Spielszene Dortmund gegen Kiel | AFP

Halbfinale im DFB-Pokal Dortmund lässt Kiel keine Chance

Stand: 01.05.2021 22:55 Uhr

Der Traum vom Pokalendspiel war für Zweitligist Holstein Kiel blitzschnell ausgeträumt. Brutal effektive Dortmunder hatten das Halbfinale schon nach einer halben Stunde klar entschieden und treffen jetzt in Berlin auf RB Leipzig. Eine schwere Verletzung von Mateu Morey überschattet den Erfolg des BVB.

Die Dortmunder jubeln | AFP/Ina Fassbender

Die Dortmunder jubeln Bild: AFP/Ina Fassbender

Von Christian Hornung und Jo Herold

Mit der besten Abwehr der Zweiten Liga waren die Kieler in das Spiel gegangen - doch die nahmen die Borussen vor allem in der ersten halben Stunde komplett auseinander. Dass im Kader des BVB überraschend Erling Haaland wegen einer Muskelverletzung fehlte, erwies sich für die Holsteiner nicht als Vorteil: Ohne ihren Fixpunkt im Angriff spulten die Gastgeber traumhafte Kombinationen ab, deren Tempo Kiel überhaupt nicht folgen konnte - das 5:0 (5:0) war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

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"Wir waren vor dem Tor sehr konsequent. Fast jeder Schuss war ein Treffer. Wir sind sehr froh, dass wir ins Finale eingezogen sind", sagte Reus in der ARD. "Wir haben tollen Fußball gezeigt", sagte Dortmunds Trainer Edin Terzic.

Sein Kieler Kollege Ole Werner fasste zusammen: "Niemand hat uns zugetraut, dass wir heute hier stehen. In der ersten Halbzeit hat uns zu viel gefehlt. Uns wurden ganz klar die Grenzen aufgezeigt. Wir können es einordnen und werden keine bleibenden Schäden mit in die nächsten Spiele nehmen, auch wenn wir alle sehr enttäuscht sind."

Die Kieler hatten die Partie von der Aufstellung und der Einstellung her betrachtet ausgesprochen mutig begonnen. Doch dass ihnen nach ihren Quarantäne-Phasen im Ligabetrieb (ihnen fehlen gegenüber den Aufstiegskonkurrenten noch drei Partien) Rhythmus und Balance fehlten, war sehr schnell zu sehen.

Vier Chancen, vier Tore

Eine Viertelstunde lang spielten die Gäste fröhlich mit, suchten nach Ballgewinnen zügig den Weg nach vorne und man merkte, dass sie ihre "historische Chance" (Coach Ole Werner) unbedingt nutzen wollten. Doch dann folgte für die Störche eine Horror-Viertelstunde, in der der BVB vier Chancen herauskombinierte - und alle vier nutzte.

Giovanni Reyna eröffnete die Dortmunder Abschluss-Show mit einem fulminanten Antritt in den Strafraum, Kiels Top-Techniker Jaesong Lee kam einen Schritt zu spät, und der Ball schlug präzise neben dem rechten Pfosten zum 1:0 (16.) ein.

Doppelter Hacken-Zauber

Mit wieviel Vertrauen in ihre eigene Stärke die Gastgeber nun agierten, zeigte das 2:0 sieben Minuten später. Marco Reus nahm den Steilpass von Thorgan Hazard gut mit, passte mit der Hacke an den Fünfmeterraum, wo Raphael Gurreiro ebenfalls mit der Hacke verlängerte - Reyna brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben.

Fast genau so schön war das 3:0 in der 26. Minute. Emre Can chippte die Kugel genial über die Kieler Abwehr hinweg in den Lauf von Reus, der den Pass perfekt verarbeitete und in einer Bewegung am bemitleidenswerten Holstein-Keeper Thomas Dähne vorbeischob.

Reese trifft den Innenpfosten

Dass es nicht mehr der Abend der Kieler werden sollte, zeigten auch die nächsten Minuten. Erst traf Fabian Reese mit einem Klasseschuss aus 14 Metern nur den rechten Innenpfosten - Reese als langjähriger Schalker Junge hätte gegen Dortmund natürlich besonders gerne ein Tore erzielt. Dann musste Angreifer Janni-Luca Serra nach einer halben Stunde verletzt ausgewechselt werden.

Die Treffer fielen weiter nur auf der Gegenseite. Nach einem Kieler Ballverlust im Spielaufbau stürmte Hazard locker seinem Bewacher Hauke Wahl davon und schloss mühelos zum 4:0 ab (32.). Noch vor dem Wechsel legte Jude Bellingham mit einem abgefälschten Kracher aus 18 Metern auch noch das 5:0 nach.

Terzic schont seine Stars

Dass Dortmund es im zweiten Durchgang etwas schonender gestalten würde, war angesichts des Programms in den kommenden Wochen verständlich. Trotzdem gab es weiterhin Chancen. In der 52. Minute durfte Dähne im Kieler Tor sogar einmal das Gefühl genießen, einen gefährlichen Ball zu entschärfen - Mats Hummels war frei vor ihm zum Kopfball gekommen.

Nach einer Stunde nutzte BVB-Trainer Edin Terzic den klaren Spielstand, um einige seiner Stars zu schonen. Für Can, Reus und Lukasz Piszczek war die Partie vorzeitig zu Ende, dafür bekamen Reinier, Thomas Delaney und Mateu Morey Spielpraxis.

Schockmoment bei Morey

Für Morey war die Partie aber zehn Minuten später schon wieder beendet. Beim Kampf um den Ball im Mittelfeld verletzte sich der Rechtsverteidiger offenbar schwer, sein Knie bog sich nach hinten um, der Spanier schrie vor Schmerzen, und die Kollegen sowie Terzic schlugen sich die Hände vors Gesicht. "Wir freuen uns schon, dass wir nach Berlin fahren. Aber es hält sich in Grenzen. Mateus Verletzung tut uns weh. Wir werden ihn unterstützen", sagte Nationalspieler Emre Can in der ARD.

Danach brachten beide Teams die Partie professionell zu Ende und dachten vermutlich schon an die nächsten Ziele: Kiel hat noch beste Chancen im Kampf um den Aufstieg, der BVB will sich über die Liga noch unbedingt für Champions League qualifizieren und hat nun am 13. Mai das Pokalfinale gegen Leipzig vor der Brust.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete das Erste am 01. Mai 2021 um 20:15 Uhr.