2019 gewann Brasilien die Copa América im eigenen Land. | Victor R. Caivano/AP/dpa

Fußballturnier in Südamerika Copa América findet in Brasilien statt

Stand: 01.06.2021 08:30 Uhr

Der südamerikanische Fußballverband will die Copa América nach Brasilien verlegen. Dort sind viele alles andere als glücklich mit der Entscheidung.

Sportschau

"Die Copa América 2021 wird in Brasilien gespielt", teilte der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL am Montag (31.05.2021) nach einer Krisensitzung mit: "Die Termine für Auftakt und Finale der Turniers sind bestätigt. Die Spielstätten und Spielpaarungen werden in den kommenden Stunden mitgeteilt."

Die Copa América soll in zwei Wochen vom 13. Juni bis 10. Juli ausgetragen werden, parallel zu den Europameisterschaften. Kolumbien und Argentinien waren als Ausrichter abgesprungen. Das Turnier in Südamerika wird seit 1916 ausgetragen und ist nach den Olympischen Spielen das zweitälteste Fußballturnier für Nationalmannschaften.

"Noch nichts abgesegnet"

Brasiliens Kanzleramts-Minister Luiz Eduardo Ramos stellte allerdings klar: "Es ist noch nichts abgesegnet. Wir sind mitten im Prozess." Mehr gab es offiziell von Regierung oder dem nationalen Verband CBF nicht zu hören. Laut des 64 Jahre alten Armee-Generals ist die endgültige Zusage vor allem an zwei Auflagen geknüpft: keine Zuschauer in den Stadien und alle Teams geimpft. Marcelo Reis Magalhaes, Nationalsekretär für Sport, informierte zudem: "Die Regierung wird die Einreise der Teams ermöglichen." Alles andere sei Sache der CBF.

Wenig Freude an den geplanten Spielorten

Angesichts der weiter heftig grassierenden Pandemie gibt es auch Schwierigkeiten bei der Wahl der Spielorte. Das Bundesland Pernambuco mit seiner WM-Arena in Recife hat abgewunken, Rio Grande do Sul sperrt sich ebenfalls gegen Spiele in den beiden großen Stadien von Porto Alegre. Andere äußerten sich zunächst ausweichend, zumal der Ligabetrieb in den Stadien weiterläuft.

Pandemie grassiert weiter stark

Brasilien startete die Woche mit schon insgesamt knapp 463.000 am Coronavirus verstorbenen Bürgern. Allein die Toten der vergangenen drei Monate machen dabei fast 45 Prozent der Gesamtzahl aus, die der zwei jüngsten Wochen hat sich auf rund 1.800 täglich eingependelt. Im ganzen Land bereiten sich die Krankenhäuser nun auf die indische Virus-Variante sowie die dritte Welle vor.

Auch Argentinien in der Corona-Welle

Zuvor war Argentinien als noch verbliebener Gastgeber der Copa América ausgefallen. Das Land leidet derzeit besonders unter der zweiten Corona-Welle. Am Donnerstag registrierte Argentinien mit 41.080 eine Höchstzahl an Corona-Neuinfizierten - trotz des harten Lockdowns. Innenminister Eduardo de Pedro schrieb nach einem Gespräch mit Präsident Alberto Fernández auf Twitter, dass es "sehr schwierig ist, dass die Copa América gespielt wird".

Vor rund zwei Wochen hatte bereits Kolumbien bei der CONMEBOL um eine Verschiebung des Turniers gebeten. Seit Ende April kommt es in verschiedenen Städten Kolumbiens immer wieder zu Protesten und Ausschreitungen. Bislang kamen nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle im Zusammenhang mit den Protesten mindestens 44 Menschen ums Leben, viele durch Polizeigewalt.

Weitere Länder im Gespräch

Zuletzt hatten auch die USA und Chile Interesse an der Ausrichtung des Turniers geäußert. Zudem waren Paraguay und Uruguay als Spielstätten im Gespräch.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2021 um 17:30 Uhr.