Timo Werner (Mitte) jubelt nach seinem Tor. | EPA

Sieg in Nordmazedonien Deutschland fährt zur WM nach Katar

Stand: 11.10.2021 22:30 Uhr

WM-Qualifikation gesichert, Startrekord eingestellt, Revanche genommen - für die deutsche Nationalmannschaft war der Abend in Nordmazedonien ein erfolgreicher. Das lag auch an Timo Werner.

Sportschau

Am achten Spieltag der WM-Qualifikation siegte die DFB-Elf vor 18.200 Zuschauern in Skopje mit 4:0 und löste damit als erstes Team überhaupt vorzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Armenien hatte am Abend im Parallelspiel in Rumänien eine 0:1-Pleite einstecken müssen und kann Deutschland nun nicht mehr von Platz 1 der Gruppe J verdrängen.

Bundestrainer Hansi Flick stellte durch den Erfolg den Startrekord seines Vorgängers Joachim Löw von fünf Siegen in Serie ein. Das Team revanchierte sich zudem für die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel. Kai Havertz vom FC Chelsea (50. Minute), sein Stürmerkollege Timo Werner (70./73.) und Jamal Musiala (83.) machten die Treffer für das überlegene deutsche Team. "Vom Ergebnis war es perfekt. Wir wollten uns so schnell wie möglich qualifizieren. Von der Einstellung muss man der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir waren nach dem ersten Tor sehr konsequent. Daher können wir zufrieden sein", sagte Flick.

Auf fünf Positionen verändert

Flick hatte das Team im Vergleich zum 2:1 gegen Rumänien auf insgesamt fünf Positionen verändert. Kapitän Manuel Neuer kehrte nach einer Verletzungspause ins Tor zurück. Als Außenverteidiger liefen Lukas Klostermann rechts und der Hoffenheimer David Raum links auf. Thilo Kehrer wechselte in das Abwehrzentrum, wo Antonio Rüdiger mit Rückenproblemen ausfiel. In der Offensive spielten Thomas Müller und Havertz für Leroy Sané und Marco Reus.

Von Beginn an überlegen

Die deutsche Mannschaft übernahm von Beginn an das Kommando. Schon in der 2. Minute war Torwart Stole Dimitrievski  zum ersten Mal gefordert und parierte nach einer Flanke von Havertz einen Kopfball von Joshua Kimmich. In der 13. Minute setzte Müller eine Flanke per Kopf neben das Tor. Erneut hatte Havertz die Vorlage gegeben. Vier Minuten später lenkte Dimitrievski  einen abgefälschten Schuss von Serge Gnabry so gerade noch über die Latte. Der Mann vom FC Bayern München und Werner vergaben vor der Pause weitere gute Möglichkeiten für das deutsche Team.

Vor allem Gnabry agierte dabei ein ums andere Mal unkonzentriert, Werner ließ die Durchschlagskraft vermissen. In der Nachspielzeit traf der Stürmer des FC Chelsea aus sechs Metern nach schöner Einzelaktion nur den Pfosten.  

Die von Blagoja Milevksi trainierten Nordmazedonier versuchten mit schnellem Umschaltspiel nach Balleroberung nach vorne zu kommen, agierten dabei aber meist zu hastig. Die einzige gute Chance hatte Eljif Elmas in der 26. Minute, scheiterte mit einem Flachschuss aber an Neuer.

Deutschland in Halbzeit zwei treffsicher

Kurz nach der Pause dann die Führung für Deutschland. Gnabry passte im Mittelfeld den Ball steil auf Müller, der ihn quer zum mitlaufenden Havertz weiterspielte – und der Chelsea-Stürmer traf in der 50. Minute zum verdienten 1:0. Kurz danach fast der zweite deutsche Treffer. Gnabry brachte den Ball von der rechten Seite flach herein und Darko Velkovski hätte seinen Schlussmann Dimitrievski fast per Eigentor überwunden. "In der zweiten Halbzeit hat der letzte Pass gestimmt. In der ersten Halbzeit haben wir uns ein bisschen schwer getan", erklärte Havertz.

Nach einer Stunde verflachte das Spiel. Auf beiden Seiten schlichen sich individuelle Fehler ein, die Fehlpässe auf dem vom stundenlangen Regen aufgeweichten Rasen häuften sich – auch bei den Deutschen. Die hatten das Glück, dass die Nordmazedonier diese schlechte Phase der DFB-Elf nicht in ein Tor ummünzen konnten.

Werner schlägt nach Schwächephase zu

Stattdessen schlugen die Deutschen zu. Als das Spiel so vor sich hinplätscherte, traf Werner in der 70. Minute zum 2:0. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Timo Kehrer im Mittelfeld legte Müller den Ball schön auf Werner ab und der traf diesmal entschlossen ins Tor. Der Widerstand der Nordmazedonier war gebrochen. Nur drei Minuten später machte Werner den Deckel drauf. Vom linken Strafraumeck aus zirkelte er den Ball gekonnt an Torwart Dimitrievski vorbei ins Tor. "Wenn wir den Gegner 90 Minuten so bespielen, dann ist es eine Frage der Zeit, bis wir treffen. Wenn der Trainer auf einen setzt, dann hilft das jedem Spieler. Ich brauche dieses Vertrauen von außen, das gibt er mir zu hundert Prozent. Das versuche ich zurückzuzahlen", erklärte Werner.

Das vierte Tor war dann eine Co-Produktion zweier zuvor eingewechslter Youngster. Karim Adeyemi hatte das Auge für den durchstartenden Musiala und schickte den Münchner per Steilpass auf die Reise. Der Stürmer des FC Bayern schob den Ball mit einem platzierten Schuss in die rechte Ecke und durfte sein erstes Länderspieltor feiern.

Die beiden letzten Qualifikations-Spiele gegen Liechtenstein und in Armenien darf Flick damit bereits zum Testen für die WM nutzen.

Quelle: sportschau.de