers rund 11.000 Fans zuschauen lassen.

In Mönchengladbach sind die Verantwortlichen zuversichtlich: Die Borussia plant für das Heimspiel gegen Union Berlin mit einer Kulisse von 10.804 Zuschauern, bis zum Mittwochabend waren 9.200 Tickets verkauft. Auch die relativ niedrige Inzidenzzahl (8,8) am Niederrhein spricht für eine Rückkehr der Fans in den Borussia-Park, doch allen Vorkehrungsmaßnahmen zum Trotz wies der Klub darauf hin, dass "es kurzfristig noch zum Ausschluss von Zuschauern kommen kann."

Auch Bayer Leverkusen hofft für das Duell gegen Leipzig auf ein Ende der Geisterkulisse: 6.000 Zuschauer dürfen am Samstag in die BayArena, darauf hat sich der Klub mit der Stadt Leverkusen geeinigt - wenn auch unter Vorbehalt. Sollte der kritische Inzidenzwert von 35 am Freitagvormittag überschritten werden, werde "das Spiel vor leeren Rängen ausgetragen werden müssen", teilte Bayer 04 mit. Drei Tage vor dem Spiel lag der Wert bei 17,7.

Das Bundesliga-Wochenende im Überblick
PartieZugelassene Zuschauerzahl
Hertha BSC - Frankfurt5.000
Gladbach - Union Berlin10.800
Leverkusen - Leipzig6.000
Mainz - Stuttgart3.400
Augsburg - Dortmund6.000
Bielefeld - Köln5.400
Schalke - Bremen0
Hoffenheim - FC Bayern6.030
Freiburg - Wolfsburg3.200

Mit Ausnahme von Berlin und Gelsenkirchen liegen die Neuinfektionszahlen an den übrigen Heimspiel-Standorten aktuell aber deutlich unter der kritischen Marke. In Mainz gab es mit 21,6 (Stand Mittwoch) noch den höchsten Inzidenzwert, überall sonst lag die Zahl unter 20.

Fan von Fortuna Düsseldorf blickt auf sein Mobiltelefon | Bildquelle: picture alliance / Norbert Schmi
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Fußballfans haben in diesen Tagen auch immer die neuen Infektionszahlen im Blick.

In der 2. Bundesliga startete der 2. Spieltag am Freitagabend mit einem Geisterspiel zwischen Erzgebirge Aue und Greuther Fürth. Weil im Landkreis Aue der Wert von 20 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen überschritten wurde, sind nach der sächsischen Corona-Verordnung Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern automatisch untersagt.

Der FC St. Pauli dagegen wird zum Heimdebüt gegen Heidenheim am Millerntor wieder Fans begrüßen dürfen. Allerdings bleibt der Klub mit 2.200 Fans unter der zulässigen Kapazität von 5.900 Zuschauern, auf eigenen Wunsch: Zusammen mit dem Gesundheitsamt habe man sich darauf geeinigt, "nicht mit dem maximal Möglichen zu starten, sondern im Sinne des Gesundheitsschutzes sinnvolle Maßnahmen festzulegen", hieß es in einer Mitteilung.

Paderborn ohne Zuschauer - aber nicht wegen Corona

Kurios: In Paderborn gibt es anhand der aktuellen Inzidenzzahlen den niedrigsten Stand an Corona-Neuinfektionen aller Zweitliga-Heimspielorte. Dennoch muss der SC Paderborn das Topspiel am Montagabend gegen den Hamburger SV ohne Zuschauer bestreiten. Wegen des strengen Anwohnerschutzes muss im beschaulichen Paderborn jede Partie um 22.00 Uhr beendet sein. Der Anpfiff gegen den HSV ist aber erst für 20.30 Uhr angesetzt.

Die Zuschauer-Situation am Zweitliga-Wochenende
PartieZugelassene Zuschauerzahl
Aue - Greuther Fürthkeine Zuschauer
Osnabrück - Hannover3.200
Düsseldorf - Würzburg10.800
Darmstadt - Regensburg3.480
Braunschweig - Kiel4.665
St. Pauli - Heidenheim2.226
Karlsruhe - Bochum2.226
Nürnberg - Sandhausen10.000
Paderborn - Hamburger SVkeine Zuschauer

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. September 2020 um 10:00 Uhr.

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