Sheraldo Becker von Union Berlin jubelt über seinen 1:0-Treffer gegen Malmö FF | Matthias Koch/imago

Europa League Union Berlin holt ersten Sieg

Stand: 06.10.2022 22:59 Uhr

Die Partie zwischen Malmö FF und Union Berlin stand nach Böllerwürfen kurz vor dem Abbruch. Sportlich durfte der Bundesligist am Ende jubeln und fuhr in Unterzahl die ersten Punkte im Wettbewerb ein.

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Sheraldo Becker erzielte am Donnerstagabend (06.10.2022) das Siegtor für Union in der 67. Minute. Andras Schäfer hatte in der 45. Minute die Rote Karte gesehen. Malmö bleibt durch das 0:1 (0:0) punktloses Schlusslicht der Gruppe, die Köpenicker haben mit nun drei Zählern nach drei Spielen weiter Chancen auf das Weiterkommen.

Ausgeglichene erste Hälfte - Platzverweis kurz vor der Pause

Bei den Unionern stand Trainer Urs Fischer nach einem negativen Coronatest wieder an der Seitenlinie und der Übungsleiter erlebte einen munteren Beginn, bei dem seine Mannschaft immer wieder versuchte, über schnelle Umschaltmomente gefährlich vor das Tor der Gastgeber zu kommen.

Die erste richtig gute Chancen gehörte allerdings den Schweden, nach einer Viertelstunde prüfte Joseph Ceesay Berlins Keeper Frederik Rönnow aus aussichtsreicher Position mit einem allerdings relativ zentralen Schuss. Bis zur ersten wirklich klaren Union-Chance dauerte es bis zur 36. Minute. Janik Haberer zielte mit seinem Volley-Versuch aber zu hoch. Kurz vor dem Seitenwechsel musste die Fischer-Elf aber einen herben Rückschlag hinnehmen. Andras Schäfer vertändelte an der Mittellinie als letzter Mann erst den Ball und zog den enteilenden Anders Christiansen dann am Trikot - Notbremse, Platzverweis. Mit dieser Hiobsbotschaft ging es in die Halbzeitpause.

25 Minuten Unterbrechung nach Böllerwürfen

Auch wenn Malmö mit viel Druck aus der Kabine kam: Die Köpenicker suchten trotz Unterzahl weiter auch ab und an ihr Glück nach vorn - vor allem mit langen Bällen. Beinahe hätte Jordan Siebatcheu nach einem solchen Ball aus einer Grätsche heraus die Führung erzielt, scheiterte aber an Ismael Diawara im Gehäuse der Schweden (49.).

Vermummte Fans von Union Berlin mit Bengalos während dem Europa-League-Spiel gegen Malmö FF | Bildbyran/imago

Vermummte Fans von Union Berlin Bild: Bildbyran/imago

Nach 56 Minuten wurde die Partie von Schiedsrichter Halil Umut Meier erst einmal unterbrochen, weil unter anderem aus dem Union-Block Feuerwerkskörper flogen, teilweise auf das Spielfeld, teilweise in andere Blöcke. Ein "Böller" explodierte direkt vor dem Auswärtsblock unmittelbar neben einem Ordner. 25 Minuten später kam dann nach langem Warten über die Stadionlautsprecher die Ansage, dass die Partie fortgesetzt wird - mit der Androhung, dass ein weiterer Böllerwurf zum sofortigen Abbruch führen würde.

"Meine Gefühlslage ist zwiegespalten", sagte Präsident Dirk Zingerle nach dem Spiel bei RTL+: "Es ist nicht zu akzeptieren. Nichts und niemand hat etwas auf dem Rasen zu suchen. Das ärgert mich total, ich bin stinksauer."

Beckers Sprint zum Siegtor

Kurz nach Wiederanpfiff der Begegnung musste Rönnow all sein Können zeigen, um den Rückstand zu verhindern: Martin Olsson tauchte frei vor dem Union-Keeper auf, der verkürzte den Winkel aber geschickt. In der 67. Minute enteilte Becker dann der Malmö-Defensive, sprintete halbrechts in Richtung Tor und traf schließlich mit einem wuchtigen Flachschuss ins linke untere Eck zur Führung - es war das erste Union-Tor im Wettbewerb. Beide Kontrahenten hatten in der Schlussphase dann noch passable Gelegenheiten - die ganz große war aber nicht mehr dabei. Die Gäste retteten den Sieg über die Zeit.

Quelle: sportschau.de