Andrea Petkovic bei den French Open | Imago/GEPA pictures

Tennis in Paris Aus für deutsche Damen bei den French Open

Stand: 01.06.2021 23:11 Uhr

Andrea Petkovic ist bei den French Open als letzte deutsche Tennisspielerin in der Einzelkonkurrenz ausgeschieden.

Sportschau

Die 33-Jährige verlor am Dienstagabend (01.06.2021) in Paris gegen die an Nummer 18 gesetzte Tschechin Karolina Muchova trotz ordentlicher Leistung mit 6:1, 3:6, 4:6.

Zuvor waren Angelique Kerber und Laura Siegemund schon in der ersten Runde gescheitert. Damit steht beim Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros erstmals seit 1958 keine Deutsche bei den Frauen in der zweiten Runde der Einzelkonkurrenz. "Natürlich ist das schade. Einerseits ist es eine Momentaufnahme, andererseits ist unsere Generation auch einfach älter geworden", sagte Petkovic. "Das Gute ist, dass wir jetzt viele Turniere in Deutschland haben, die der nächsten Generation die Chance geben, sich zu zeigen und Anschluss zu halten." Im Sommer stehen Turniere in Berlin, Bad Homburg und nach Wimbledon auch in Hamburg an.

Großer Jubel nach Überraschungssieg von Struff

Jan-Lennard Struff jubelt nach seinem Sieg über Andrej Rubljow | GEPA pictures/ Patrick Steiner via www.imago-images.de

Jan-Lennard Struff jubelt nach seinem Sieg über Andrej Rubljow Bild: GEPA pictures/ Patrick Steiner via www.imago-images.de

Bei den Männern sah es besser aus. Der ausgelassen jubelnde Jan-Lennard Struff gewann am Nachmittag gegen den an Nummer sieben gesetzten Russen Andrej Rublew mit 6:3, 7:6 (8:6), 4:6, 3:6, 6:4 und folgte damit Alexander Zverev und Dominik Koepfer in die nächste Runde. Etwas später zog dann Philipp Kohlschreiber nach.

Struff verwandelte nach 3:46 Stunden seinen zweiten Matchball. Im Kampf um den Einzug in die dritte Runde bekommt es der Davis-Cup-Profi jetzt mit dem Argentinier Facundo Bagnis zu tun.

"Ich bin einfach mega happy, dass ich gewonnen habe. Es war ein sehr taffes Match", sagte Struff bei "Eurosport": "Die Stimmung hier war mega schön, unglaublich. Es ist so schön, dass so viele Fans dabei sein können."

Aggressives Tennis und starkes Aufschlagspiel

Struff zeigte im Stade Roland Garros von Beginn an eine beeindruckende Vorstellung. Die deutsche Nummer zwei nahm dem favorisierten Russen früh den Aufschlag ab und holte sich nach nur 34 Minuten den ersten Satz. Im zweiten Durchgang musste Struff dann zwar selbst einen frühen Aufschlagverlust hinnehmen, kämpfte sich aber zurück und holte sich den Satz im Tiebreak.

Rublew, für viele einer der Geheimfavoriten in Paris, steigerte sich danach aber. Struff spielte weiter nicht schlecht, der Russe setzte sein druckvolles Spiel nun jedoch durch und schaffte den Satzausgleich. Das Momentum lag nun klar aufseiten des Weltranglisten-Siebten, der sein Sandplatz-Können zuletzt mit der Finalteilnahme in Monte-Carlo unter Beweis gestellt hatte.

Doch Struff ließ sich nicht beirren und schaffte zum 2:1 im fünften Satz das entscheidende Break. Mit einem starken Aufschlagwinner machte er die Überraschung perfekt und ließ sich danach von den Zuschauern auf Court 14 feiern.

Siege für Kohlschreiber und Krawietz

Wenig später verbuchte auch Philipp Kohlschreiber einen Erfolg im Duell der Routiniers mit Fernando Verdasco. Bei seiner 16. Teilnahme in Paris besiegte der 37 Jahre alte Augsburger den gleichaltrigen Spanier mit 7:6 (7:3), 6:2, 2:6, 6:4. Seine besten Resultate in Roland Garros waren 2009 und 2013 das Achtelfinale. Für den Augsburger ging bei seiner 16. Teilnahme in Paris eine lange Wartezeit vorbei - seit Februar 2020 hatte er kein Match mehr auf Tourlevel gewonnen. "Es war wirklich eine brutal lange Zeit", sagte Kohlschreiber: "So ein Sieg hilft natürlich jetzt unglaublich. Die letzten Wochen habe ich schon ein paar Chancen liegen gelassen." 

Ebenfalls erfolgreich gestartet ist Titelverteidiger Kevin Krawietz im Doppel - und das ohne seinen Partner Andreas Mies, der sich nach einer Knie-OP im Wiederaufbau befindet. Also schlägt der Coburger Krawietz an der Seite des Rumänen Horia Tecau auf. Gemeinsam schafften sie einen 6:3, 3:6, 7:6 (7:5)-Sieg gegen Gonzalo Escobar/Ariel Behar (Ecuador/Uruguay). "Es ist ein gemeinsames Ding, was wir die vergangenen zwei Jahre erlebt haben", sagte Krawietz zum Fehlen von Mies: "Natürlich fühlt es sich jetzt komisch an, mit einem anderen Partner hier aufzulaufen. Andi verfolgt die Matches am TV, und ich hoffe, dass er so schnell wie möglich wieder fit wird."

Nadal und Djokovic souverän

Topfavorit Rafael Nadal hat ebenfalls wie erwartet die zweite Runde erreicht. Der 13-malige Paris-Champion gewann am Dienstag gegen den Australier Alexei Popyrin mit 6:3, 6:2, 7:6 (7:3). Dabei hatte der 34 Jahre alte Spanier nur im dritten Satz ein paar Probleme und lag mit 2:5 zurück. Doch Nadal kämpfte sich wieder zurück und machte nach 2:23 Stunden das Weiterkommen perfekt.

Sein Hauptkonkurrent, der an Nummer eins gesetzte Serbe Novak Djokovic, startete am späten Dienstagabend beim 6:2, 6:4, 6:2 gegen den US-Amerikaner Tennys Sandgren mühelos in das Turnier. In der zweiten Runde wartet nun Pablo Cuevas aus Uruguay auf den Mitfavoriten. 

Barty hat etwas Mühe

Die Turnier-Mitfavoritin Ashleigh Barty hat bei ihrem Auftaktmatch in Paris härter kämpfen müssen als erwartet. Die Weltranglistenerste aus Australien rang die US-Amerikanerin Bernarda Pera am Dienstag in einem Match über 2:00 Stunden mit 6:3, 3:6, 6:2 nieder. Barty, die die French Open in Paris im vergangenen Jahr wegen der Coronakrise ausgelassen hatte, zählt mit Titelverteidigerin Iga Swiatek aus Polen und Aryna Sabalenka (Belarus) zum engeren Kreis der Anwärterinnen auf den Triumph beim Sandplatz-Klassiker.

Die Ukrainerin Elina Switolina haben viele Experten ebenfalls auf dem Zettel. Die 26-Jährige erfüllte bei ihrem 6:2, 7:5-Erstrundenerfolg gegen die Französin Oceane Babel die Erwartungen.

Trotz Niederlage: Gelungenes Comeback für Suarez Navarro

Carla Suarez Navarro ist zum Auftakt ihrer Comeback-Tour früh gescheitert. Bei ihrem ersten Spiel nach ihrer überstandenen Krebserkrankung verlor die 32-Jährige ihr Erstrundenmatch in Paris gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens, US-Open-Siegerin von 2017, 6:3, 6:7 (4:7), 4:6.

Im August 2020 war bei Suarez Navarro ein bösartiger Tumor im Lymphsystem festgestellt worden. Das sogenannte Hodgkin-Lymphom hatte eine sechsmonatige Chemotherapie und eine Tennispause unumgänglich gemacht. Ende April verkündete Suarez Navarro dann, dass sie den Krebs überwunden habe. Sie bestreitet nun, wie bereits vor ihrer Erkrankung geplant, die letzte Tennis-Saison ihrer Karriere.

Kvitova nach Sturz bei Pressetermin raus

Für die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova ist das Grand-Slam-Turnier hingegen aus kuriosem Grund vorzeitig vorbei. "Bei meinen Presseterminen nach dem Spiel am Sonntag bin ich gestürzt und habe mich am Knöchel verletzt. Nach einem MRT und einer Besprechung mit meinem Team habe ich leider die schwere Entscheidung getroffen, dass es unklug wäre, damit zu spielen", schrieb die Tschechin auf Twitter.

In der ersten Runde hatte sich die 31-Jährige gegen Greet Minnen aus Belgien durchgesetzt, anschließend passierte ihr Missgeschick. "Das ist unglaubliches Pech, aber ich werde stark bleiben und mein Bestes geben, um rechtzeitig für die Rasensaison fit zu werden", schrieb Kvitova.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell im Hörfunk am 01. Juni 2021 um 21:43 Uhr.