Anfeindungen der BVB-Fans gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp | Bildquelle: dpa

Vorfall bei Hoffenheim - Dortmund DFB ermittelt gegen beide Vereine

Stand: 24.09.2018 14:10 Uhr

Nach den Entgleisungen von Dortmunder Fans hat der Deutsche Fußball-Bund zwei Verfahren gegen die Borussia und die TSG 1899 Hoffenheim eingeleitet.

Ermittelt werde gegen den BVB nach dem Fadenkreuz-Banner und den Schmähgesängen gegen Mäzen Dietmar Hopp wegen unsportlichen Verhaltens der Anhänger. Bei Gastgeber Hoffenheim geht es "um nicht ausreichenden Ordnungsdienst", wie der DFB am Montag (24.09.2018) mitteilte, und um die Frage: Wie konnte das riesige Banner überhaupt ins Stadion gelangen?

Hopp hinter einem Fadenkreuz

BVB-Fans hatten im Bundesliga-Spiel am vergangenen Samstag zwischen Hoffenheim und Dortmund (1:1) gegen Hausverbote für Anhänger aus ihrem Lager protestiert. Zudem richtete sich der Zorn gegen einen Strafantrag von Hopp gegen mehr als 30 Dortmunder Fans nach dem Duell am letzten Spieltag der Vorsaison. Als Zeichen der Wut war ein großes Banner ausgerollt worden, das das Konterfei Hopps hinter einem Fadenkreuz zeigte.

Auf zwei Spruchbändern stand in Großbuchstaben: "Strafverfahren & Hausverbote wegen beleidigender Gesänge. Was soll die Scheiße, du Hurensohn!?" Dies sorgte für viel Empörung bei Hoffenheim und Entschuldigungen von Seiten der Dortmunder Klubführung. Der Milliardär selbst wollte zu den Vorfällen "nix sagen".

Nagelsmann: "Alle sollten sich in Richtung Fußball bewegen"
Nagelsmann: "Alle sollten sich in Richtung Fußball bewegen"

Schickhardt fordert: "Spiele nicht anpfeifen"

Derweil forderte Hopps Anwalt Christoph Schickhardt im "kicker": "Bei solchen Vorkommnissen sollte ein Spiel in Zukunft gar nicht angepfiffen werden oder erst dann, wenn die Plakate entfernt wurden." TSG-Chefcoach Julian Nagelsmann ist von Kollektivstrafen, die der DFB ohnehin ausgesetzt hat, allerdings wenig begeistert. "Man schert immer alle extrem über einen Kamm. Ich glaube, dass die Fans, die so ein Banner hochhalten, offensichtlich gar nicht so ein großes Interesse am Sport haben", erklärte er .

Zuvor hatte die TSG von einem "Mordaufruf" gesprochen und in einem offenen Brief an den gesamten deutschen Fußball appelliert, gegen die Anfeindungen und Beleidigungen vorzugehen. Die BVB-Anhänger hatten das Banner mit der Aufschrift "Hasta la vista, Hopp" unmittelbar vor dem Anpfiff aus- und wenige Minuten später wieder eingerollt.

FIFA-Plan gilt auch für die Bundesliga

Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover pfiff die Partie normal an. Der Fußball-Weltverband FIFA hat in seinen Regeln einen Drei-Stufen-Plan für Fälle von rassistischen und diskriminierenden Äußerungen, der auch in der Bundesliga gilt. Als erste Maßnahme bittet der Stadionsprecher darum, solche Aktionen zu unterlassen. Dies war in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena auch geschehen. Weitere Stufen wären nach einer erneuten Ansage des Stadionsprechers eine Spielunterbrechung und ein Spielabbruch.

In Dortmund wird das Vorgehen der Fans auch intern aufgearbeitet. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte nach dem Spiel erklärt: "Damit werden sich die zuständigen Personen bei uns zeitnah beschäftigen." Bei den Ausschreitungen vor dem Spiel gegen RB Leipzig vor 19 Monaten hatte die Vereinsführung konsequent durchgegriffen und etliche Stadionverbote erteilt. Der DFB hatte wegen der damaligen Vorfälle die Dortmunder Südtribüne für ein Spiel sperren lassen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 24.09.18, ab 22.50 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete SWR Sport im Dritten am 23. September 2018 um 22:05 Uhr.

Darstellung: