RB Leiptzig gegen Mönchengladbach | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Fußball-Bundesliga Leipzig rettet Remis in wildem Topspiel gegen Gladbach

Stand: 01.02.2020 20:21 Uhr

In Unterzahl musste sich Borussia Mönchengladbach im Topspiel der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig am Samstag (01.02.2020) nach einer 2:0-Führung am Ende noch mit einem 2:2 (2:0) begnügen.

Gladbachs Stürmer Alassane Pléa traf erst sehenswert zum 1:0 (24. Minute) und sah später innerhalb weniger Sekunden Gelb-Rot (61.). Das zweite Gladbacher Tor erzielte Jonas Hofmann (35.). Für Leipzig trafen Patrik Schick (50.) und spät noch Christopher Nkunku (90.) zum Ausgleich.

Damit rettete Leipzig zwar noch einen Punkt, musste aber die Tabellenführung an Bayern München abgeben. Vor dem Spitzenspiel am kommenden Spieltag in München beträgt der Rückstand einen Zähler. "Dass wir nicht gewonnen haben, schmerzt mehr als der Verlust der Tabellenführung. Bis zum 0:1 war es ein Spiel auf Augenhöhe. Das zweite Tor war für das Selbstvertrauen nicht zuträglich. Die Gelb-Rote Karte hätte ich nicht zwingend gegeben. Am Ende geht die Punkteteilung auch aufgrund der Gelb-Roten Karte in Ordnung", sagte Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann in seiner Analyse.

Borussia-Coach Marco Rose war trotz der vergebenen Führung mit dem Auftritt seines Teams zufrieden: "Es war eine sehr, sehr gute erste Halbzeit meiner Jungs. Die Führung war verdient. In der zweiten Halbzeit waren wir sehr kampfstark." Torwart Yann Sommer trauerte der vergebenen Führung etwas hinterher. "Nach so einer ersten Hälfte willst du eigentlich drei Punkte holen", sagte Sommer gegenüber dem ARD-Hörfunk, "aber das frühe Gegentor und die Rote Karte haben uns dann ein bisschen das Genick gebrochen." Gladbach rangiert jetzt punktgleich mit dem Tabellendritten Borussia Dortmund auf Rang vier.

Gladbach zwingt RB sein Spiel auf, Kramer muss runter

Nach einer Anfangsviertelstunde, in der beide Teams zunächst gleichermaßen ihre Ordnung konzentriert hielten und das schnelle Spiel in die Spitze suchten, riss im weiteren Verlauf der ersten Hälfte Borussia Mönchengladbach das Spielgeschehen an sich. Leipzig offenbarte spielerische Mängel im letzten Drittel, Gladbach machte dicht - und konterte lehrbuchmäßig: In der 24. Spielminute brachte Stürmer Pléa nach einer Umschaltsituation die Borussia verdientermaßen mit 1:0 in Front. Oscar Wendt lieferte die Vorlage.

Nach einer knappen halben Stunde musste Gladbachs Trainer Marco Rose dann Christoph Kramer verletzungsbedingt austauschen - der Weltmeister hatte ihm Fallen das Knie von Timo Werner an den Hinterkopf bekommen. Für ihn kam Tobias Strobl (29.).

Nur sechs Minuten nach der Verletzungsunterbrechung legten die "Fohlen" dann nach: Hofmann war der Nutznießer eines Fehlpasses von Leipzigs Lukas Klostermann im eigenen Strafraum, den Strobl umgehend weiterleitete. Hofmann umkurvte noch Dayot Upamecano und setzte die Kugel zum 2:0 (35.) ins Netz. Das aggressive und laufintensive Gladbacher Pressing stellte die Gastgeber vor Probleme und zwang die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann immer wieder zu Ballverlusten.

Erst Slapstick-Gegentor, dann Slapstick-Platzverweis

Zur zweiten Hälfte stellte Nagelsmann die Zeichen auf Angriff. Yussuf Poulsen kam für Emil Forsberg, Patrik Schick ersetzte zudem Verteidiger Nordi Mukiele (46.). In der Folge brachte dann Mönchengladbach selbst Leipzig wieder ins Spiel. Erst rutschte Gladbachs Torwart Sommer in der Luft der bereits sicher gefangene Ball aus der Hand, weil er am Teamkollegen Denis Zakaria hängen blieb - Schick traf ins leere Tor zum 1:2-Anschlusstreffer (50.) für RB.

Wenig später holte sich Pléa innerhalb von wenigen Sekunden aufgrund von Meckerns in Slapstick-Manier erst Gelb und dann direkt Gelb-Rot ab. "Der Spieler hat erst gestenreich protestiert und danach weiter gestenreich keinen Respekt gezeigt", erklärte Schiedsrichter Tobias Stieler den Platzverweis. Auf diese Vorgehensweite hatte der DFB die Vereine in der Winterpause auch hingewiesen. "Dabei geht es auch um Respekt und das Image des Fußballs. Deshalb haben wir uns auf diese Linie verständigt", so Stieler, dr später auch Gladbach-Trainer Rose wegen Protestierens mit einer Verwarnung bedachte (76.).

Dani Olmo feiert Debüt für Leipzig

Leipzigs Winter-Neuzugang Dani Olmo, für 20 Millionen Euro von Dinamo Zagreb losgeeist, kam in der 69. Minute für Tyler Adams und übernahm die rechte Seite. Seinen Distanzschuss gut zwanzig Minuten vor dem Ende konnte Sommer parieren (78.). Später traf der Spanier noch den Pfosten (82.).

Gladbach bemühte sich, kompakt zu stehen und wehrte sich gegen die Angriffsversuche der Leipziger in der Schlussphase, die viele zweite Bälle holten. Sommer parierte Marcel Sabitzers und Timo Werners Distanzschüsse (84./86.) stark. Zum Ausgleichstreffer reichte es dann aber doch noch: Christopher Nkunku jagte einen weiteren Fernschuss traumhaft zum 2:2 ins lange Eck des Gäste-Tores (90.).

Leipzig im DFB-Pokal, Gladbach geht ausgeruht ins Derby

Für Leipzig steht eine englische Woche auf dem Programm. Zunächst geht es am Dienstag (18.30 Uhr) im Achtelfinale des DFB-Pokals zu Bundesliga-Konkurrent Eintracht Frankfurt. In der Liga geht es dann am Sonntag (17.30 Uhr) im absoluten Topspiel zu Bayern München.

Mönchengladbach hat nach dem Pokal-Aus bei Borussia Dortmund unter der Woche Pause und empfängt ausgeruht am 20. Bundesliga-Spieltag den 1. FC Köln zum Derby (Sonntag, 15.30 Uhr).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die sportschau am 01. Februar 2020 um 18:00 Uhr.

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