Fans im BVB Stadion halten jeweils einen Fan-Schal hoch

Zuschauer bei Bundesligastart Zwischen Geisterspiel und 10.000 Fans

Stand: 16.09.2020 19:52 Uhr

Nachdem erst ein Geisterspiel drohte, darf der FC Bayern München die Saison nun vor Fans eröffnen. Die Zuschauerzahl in Dortmund wird wohl fünfstellig sein - dort dürfen sich aber nur NRW-Bürger auf Tickets bewerben. In Stuttgart ist die Situation noch unklar. Ein Überblick.

FC Bayern München - FC Schalke 04: 7.500 Fans zum Eröffnungsspiel

Trotz der erhöhten Corona-Infektionszahlen in München wird das Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga vor Zuschauern ausgetragen. Der deutsche Rekordmeister Bayern München stimmte vor dem Duell mit Schalke 04 am Freitag (20.30 Uhr) einem Kompromiss zu, demnach dürfen 7.500 Fans die Partie in der Münchener Arena verfolgen. Dies entspricht einer Auslastung der Stadionkapazität von zehn Prozent.

Eine entsprechende Einigung erzielten am Mittwoch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gemeinsam mit dem deutschen Meister, der unter anderem durch seinen Präsidenten Herbert Hainer vertreten wurde.

Die Bundesländer hatten sich am Dienstag darauf geeinigt, dass die Stadionkapazitäten wieder bis zu 20 Prozent ausgeschöpft werden dürfen - allerdings nur, wenn das Infektionsgeschehen vor Ort es zulässt. Der Durchschnitt der Covid-19-Fälle der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner darf 35 nicht überschreiten. In München liegt der Wert laut Angaben des Robert Koch-Instituts bei 34, das bayerische Landesamt für Gesundheit gibt mit 45,54 jedoch einen deutlich höheren Inzidenzwert an.

Eintracht Frankfurt - Arminia Bielefeld: Wohl 6.500 Fans

Eintracht Frankfurt hatte schon am vergangenen Freitag vom Gesundheitsamt die Genehmigung für 6.500 Fans erhalten. Ob die Frankfurter ihr Hygienekonzept jetzt nochmal anpassen und die Kapazität auf die theoretisch möglichen etwa 10.000 erhöhen, steht noch nicht ganz sicher fest. Die 6.500 Tickets werden jedenfalls unter den 31.000 Dauerkarteninhaber*innen verlost. Die werden und wurden über Einzelheiten des Verfahrens informiert - es gibt ein empfohlenes Anreise-Zeitfenster und einen Mindestabstand zwischen jedem vergebenen Sitzplatz. Auch Familien müssten im Stadion dann die entsprechenden Einzelplätze einnehmen.

Union Berlin-Fans beim Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg im Stadion An der Alten Försterei | Bildquelle: REUTERS
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Union Berlin-Fans beim Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg im Stadion An der Alten Försterei

1. FC Union Berlin - FC Augsburg: 5.000 Dauerkarteninhaber*innen mit Losglück

Bei Union Berlin waren bereits vor dem Beschluss von Dienstag 5.000 Fans für das erste Heimspiel zugelassen. Auch hier werden die Tickets unter den Dauerkarteninhaber*innen, die sich an der Verlosung beteiligen, verlost. Sollte es Restkontingente geben, werden die spätestens am Freitag zur Verfügung gestellt, der Verein will dann gegebenenfalls nochmal über die Möglichkeiten informieren, diese Tickets zu bekommen.

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim: 9.200 Fans - erst die ohne Erstattung

Etwas mehr als 6.500 Dauerkarteninhaber*innen, die auf eine Erstattung verzichtet haben, hat der 1. FC Köln. Die bekommen bei der Vergabe der 9.200 zugelassenen Plätze für das erste Heimspiel auch den Vorzug. Erst danach sind die Fans dran, die eine Erstattung in Anspruch genommen haben. Hier soll ein Rotationsprinzip etabliert werden, um verschiedenen Fans die Chance auf Karten zu geben. Generell soll ein Losverfahren durchgeführt werden, aufgrund der Kurzfristigkeit wird für das Hoffenheim-Spiel aber eine Ausnahme gemacht: Ab Donnerstagnachmittag wird eine Online-Ticketvergabe geschaltet.

Werder Bremen - Hertha BSC: Alle Tickets sind weg

8.500 Zuschauer - also genau die im Nachhinein erlaubten 20 Prozent - hatte Werder Bremen ohnehin bereits für das erste Heimspiel vorgesehen. Weil 5.000 Dauerkarteninhaber*innen Anfragen stellten, sind die Kontingente bereits ausgeschöpft. Sie werden elektronisch unter den "Bewerber*innen" verlost.

Das Stadion des VfB Stuttgart
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Das Stadion des VfB Stuttgart

VfB Stuttgart - SC Freiburg: Wohl noch ohne Fans

Beim VfB Stuttgart wären theoretisch etwa 12.000 Zuschauer für das erste Heimspiel möglich. Es gibt aber Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die kurzfristige Umorganisation ein Fallstrick sein könnte. Wahrscheinlich dürfte daher erst das zweite Heimspiel der Schwaben gegen Leverkusen mit dieser Regelung durchgeführt werden. Der Verein hat sich hierzu noch nicht geäußert.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach: 10.000 Zuschauer*innen dabei - nur aus NRW

16.000 wären theoretisch möglich, aufgrund des Hygienekonzepts, das auf 10.000 ausgelegt ist, belässt es der BVB für das Topspiel des ersten Spieltages bei dieser geplanten Anzahl. Die Dauerkarten-Inhaber*innen sind vom Verein bereits informiert worden und können sich nun auf Tickets bewerben. Bei einer zu hohen Nachfrage entscheidet das Los. Besonders: Um die Nachverfolgung im Falle einer möglichen Infektion im Stadion gewährleisten zu können, werden die Karten nur an Fans vergeben, die ihren Wohnsitz in Dortmund oder NRW haben. Das gelte aber erst einmal nur für das erste Heimspiel. Man sei im Gespräch mit den Behörden, um auch anderen Fans Zugang gewährleisten zu können.

RB Leipzig - 1. FSV Mainz 05: 8.500 Tickets verlost

Dass RB Leipzig vor 8.500 Fans zum Auftakt spielen würde, war schon länger beschlossen. Die Tickets werden beziehungsweise wurden unter Dauerkarteinhaber*innen, die sich aktiv auf Tickets beworben hatten, verlost.

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen: Erstmal nur 500

Der VfL hatte gehofft, bereits am Sonntag 20 Prozent der Stadionkapazität und damit 6.000 Plätze für Zuschauer nutzen zu können. Damit dies möglich ist, muss allerdings zunächst die Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung angepasst werden. Das soll erst in der kommenden Woche geschehen.

"Wir hatten gehofft, dass wir schon am Sonntag vor deutlich mehr Zuschauern spielen können und hatten diesbezüglich auch von den örtlichen Behörden bereits grünes Licht erhalten. Immer aber unter dem Vorbehalt, dass das Land Niedersachsen die finale Zustimmung noch erteilen muss", sagte VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. "Dass das jetzt bis zum kommenden Wochenende nicht umsetzbar ist, ist für unsere Fans natürlich sehr schade. Aber wir freuen uns, dass wir schon bei unserem zweiten Heimspiel mehr Anhängern die Möglichkeit geben können, das Spiel live im Stadion zu verfolgen." Das zweite Ligaheimspiel des VfL findet am 4. Oktober gegen den FC Augsburg statt.

Das Bundesliga-Wochenende im Überblick
PartieVoraussichtliche Zuschauer
Bayern - Schalke7.500
Frankfurt - BielefeldWohl 6.500
Union - Augsburg5.000
Köln - Hoffenheim9.200
Bremen - Hertha8.500
Stuttgart - FreiburgWomöglich keine
Dortmund - Gladbach10.000
Leipzig - Mainz8.500
Wolfsburg - Leverkusen500

Andere Vereine teilweise noch in der Klärung

Die Vereine, die mit einem Auswärtsspiel in die Saison starten, haben etwas mehr Zeit, sich zu organisieren. Demnach haben noch nicht alle öffentlich auf die neuen Vorgaben und Möglichkeiten reagiert. Bayer Leverkusen hat beispielsweise aber schon verkündet, dass mit 6.000 Fans geplant wird. Die Tickets sollen zunächst unter den Dauerkarteninhaber*innen verlost werden, "die sich für die Spielzeit 2020/21 für die Variante "Lostopf" entschieden haben", heißt es auf der Vereinshomepage. Schalke 04 befindet sich noch in der Organisation und will zeitnah ein Konzept vorlegen. Genau wie Arminia Bielefeld und andere Ligamitglieder wie der SC Freiburg, der sich noch mit den lokalen Gesundheitsbehörden abstimmen will.

Quelle: sportschau.de

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