Die leere Allianz-Arena in München | Bildquelle: picture alliance/dpa

Corona-Folgen für beiden Ligen Keine Bundesliga bis 30. April - mindestens

Stand: 31.03.2020 13:00 Uhr

Die Bundesligavertreter der 1. und 2. Liga haben in einer Videokonferenz beschlossen, mindestens bis zum 30. April zu pausieren. Danach soll es mit Geisterspielen weitergehen.

Die Klubs beider Ligen sind der Empfehlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) gefolgt, dass der Spielbetrieb bis 30. April ausgesetzt bleibt. Bis zum 5. April wird vorläufig auch der Mannschafts-Trainingsbetrieb weiter eingestellt. Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist allerdings offen.

Volle Stadien unrealistisch

"Mindestens bis zum Ende der Saison ist es unrealistisch, davon auszugehen, dass wir nochmal vor vollen Stadien spielen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. "Was nicht heißt, dass es realistisch ist, dass wir im August vor vollen Stadien wieder anfangen."

Über mögliche Auf- und Abstiegsregelungen wurden ebenso noch keine Entscheidungen getroffen wie über künftige Ligenstärken. "Die Ligen standen noch nie enger zusammen als derzeit", sagte Seifert: "Wir wollen den Profifußball irgendwie durch diese Phase bringen. Auch hier wird es einen Neustart geben, und dafür wird es Pläne benötigen." Seifert sprach dabei von flexiblen, strategischen Ideen.

Die Klubs halten jedenfalls an ihrem Ziel fest, die Spielzeit bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich.

Medizinisches Expertenteam wird eingerichtet

Darüber hinaus kündigte die DFL die Bildung einer medizinischen Taskforce an, die in Zusammenarbeit mit dem medizinischen Personal der Klubs einen verbindlichen medizinischen Leitfaden verfasst. Diesem Leitfaden entsprechend wird entschieden, wie und wann wieder auf professionellem Niveau Fußball gespielt werden kann.

Punktabzüge bei Insolvenz ausgesetzt

Außerdem gab Seifert bekannt, dass das Lizenzierungsverfahren in den kommenden Monaten angepasst und für die Vereine erleichtert wird. Seifert berichtete davon, dass die Selbstauskünfte der Vereine ergeben hätten, dass manche Vereine bei ausbleibenden Einnahmen bis spätestens Juni existenzielle Probleme bekommen würden.

Man versuche daher so schnell wie möglich, "Geisterspiele" auszurichten und die Ligen so zu Ende zu führen. Außerdem werde für die laufende Spielzeit der Abzug von neun Punkten als Sanktion für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ausgesetzt. Im Fall einer Insolvenz in der kommenden Saison würden drei Punkte abgezogen. Und schließlich werde im anstehenden Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2020/21 auf die Überprüfung der Liquiditätssituation der Klubs verzichtet.

Auswirkungen auf kommende Saison

Angesichts der massiven Einschränkungen rechnet die DFL auch für die kommende Saison mit Spielplanänderungen und schließt auch Europapokalspiele am Wochenende offenbar nicht mehr aus. Für die kommende Spielzeit sei unter den Ligen und internationalen Verbänden "große Flexibilität und Entgegenkommen" gefordert. Jeder müsse "die eine oder andere Kröte schlucken", meinte Seifert. "Eine geregelte Saison wird es erst wieder 2021/22 geben".

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. März 2020 um 15:00 Uhr.

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