Bremen jubelt über das 1:0 gegen Dortmund | Bildquelle: imago images/Kirchner-Media

Knapper Sieg Bremen wirft Dortmund aus DFB-Pokal

Stand: 04.02.2020 23:34 Uhr

Mit Mut und viel Kämpferherz hat Werder Bremen die Tormaschinerie von Borussia Dortmund ausgebremst und wie in der vergangenen Saison den Favoriten im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal geworfen. Eine Riesenüberraschung.

Das Team von Trainer Florian Kohfeldt besiegte den BVB am Dienstagabend (04.02.2020) in einem packenden Spiel verdient mit 3:2 (2:0), zog ins Viertelfinale ein und sammelte viel Selbstvertrauen für den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga.

Rückkehrer Davie Selke in der 16. Minute, Leonardo Bittencourt mit einem Distanzkracher (30.) und Milot Rashica (70.) erzielten vor 41.616 größtenteils begeisterten Zuschauern am 121. Vereinsgeburtstag im Weserstadion die Tore für die Gastgeber. Torjäger Erling Haaland (67.) und der 17-jährige Giovanni Reyna (78.) schafften zweimal den Anschluss für den Bundesliga-Dritten aus Dortmund.

Kohfeldt: "Richtig gut Fußball gespielt"

"Wir haben richtig gut Fußball gespielt, und das war wichtig", sagte Kohfeldt in der ARD-Sportschau. "Wir wussten, dass wir unseren Fans etwas bieten müssen", sagte Werder-Torschütze Bittencourt: "Wir sind in der Liga in einen Strudel geraten. Wir haben oft geredet, dass wir die Qualität haben. Aber wir müssen es auf den Platz bringen."

Haaland zunächst auf der Bank

BVB-Trainer Lucien Favre hatte zunächst Shootingstar und Torjäger Haaland trotz seiner sieben Tore in den ersten drei Bundesliga-Spielen draußen gelassen. Auch Neuzugang Emre Can blieb auf der Bank. Für Stammkeeper Roman Bürki stand Marwin Hitz im Tor. Der Verzicht auf den 19-jährigen Haaland machte sich im Dortmunder Spiel vor der Pause bemerkbar. Zwar hatten die Gäste in den Anfangsminuten mehr vom Spiel, doch zwingende Aktionen brachte die Hochbegabten-Offensive kaum zustande.

Bremen kämpft aufopferungsvoll

Mit zunehmender Zeit wurde Werder immer mutiger, kämpfte aufopferungsvoll und setzte auch spielerische Akzente. Davon, dass die Bremer mitten im Abstiegskampf der Bundesliga stecken, war nichts zu sehen. Meisterschafts-Kandidat Dortmund agierte indes lässig, oft zu nachlässig. So verlor Achraf Hakimi vor der Werder-Führung den Ball am eigenen Strafraum an Bremens Milot Rashica. Dessen Schuss wehrte Hitz ungenügend ab, Selke (16.) staubte zu seinem ersten Treffer für die Norddeutschen nach seiner Rückkehr ab.

Das Tor beflügelte Werder weiter und das Team ging durch Bittencourts Traumtor nach einem Eckball (30.) sogar mit 2:0 in Führung. Sekunden vor der Pause vergab Selke sogar noch die Chance zum 3:0, als er frei auf das BVB-Tor zulief, aber an Hitz scheiterte. "Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir hatten mehr Ballbesitz, aber zu wenig draus gemacht", sagte Dortmunds Nationalspieler Julian Brandt in der ARD-Sportschau. BVB-Abwehrchef Mats Hummels meinte: "Wir haben in der ersten Halbzeit Nullkommanull Tiefe gehabt, und haben es Werder leicht gemacht. Wir haben zu viel falsche Sachen gemacht."

Selke nach der Pause verletzt runter

Nach dem Wechsel reagierte Favre und brachte endlich Haaland. Pech für die Bremer, dass Torschütze Selke nach nur wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit wegen einer Verletzung für Joshua Sargent Platz machen musste.

Die Dortmunder drängten sofort Werder in dessen Hälfte. Die Gastgeber verteidigten mit allem, was sie hatten. Nach vorn ging kaum noch etwas, doch hinten ließen sie lange Zeit zunächst nichts zu. Irgendwann war der Druck aber zu groß: Nach Vorarbeit von Brandt war wieder Haaland (67.) zur Stelle, der den Ball über die Linie drückte. Sekunden später vergab der kurz zuvor eingewechselte Reyna sogar die Ausgleichschance. Werder ließ sich aber nicht schocken. Rashica (70.) vollendete den ersten Konter der Bremer nach der Pause und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her.

Brisante Schlussphase

Aber auch danach änderte sich nichts an den Verhältnissen: Dortmund versuchte alles, Bremen stemmte sich dagegen - bis Reyna mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze in den Winkel erneut den Anschluss schaffte. Aufregung gab es kurze Zeit später, als Reyna im Bremer Strafraum zu Boden ging. Werder-Kapitän Niklas Moisander schubste das Talent. Nach Videobeweis entschied Schiedsrichter Guido Winkmann auf Gelb für beide Spieler. In der Nachspielzeit prüfte Haaland Werder-Keeper Jiri Pavlenka. Doch der Tscheche hielt den Sieg fest.

Werder Bremen bekommt es in der Bundesliga am Samstag (08.02.2020) daheim mit Aufsteiger Union Berlin zu tun, Dortmund reist dann zum Westduell nach Leverkusen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 04. Februar 2020 um 00:09 Uhr.

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