Karl Geiger aus Deutschland im 1. Durchgang | dpa

Nordische Ski-WM Geiger holt Bronzemedaille

Stand: 05.03.2021 18:55 Uhr

Skispringer Karl Geiger hat bei der Nordischen Ski-WM seine dritte Medaille gewonnen. Von der Großschanze sicherte sich der Oberstdorfer Bronze. Über Gold freute sich der Österreicher Stefan Kraft.

Von Wolfram Porr

Silber von der Normalschanze, Gold im Mixed-Teamwettbewerb und nun Bronze von der Großschanze - Karl Geiger aus Oberstdorf hat bei seiner Heim-WM den Medaillensatz komplett gemacht! Der Skiflug-Weltmeister bewies bei schwierigen äußeren Bedingungen seine Klasse und Nervenstärke und schnappte sich erneut Edelmetall. Nach dem ersten Durchgang noch auf Platz sechs ließ er im Finale noch drei Konkurrenten hinter sich.

Sportschau

"Bei der WM war jetzt alles dabei, aber bisher bin ich immer mit einem Grinser weg von der Schanze. Und dass mir das heute nochmal so gelungen ist - vor allem, weil der erste Sprung nicht so gut war, der zweite war dafür nochmal umso besser - das ist wirklich unglaublich!", sagte Karl Geiger am Sportschau-Mikro.

Lediglich der Österreicher Stefan Kraft und Robert Johansson aus Norwegen waren noch stärker. Kraft, der eine turbulente Saison mit vielen Aufs und Abs hinter sich hat, konnte sich mit Sprüngen auf 132,5 und 134,0 Meter die Goldmedaille sichern. Nur 4,4 Punkte dahinter kam Johansson auf den Silberrang.

Schneefall und Nebel machen Springern das Leben schwer

Starker Schneefall und Nebel bedeuteten erschwerte Bedingungen für die 50 Springer. Die konnten erstens nicht weit sehen und mussten zweitens im tiefen, pappigen Neuschnee landen, was beim einen oder anderen zu einigen Problemen bei der Standfestigkeit im Auslauf führte. Wer von den zehn bis zwölf Springern aus dem erweiterten Favoritenkreis am besten mit diesen Verhältnissen klarkommen würde, der hätte beste Chancen auf den Weltmeistertitel.

Topspringer patzen - auch Eisenbichler bei den Geschlagenen

Einige Topspringer strauchelten früh: Kamil Stoch (Polen), Weltmeister von 2013, Ryoyo Kobayashi (Japan) und der Zweite der Qualifikation, Johann Andre Forfang (Norwegen), verabschiedeten sich bereits nach dem ersten Durchgang aus dem Titelrennen. Das galt auch für Titelverteidiger Markus Eisenbichler, der nach dem Ausfall des Norwegers Halvor Egner Granerud (positiver Coronatest) als letzter Springer über den Bakken musste.

Nur 122,5 Meter bedeutete zunächst Platz 16 für den Mixed-Team-Weltmeister. "Die Verhältnisse waren schwer", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, dazu kamen ein paar kleinere Fehler beim Absprung und in der ersten Flugphase sowie wenig Windunterstützung im unteren Schanzenbereich.

Geiger und Paschke zunächst in Lauerstellung

Karl Geiger | ddp images/Sven Simon

Karl Geiger Bild: ddp images/Sven Simon

Dafür lagen mit Geiger (132,0 m) und Pius Paschke (129,5 m) auf den Rängen sechs und sieben noch zwei DSV-Springer in Reichweite der Medaillen. Lediglich vier bzw. sechs Punkte Rückstand hatten die beiden auf den Österreicher Daniel Huber (133,5 m), der auf Platz drei lag. Es führte dessen Landsmann Kraft, der Sieger der Qualifikation, mit 132,5 m vor dem Norweger Johansson (129,5 m).

Finaldurchgang: Eisenbichler riskiert und stürzt

Und es wurde spannend: Eisenbichler riskierte, so wie man ihn kennt, noch einmal alles, um von Platz 16 weiter nach vorne zu kommen. Sein zweiter Sprung ging dann auch deutlich weiter auf 134,0 m.

Doch der Mixed-Weltmeister stürzte nach der Landung vornüber in den tiefen Schnee: schlechte Noten, keine Chance auf eine Verbesserung - ein gebrauchter Tag für den "Eisei", der am Ende 17. wurde. "Ich kann mir eigentlich nichts vorwerfen, aber da legt's mich dann auf die Waffel. Aber ich muss riskieren", sagte Eisenbichler, der nun Gold mit der Mannschaft anpeilt.

Den ersten Angriff auf die Spitze gab's anschließend vom Slowenen Anze Lanisek, der mit 136,5 m die Tagesbestweite zeigte. Nach dem ersten Durchgang noch Elfter, verbesserte er sich auf den fünften Rang und kassierte u.a. auch Paschke, der nach 114,5 m sogar noch hinter Eisenbichler zurückfiel. Erst Karl Geiger blieb mit erneut 132,0 m vor Lanizek.

Die nachfolgenden Springer zeigten Nerven. Nach dem Sprung von Daniel Huber war dann klar, dass Geiger seine dritte Medaille bei diesen Titelkämpfen sicher hatte. Um auch noch Kraft und Johansson abzufangen, reichte es aber nicht mehr.

Severin Freund komplettiert Team-Quartett

Für die beiden weiteren deutschen Springer Severin Freund und Martin Hamann ging es im direkten Duell um einen Platz im Team für die Entscheidung am Samstag. Dies entschied der Routinier mit 122,5 und 118,5 m knapp für sich. Freund wurde 22., Hamann landete nach 121,5 und 123,0 m auf dem 24. Rang.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. März 2021 um 18:56 Uhr.