Das deutsche Team steht nach seiner Ankunft von den Olympischen Spielen in Tokio auf dem Flughafen vor einer Maschine der Lufthansa.  | dpa-Bildfunk

Aufarbeitung beginnt Olympia-Team in Frankfurt empfangen

Stand: 09.08.2021 20:33 Uhr

Die letzten Athletinnen und Athleten des deutschen Olympia-Teams sind am Montag (09.08.2021) aus Tokio zurückgekehrt. Die Medaillengewinner trugen sich im Frankfurter Römer ins Goldene Buch der Stadt ein. Derweil hat die Suche nach den Gründen für die schwache Tokio-Ausbeute begonnen.

Sportschau

Mehrere hundert Fans bescherten den letzten Rückkehrern der deutschen Mannschaft einen stimmungsvollen Empfang. Die Delegation mit Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an der Spitze, wurde von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann im Rathaus auf dem Römerberg begrüßt, darunter Goldmedaillen-Gewinnerin Aline Rotter-Focken, Bronze-Gewinner Frank Stäbler (beide Ringen) und Geher Jonathan Hilbert, der über 50 Kilometer Silber erkämpft hatte. "Sie haben einen unglaublichen Zusammenhalt gezeigt, sind zu einem echten Team zusammengewachsen und in der Pandemie ihrer besonderen Verantwortung gerecht geworden", sagte Hörmann über die Athletinnen und Athleten.

Bilderstrecke

Die deutschen Medaillengewinner von Tokio

Gemeinsames Essen im Deutschen Haus @home

Insgesamt hatten sich mehr als hundert Olympia-Teilnehmer zu der Willkommensfeier eingefunden, darunter auch etliche wegen der strengen Corona-Regeln bereits früher zurückgereiste Athleten. Nach dem Empfang im Römer lud der DOSB seine Teammitglieder zu einer Abschlussfeier im "Deutschen Haus at Home" ein. In einem Frankfurter Restaurant fanden sich rund 300 Gäste ein. In Tokio hatte es aufgrund der Corona-Maßnahmen kein Deutsches Haus gegeben.

Innenministerium: Reform der Spitzensportförderung greift noch nicht

Das deutsche Team beendete die Spiele in Tokio mit der schlechtesten Bilanz seit den Spielen in Barcelona 1992 auf Rang neun im Medaillenspiegel. Am erfolgreichsten waren die Reiter und Kanuten mit elf der insgesamt 37 Medaillen. Die Bundesregierung sieht die Bilanz von Tokio dennoch als "recht ordentliches Ergebnis".

Dahinter stünden gute sportliche Leistungen, die man anerkennen müsse und für die man sich auch bedanken sollte, sagte ein Sprecher des für Sport zuständigen Innenministeriums. Andererseits sehe dieses Gesamtergebnis schlechter aus als in vergangenen Jahren. Dies sollte Ansporn für weitere Investitionen in den Spitzensport sein.

Jonathan Hilbert, Silbermedaillengewinner über 50 Kilometer Gehen, gibt bei der Willkommensfeier für das deutsche Team im Frankfurter Römer ein Interview. | dpa-Bildfunk

Gefragter Interviewpartner: Geher Jonathan Hilbert, der überraschend Silber über 50 km gewonnen hatte. Bild: dpa-Bildfunk

Freitag: "Geld allein ist nicht die Lösung"

Etwas anders sieht das Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag. "Geld alleine ist offensichtlich nicht die Lösung; schließlich ist die finanzielle Förderung des Leistungssports durch den Bund seit 2016 massiv erhöht worden", sagte die SPD-Politikerin. Sie forderte den DOSB auf, die vor fünf Jahren in der Leistungssportreform vereinbarten Schritte umzusetzen: "Ich denke da nur an das bis in das Jahr 2021 andauernde Gezerre um die Etablierung des wissenschaftlichen Verbundsystems, ein aus meiner Sicht ganz wesentlicher Punkt der Reform", sagte sie. Wenn solche und andere Maßnahmen auf massiven Widerstand des organisierten Sports treffen, verschleppt oder im Einzelfall verhindert würden, "sollte der Ruf nach mehr Geld jetzt mal nicht an erster Stelle stehen".

  • Olympia in Tokio: Corona, Hitze und Höchstleistungen

Dieses Thema im Programm:
Das Erste | Olympia Tokio 2020 | 07.08.2021 | 23:45 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. August 2021 um 20:00 Uhr.