Julian Brandt feiert sein Tor mit seinen Mannschaftskollegen von Leverkusen | Bildquelle: AP

Fußball-Bundesliga Leverkusen überrollt Frankfurt

Stand: 05.05.2019 20:23 Uhr

Ein halbes Dutzend bis zur Pause: Eintracht Frankfurt hat bei seiner Generalprobe für das Halbfinal-Rückspiel in der Europa League ein denkwürdiges Debakel bei Bayer Leverkusen erlebt.

Vier Tage vor dem zweiten Teil des K.o.-Duells beim FC Chelsea (Hinspiel 1:1) ging die letzte deutsche Europacup-Hoffnung am 32. Bundesliga-Spieltag mit 1:6 (1:6) beim direkten Konkurrenten unter. Nach dieser Demontage und dem vierten Ligaspiel in Folge ohne Sieg muss der DFB-Pokalsieger sogar wieder um seine erste Champions-League-Teilnahme fürchten.

"Fast jedes Ding reingemacht"

Leverkusens Kevin Volland sagte nach der Partie am Sonntag (05.05.2019): "Die erste Halbzeit war natürlich sensationell von uns. Wir wussten, dass Frankfurt am Donnerstag ein schweres Spiel hatte und wollten voller Energie in das Spiel gehen. Das haben wir gemacht und anfangs auch fast jedes Ding reingemacht. In der zweiten Halbzeit wollte sich dann keiner mehr verletzen, allerdings hätten wir auch durchaus noch ein, zwei Tore nachlegen können."

Vollands Teamkollege Julian Brandt analysierte: "Wir haben uns viel vorgenommen, es lief dann auch sehr gut in der ersten Halbzeit. Wir hatten natürlich eine gewisse Drucksituation, deshalb spüre ich jetzt Freude und Erleichterung - und für die letzten beiden Spiele gibt das Rückenwind."

"Leistung war fürchterlich"

Eintracht-Coach Adi Hütter gab zu: "Das war ein rabenschwarzer Tag, auch für mich als Trainer. Ich bin aber niemand, der einer Mannschaft dann zur Halbzeit, wenn sie am Boden liegt, auch noch draufsteigt - sowas mache ich nicht. Wir sind aber nie in die Zweikämpfe gekommen und haben Spielern wie Brandt oder Havertz viel zu viel Platz gegeben und waren hinten immer in Unterzahl. Die Leistung war fürchterlich, aber wir haben in der zweiten Halbzeit immerhin Charakter gezeigt."

Die Werkself zog durch ihren vierten Sieg nacheinander nach Punkten mit der Eintracht gleich und hat das schon verloren geglaubte Saisonziel zwei Spieltage vor Schluss wieder im Blick.

Hinteregger per Eigentor

Kai Havertz (2. Minute), Brandt (13.), Lucas Alario (23., 34.) und Charles Aranguiz (28.) sowie ein Eigentor von Martin Hinteregger (36.) sorgten für das Torfestival der Werkself. Bayers Nationalspieler Jonathan Tah (14.) traf per Eigentor für die Gäste.

Leverkusen egalisierte damit einen Bundesligarekord: Zuvor war ein halbes Dutzend Treffer in einer Bundesliga-Hälfte nur Borussia Dortmund, Hertha BSC, Bayern München und Borussia Mönchengladbach geglückt.

Havertz eröffnet den Reigen

30.210 Zuschauer in der BayArena erlebten einen Traumstart der Werkself. Bereits nach 110 Sekunden konnte Havertz eine gute Hereingabe von Aranguiz zu seinem 15. Saisontor nutzen. Nur elf Minuten später erhöhte Brandt für die wie entfesselt aufspielenden Hausherren. Im Gegenzug fiel dann der Anschlusstreffer durch Tah, der den Ball nach einem Schuss von Filip Kostic unglücklich und entscheidend ins eigene Tor abfälschte. Frankfurts ehemaliger Torwart Lukas Hradecky im Bayer-Kasten war machtlos.

Leverkusen ließ sich davon aber nicht aus dem Tritt bringen und agierte weiter wie aus einem Guss. Alario und Aranguiz schlugen aus dieser Dominanz zwangsläufig Kapital. Spätestens nach dem vierten Gegentreffer standen die Gäste unter Schock und sahen dem Treiben der Bayer-Elf nur noch hilflos zu.

Zwei Wechsel schon vor der Pause

Wiederum Alario mit seinem sechsten Saisontor und Hinteregger sorgten dann für den Pausenstand. Frankfurts Trainer Hütter reagierte noch vor dem Seitenwechsel und nahm die völlig indisponierten Jetro Willems und Evan Ndicka vom Feld. Der Österreicher brachte dafür in der 37. Minute Torjäger Luka Jovic und Mijat Gacinovic.

Hütter hatte zunächst nur den am vergangenen Donnerstag gesperrten Ante Rebic als einzige Spitze aufgeboten. Verzichten mussten die "Adler" kurzfristig auf den angeschlagenen Sebastian Rode. Dieser Ausfall konnte aber nicht das kollektive Versagen der Eintracht im ersten Durchgang erklären.

Nur noch Schadensbegrenzung

Nach dem Seitenwechsel waren die Frankfurter nur noch um Schadenbegrenzung bemüht. Leverkusen nahm einen Gang raus, hatte die Partie aber jederzeit im Griff und vergab durch Volland, Kapitän Lars Bender und Havertz noch weitere Großchancen.

Die Frankfurter haben nun am Donnerstag (09.05.2019) ihr Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Chelsea vor der Brust. Danach haben sie bis Sonntag Zeit, ehe der 1. FSV Mainz 05 zum Derby anreist. Leverkusen spielt am Samstag gegen den FC Schalke 04.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Mai 2019 um 20:00 Uhr.

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