Patrick Hausding und Laura Ludwig tragen eine Deutschland-Flagge | dpa

Eröffnungsfeier Hausding und Ludwig sind deutsche Fahnenträger

Stand: 22.07.2021 07:07 Uhr

Beachvolleyballerin Laura Ludwig und Wasserspringer Patrick Hausding werden bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die deutsche Fahne ins Nationalstadion in Tokio tragen. Das gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Donnerstag (22.07.2021) bekannt. Erstmals gibt es bei einer Eröffnungsfeier sowohl eine Fahnenträgerin als auch einen Fahnenträger.

Ludwig und Hausding setzten sich in einer Wahl, die je zur Hälfte von den Athletinnen und Athleten sowie den Fans getroffen wurde, unter anderem gegen Dressurreiterin Isabell Werth, den Turner Andreas Toba oder den Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov durch. "Du musst die Fahne tragen, du hast den größeren Bizeps", scherzte die Beachvolleyball-Olympiasiegerin von Rio 2016 und deutete auf ihren Sitznachbarn. Sie hoffe, "Patrick ist der Gentleman und übernimmt die schwere Arbeit". Der Wasserspringer hat dabei ganz andere Sorgen: "Sie darf nur nicht kaputtgehen oder runterfallen. Und wir dürfen nicht über unsere Füße stolpern."

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Die Eröffnungsfeier am Freitag (23.07.2021/ab 12.50 Uhr im Livecenter bei sportschau.de) dürfte für beide bei der jeweils vierten Olympia-Teilnahme ein Höhepunkt ihrer Karriere werden - und gilt schon jetzt als ein großer Tag für die Gleichberechtigung.

Hauke: "Starkes Zeichen für die Gleichberechtigung"

"Das ist super und total zeitgemäß, genau das richtige, starke Zeichen für die Gleichberechtigung mit großer medialer Präsenz", hatte der zweimalige Hockey-Olympiasieger Tobias Hauke im Vorfeld der Bekanntgabe gesagt. Der 33 Jahre alte Hamburger stand ebenfalls zur Wahl.

"In Tokio starten erstmals genauso viele Frauen wie Männer", sagte DOSB-Vorstandschefin Veronika Rücker. "Die Athletinnen haben sich lange dafür eingesetzt und gekämpft. Das Fahnenträger-Duo ist eine großartige Chance, diesen Erfolg sichtbar zu machen." Weil die Ungleichheit kein rein deutsches Problem war, hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Delegationen ermutigt, von der erstmals erlaubten Doppelspitze Gebrauch zu machen.

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Die deutschen Fahnenträger bei Olympia

Bisher nur fünf Fahnenträgerinnen

In der Geschichte der Sommerspiele gab es in deutschen Teams nur fünf Fahnenträgerinnen bei Eröffnungsfeiern: Die erste war 1964 - ebenfalls in Tokio - Wasserspringerin Ingrid Krämer-Engel (DDR) für das gesamtdeutsche Team, ihr folgten Hürdensprinterin Karin Balzer (DDR/1968), Handballerin Kristina Richter (DDR/1980) sowie Kanutin Birgit Fischer (2000) und Hockeyspielerin Natascha Keller (2012). 

Bereits vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses verspürte Ludwig beim Gedanken ans Fahnetragen "Gänsehaut. Es sind meine vierten Olympischen Spiele, und das kann es noch einmal ein bisschen toppen." Sie sei "begeistert und stolz". Ihre Goldmedaille gemeinsam mit Kira Walkenhorst im Sand von Rio de Janeiro 2016 war einer der Höhepunkte. Die 35-Jährige ist das deutsche Gesicht ihrer Sportart. In Japan startet die Ex-Weltmeisterin mit der ehemaligen Hallen-Nationalspielerin Margareta Kozuch. Beide wollen im Shiokaze Park von Tokio "unser bestes Beachvolleyball" bieten.

Hausding: "Fahnenträger wird man nur einmal"

Fahnenträger bei Olympia? Für Hausding erfüllt sich definitiv ein Traum. "Medaillen kann ich viele gewinnen, aber Fahnenträger wird man nur einmal", hatte auch er schon vorher gesagt. Der Berliner, der seit Peking 2008 regelmäßig zur deutschen Olympia-Mannschaft gehört und das neunköpfige Wassersprung-Team ein letztes Mal bei Sommerspielen anführt, hat in Tokio aber noch mehr vor. Nach Silber mit seinem langjährigen Partner Sascha Klein vom Turm 2008 und Bronze im Einzel vom Drei-Meter-Brett 2016 will Hausding noch einmal Edelmetall gewinnen.

Einziger Wermutstropfen: Ohne Zuschauer werde sich Olympia "anfühlen wie eine Kreismeisterschaft", so der 17-malige Europameister. Mit Blick auf das Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett mit Lars Rüdiger am 28. Juli sieht er dennoch gute Chancen. Nach 13 Jahren Wasserspringen auf höchstem Niveau mit vielen Verletzungen und Schmerzen fühlt sich Hausding im Spätherbst seiner Karriere "voll in Schuss". Das Einzel am 3. August wird trotzdem sein letzter olympischer Wettkampf sein.

Dieses Thema im Programm:
Das Erste | Olympia Tokio 2020 | 22.07.2021 | 09:05 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2021 um 08:00 Uhr.