Uwe Gensheimer bejubelt ein Tor gegen Algerien | imago images

Erfolgreiche Qualifikation Deutsche Handballer bei Olympia dabei

Stand: 14.03.2021 23:03 Uhr

Die deutschen Handball-Männer haben ihr drittes und letztes Spiel beim Olympia-Qualifikationsturnier für sich entschieden und damit das Olympia-Ticket gelöst.

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Gegen Algerien genügte am Sonntag (14.03.2021) eine passable Leistung für den entscheidenden Schritt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason siegte am Ende mit 34:26 (17:14). Durch den Erfolg fährt das DHB-Team mit zwei Siegen und einem Remis als eine von zwei Mannschaften aus der Gruppe nach Tokio.

Gegen die damit punktlos bleibenden Nordafrikaner konnten die Deutschen zwar nicht ganz an die über weite Strecken überragende Vorstellung gegen Slowenien im zweiten Spiel vom Samstag anknüpfen, jubelten aber am Ende angesichts des großen Drucks sichtlich erleichtert.

"Druck von den Schultern genommen"

"Uns sind viele Steine vom Herzen gefallen. Wir können stolz sein, dass wir unser großes Ziel Olympia erreicht haben", sagte Kapitän Uwe Gensheimer. Und Gislason ergänzte: "Uns wurde ein großer Druck von den Schultern genommen. Wir sind alle sehr glücklich, die Erleichterung ist groß."

Der Isländer freut sich bereits auf Tokio: "Für mich ist das eine große Sache. Ich war als Spieler zweimal bei Olympia dabei, aber noch nie als Trainer", sagte Gislason. "Das ist auch für mich persönlich extrem wichtig, denn das war einer der Gründe, weshalb man mich verpflichtet hat."

Olympia-Qualifikations-Turnier in Berlin
Team Spiele Tore Punkte
Schweden 3 93:75 5:1
Deutschland 3 95:78 5:1
Slowenien 3 88:96 2:4
Algerien 3 79:106 0:6

Heinevetter kommt früh für Wolff

Die Algerier hielten in der Partie lange gut mit, weil es dem zu Beginn fast rundum neu formierten DHB-Team an der nötigen Aggressivität in der Abwehr mangelte. So kamen die Nordafrikaner immer wieder zu leichten Toren, zumal auch Torwart Andreas Wolff anders als beim glanzvollen 36:27 am Vortag gegen Slowenien nicht zündete. Der 30-Jährige musste den Platz zwischen den Pfosten nach gut 20 Minuten für Silvio Heinevetter räumen.

Gislason reagierte in der Pause und beorderte die Kieler Champions-League-Sieger Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold auf das Parkett. Jetzt wurde es besser, auch wenn sich die DHB-Auswahl weiter schwer tat. Um die Tokio-Teilnahme zittern musste der WM-Zwölfte aber zu keiner Zeit, zumal der Vorsprung in der Schlussphase noch ausgebaut wurde. Bester Werfer war Julius Kühn mit acht Treffern.

Michelmann: Gislason ist "Fels in der Brandung"

"Unsere Erwartungen hat er mit der Olympia-Qualifikation voll erfüllt. Er hat schon bei der WM in Ägypten in einer sehr kritischen Situation bewiesen, dass er wirklich der Fels in der Brandung ist. Deswegen haben wir ihn auch geholt", lobte DHB-Präsident Andreas Michelmann Trainer Gislason.

In den nächsten Monaten soll Gislason die Mannschaft nun so weiterentwickeln, dass sie bei den Sommerspielen um den Sieg mitspielen kann. "Wir sind in letzter Zeit ziemlich durch den Kakao gezogen worden, weil wir an dem vor acht Jahren ausgegebenen Ziel Olympia-Gold festgehalten haben", sagte Michelmann. "Wir wissen, dass es eine Reihe von Mannschaften gibt, die Olympiasieger werden können. Wir gehören zu diesem Kreis dazu."

Auch Schweden in Tokio dabei

Am Sonntagabend konnten dann auch die Schweden endgültig für die Olympischen Sommerspiele planen. Durch den 32:25 (17:13)-Sieg über Algerien beseitigten die Skandinavier letzte Zweifel und beendeten das Qualifikationsturnier in Berlin sogar vor Deutschland, auf Grund der besseren Tordifferenz.

Norwegen, Frankreich, Portugal und Brasilien ebenfalls qualifiziert

Parallel hat auch in Montenegro ein Olympia-Qualifikationsturnier stattgefunden, bei dem sich Norwegen mit drei Siegen über Brasilien, Südkorea und Chile als Gruppenerster durchsetzte. Als Zweitplatzierter löste Brasilien das Ticket für Tokio.

Auch der Olympia-Zweite von 2016 Frankreich löste ein Ticket für die Olympischen Spiele. Nicht dabei ist dagegen Vizeeuropameister Kroatien. Die Franzosen verloren in Montpellier zwar zum Abschluss gegen Portugal 28:29, setzten sich aber im Vergleich der drei punktgleichen Mannschaften dank der besseren Tordifferenz (+14) vor den Portugiesen (+7) und den Kroaten (+/-0) durch. Der Siegtreffer für Portugal gegen den Gastgeber fiel zwei Sekunden vor Schluss durch Rui Silva.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete rbb UM6 am 14. März 2021 um 18:00 Uhr.