Berlins Elfmeter-Torschütze Max Kruse (2.v.l.) jubelt mit Florian Hübner (l) und Taiwo Awoniyi über das Tor zum 0:1. | dpa

Fußball-Bundesliga Union Berlin besiegt Hoffenheim mit 3:1

Stand: 02.11.2020 22:51 Uhr

Angeführt von Max Kruse, der ein Tor selbst erzielte und zwei vorbereitete, feierte Union Berlin zum Abschluss des 6. Spieltags der Fußball-Bundesliga einen Sieg bei der TSG Hoffenheim. Die Gastgeber stecken zumindest in einer kleinen Krise.

Von Niklas Schenk

Hoffenheim verlor am Montagabend (02.11.2020) mit 1:3 (0:2) gegen Union. Max Kruse (60. Minute) brachte die Berliner per Foulelfmeter in Führung, Munas Dabbur (80.) glich zwischenzeitlich aus. Das Endergebnis stellten Joel Pohjanpalo (85.) und Cedric Teuchert (90.+4) her.

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Ohne Andrej Kramaric und einige weitere coronabedingte Ausfälle startete Hoffenheim am in das Duell, bei den Gästen fehlte Kapitän Christopher Trimmel mit muskulären Problemen. Die erste gute Gelegenheit hatten nach fünf Minuten die Gäste: Eine scharfe Flanke von links verpasste der neu in die Startelf gerutschte Julian Ryerson nur knapp.

Union mit dem besseren Start, Awoniyi drüber

Taktisch hatten beide Trainer ihre Teams mit einer Dreierkette aufs Feld geschickt. Die Gäste hatten dadurch anfangs Vorteile, standen hinten im Zentrum dicht und konzentrieren sich auf Konter wie den durch Taiwo Awoniyi, der aber knapp über das Tor schoss (10.).

Bei den Gastgebern setzte Trainer Sebastian Hoeneß auf ein kreatives Mittelfeld. Da nur drei klassische Abwehrspieler auf dem Platz standen, war eine Reihe davor Platz für fünf Mittelfeldspieler. Diesen Vorteil spielten Florian Grillitsch, Dennis Geiger und Co. nur gelegentlich aus. Nach 14 Minuten wurde Dabbur vielversprechend freigespielt, sein Schuss jedoch auf der Linie von Robin Knoche geklärt.

Posch muss verletzt runter, Hoffenheim stellt um

Insgesamt hatten die Berliner in der ersten Halbzeit ein leichtes Chancenplus, die Hoffenheimer Dreierkette ließ viele Möglichkeiten zu. Vor allem bei Tempo-Gegenstößen zeigten sich bei den Hausherren viele Löcher. Jedoch mussten die Gastgeber nach 34 Minuten auch schon erstmals in der Defensive wechseln, Robert Skov kam für den angeschlagenen Stefan Posch.

Fortan agierten die Hausherren mit einer Viererkette. Trotzdem blieben die Berliner weiterhin gefährlicher: Sebastian Griesbeck brachte einen Kopfball nach 40 Minuten mit Tempo aufs Tor, aber Oliver Baumann parierte im Hoffenheimer Tor mit dem Fuß glänzend. Es blieb beim Unentschieden zur Pause, zumal Andreas Luthe im Berliner Tor in der Nachspielzeit auch noch einen Dabbur-Kopfball entschärfte.

Skov schubst und sieht Rot, Kruse trifft

Der zweite Durchgang startete wesentlich verhaltener. Dann aber Aufregung in der 58. Minute: Wieder konterte Union Berlin und Griesbeck war frei durch. Skov brachte ihn mit einem Schubser zu Fall, ein klarer Elfmeter. Schiedsrichter Robert Hartmann zeigte Skov zudem Rot - obwohl Hoffenheims Ryan Sessegnon im Strafraum mitgelaufen war. Allerdings hatte Skov Griesbeck eindeutig geschubst, als dieser schon zum Schuss angesetzt hatte und nicht versucht, den Ball zu spielen - wohl auch deshalb griff der Video-Schiedsrichter nicht ein. Kruse verwandelte den fälligen Elfmeter von der Aufregung unbeeindruckt zum 1:0 für die Gäste (60.).

Die Hoffenheimer wechselten, brachten mit Christoph Baumgartner und Sargis Adamyan zwei neue Offensivkräfte. Doch im letzten Spieldrittel trafen die Hausherren oft die falschen Entscheidungen. Wieder einmal wurde deutlich, wie unverzichtbar der seit Wochen fehlende Kramaric für die TSG ist.

Dabbur mit dem Ausgleich, doch dann kommt Pohjanpalo

So kamen die Gastgeber lange zu keiner nennenswerten Gelegenheit - es musste schon eine Einzelaktion her. Und für die sorgte der bis dahin glücklose Dabbur in der 80. Minute. Im Strafraum spielte der Angreifer zwei Gegenspieler auf engstem Raum aus und knallte die Kugel über Andreas Luthe im Berliner Gehäuse zum Ausgleich ins Tor.

In der Schlussphase investierten die Gäste dann wieder mehr, brachten mit Pohjanpalo noch einen weiteren Stürmer - und der sorgte mit viel Glück doch noch für den Berliner Sieg. Kruse spielte einen starken Ball auf den zweiten Pfosten, Pohjanpalo rutschte in der Mitte in den Ball und schoss Hoffenheims Torhüter Baumann an, der die Kugel unglücklich ins Eck lenkte - das 1:2 (85.).

Grillitsch wettert nach dem Spiel gegen den Schiedsrichter

Kurz darauf hätte Pohjanpalo frei vor Baumann endgültig den Sack zumachen können, traf aber nur den Pfosten (88.). Besser machte es der eingewechselte Cedric Teuchert, der - wieder nach Vorarbeit von Kruse - in der Nachspielzeit den 3:1-Sieg perfekt machte.

Nach dem Spiel sorgte eine Aussage von Hoffenheims Florian Grillitsch für Aufsehen. "Ich glaube, der Einzige, der kein Bundesliga-Niveau hatte, war der Schiedsrichter. Das war bodenlos für mich", sagte der Mittelfeldspieler und regte sich vor allem über die Rote Karte beim Elfmeter auf. Eine Aussage, die viele angesichts der vorherigen Spielführung von Schiedsrichter Robert Hartmann kaum nachvollziehen konnten, zumal die Rote Karte beim Elfmeter hart, aber regelkonform war.

Union Berlin klettert in der Tabelle dadurch auf Platz sieben. Hoffenheim, das am 2. Spieltag noch Meister Bayern München mit 4:1 bezwungen hatte, wartet nun seit vier Ligaspielen auf einen Sieg und steckt plötzlich in einer kleinen Krise.

Am Sonntag (08.11.2020) spielt die TSG in Wolfsburg, Union Berlin empfängt tags zuvor Aufsteiger Bielefeld.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. November 2020 um 22:30 Uhr in den Nachrichten.