Vanessa Hinz schaut nach hinten | Philipp Brem / GEPA pictures / imago images

Biathlon in Nove Mesto Debakel für deutsche Mixed-Staffel

Stand: 14.03.2021 11:29 Uhr

Ein Tag zum Vergessen für die deutschen Biathletinnen und Biathleten: In der Mixed-Staffel in Nove Mesto ging fast gar nichts, während Norwegens Quartett die Konkurrenz deklassierte.

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Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Röiseland, Tarjei und Johannes Thingnes Bö sicherten einen eindrucksvollen Sieg vor Italien (+ 1:08,7 Minuten) und Schweden (+ 1:22,7). Deutschland musste sich am Ende mit dem neunten Platz bei einem Rückstand von 3:38,0 Minuten zufrieden geben, lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 21.

Hinz für Preuß nominiert

Bei der Besetzung der Mixed-Staffel hatte es eine Überraschung gegeben. Franziska Preuß wurde geschont, dafür startete neben Denise Herrmann Vanessa Hinz als Startläuferin, zudem wurden Arnd Peiffer und Benedikt Doll nominiert.

Sechs Nachlader - Hinz fällt weit zurück

Die Staffel hatte es gleich in sich. Die Startläuferinnen aus Frankreich, Weißrussland und Lettland stürzten in der ersten Runde. Vanessa Hinz startete gut, ließ dann aber beim Liegend-Anschlag gleich drei Scheiben stehen, dann klemmte auch noch eine Patrone fest.

Immerhin konnte sie die Strafrunde vermeiden, 43 Sekunden waren dennoch weg auf die führenden Norweger mit der überragenden Tiril Eckhoff. Und auch die zweite Schießübung lief eher mäßig, wieder musste die Deutsche alle drei Nachlader nehmen.

Das Ergebnis: Für Norwegen übergab Eckhoff mit Vorsprung als Erste an Marte Olsbu Röiseland vor Russland und Österreich. Hinz schickte Denise Herrmann als 21. mit 1:57 Minuten Rückstand auf die sechs Kilometer. "Ich war extrem nervös, das kann ich mir nicht erklären. Dann kam Wind rein. Es war vorne bis hinten schlecht. Ich bin maßlos enttäuscht, es war der Wurm drin", ärgerte sich Hinz im ZDF.

Herrmann in der Strafrunde

Vorn hielt Röiseland den Vorsprung auf Frankreich, Italien und Russland bei 25 Sekunden. Herrmann musste einmal nachladen und reihte sich als 20. ein, verlor dadurch sogar noch etwas Zeit. Und während die Norwegerin bei schwierigem Wind weiter zielsicher blieb, musste die Konkurrenz oft nachladen, Herrmann beim Stehend-Anschlag sogar in die Strafrunde.

Tarjei Bö machte sich mit 50 Sekunden Vorsprung auf Italien und Frankreich auf den Weg. Arnd Peiffer konnte einem schon leidtun, weit über drei Minuten lag er bei der Übergabe zurück. "Ich habe beim Laufen gemerkt, da fehlt mir im dritten Wettkampf ein wenig die Substanz. Das war heute nichts von mir", so Herrmann.

Peiffer macht Plätze gut

Und die Abstände wurden immer größer. Bö musste zwar zwei Mal nachladen, baute den Vorsprung auf Italien, Schweden und Frankreich aber auf mehr als eine Minute aus. Und Arnd Peiffer? Der brauchte insgesamt zwei Nachlader, schob sich auf Rang 14 vor. "Ich wollte ein paar Plätze gut machen, das ist mir gelungen", so Peiffer.

Doll macht Top-Ten-Platz perfekt

Schlussläufer Johannes Thingnes Bö brachte für Topfavorit Norwegen die Sache humorlos zu Ende. Spannender blieb der Kampf um die weiteren beiden Podestplätze. Lukas Hofer sicherte mit starkem Schießen Rang zwei für Italien ab. Nach drei Nachladern im letzten Anschlag blieb den Schweden noch der dritte Platz.

Benedikt Doll leistete Schadenbegrenzung und brachte das deutsche Quartett noch auf Platz neun - mit über dreieinhalb Minuten Rückstand auf die Spitze. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Karriere mal so kämpfen muss, um nicht von Bö überrundet zu werden", gab er anschließend im ZDF zu.

Das Rennen müsse jetzt ordentlich analysiert werden - vor allem die Leistungen am Schießstand. Mit insgesamt 14 Nachladern und einer Strafrunde war für das deutsche Quartett schon nach den ersten beiden Läuferinnen nicht mehr viel möglich.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 14. März 2021 um 12:23 Uhr.