Prinz Mohammed Bin Salman | AFP

Asiatische Winterspiele 2029 Wettkämpfe mitten in Saudi-Arabiens Wüste

Stand: 04.10.2022 16:22 Uhr

Saudi-Arabien wird die asiatischen Winterspiele 2029 ausrichten - in einem Skigebiet mitten in der Wüste, das noch gar nicht gebaut ist.

Sportschau

Das asiatische Olympia-Komitee hat die asiatischen Winterspiele 2029 nach Saudi-Arabien vergeben. Das Berggebiet "Trojena" erhielt am Dienstag (04.10.2022) in Phnom Penh/Kambodscha den Zuschlag. Trojena ist Teil der futuristischen Planstadt "Neom", die sich 170 Kilometer entlang des Roten Meeres erstrecken soll. Bisher stehen allerdings erst wenige Gebäude des geschätzt 500 Milliarden Dollar teuren Projekts. Der größte Teil des Gebiets ist weiterhin karges Wüstengebiet - Trojena eingeschlossen.

"Dies ist ein großartiger Sieg für die saudische Nation und die ganze Golfregion", sagte Sportminister Prinz Abdulaziz Bin Turki Al Faisal nach dem Zuschlag. 47 Wettbewerbe sollen bei der Veranstaltung ausgetragen werden.

Versprechen von 100 Prozent erneuerbaren Energien

Trojena liegt 50 Kilometer von der Küste entfernt in einer Höhe von 1.500 bis 2.600 Metern. Im Winter fallen die Temperaturen zwar zeitweise auf den Gefrierpunkt, die Gegend ist allerdings staubtrocken. Trojena wäre das erste Wintersportgebiet auf der arabischen Halbinsel.

Der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman | Reuters/Handout

Der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman Bild: Reuters/Handout

Obwohl alle Schnee-Wettbewerbe auf Kunstschnee ausgetragen werden müssen, soll die Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Allerdings wäre auch der Wasserbedarf enorm. Trojena soll ein luxuriöses Ski-Dorf mit Familien- und Wellnessangeboten werden.

Saudia-Arabiens Ambitionen

Die Megastadt "The Line", das Herzstück von Neom, soll neun Millionen Einwohner in einem 170 Kilometer langen Gebäude beherbergen. Mit dem 500 Milliarden Euro teuren Projekt will das streng autokratisch geführte Saudi-Arabien in Konkurrenz zu Städten wie Dubai oder Doha treten.

Die Planstadt ist nicht nur sehr teuer, sondern fordert auch Menschenleben. Wie die Menschenrechtsorganisation ALQST berichtet, wurden drei Männer am 2. Oktober vom saudischen Sonderstrafgericht zum Tode verurteilt, weil sie gegen ihre Vertreibung protestiert hatten. Insgesamt sollen rund 150 Menschen wegen des Protests im Gefängnis sitzen.

Formel-1-Grand-Prix und Asienspiele 234

Das Regime bemüht sich intensiv um Sport-Großereignisse. Saudi-Arabien richtet unter anderem einen Formel-1-Grand-Prix aus und erhielt den Zuschlag für die Asienspiele 2034.

Die asiatischen Winterspiele fanden zuletzt 2017 statt, seitdem gibt es Probleme, ein Austragungsland zu finden. Trojena war der einzige Kandidat für die Spiele 2029.

Fayik Adbi erster saudischer Winter-Olympionike

Saudi-Arabien hatte 2022 in Peking erstmals an Olympischen Winterspielen teilgenommen, der alpine Skiläufer Fayik Abdi war einziger Starter und wurde 44. im Riesenslalom. "Ich hatte mir nie vorgestellt, dass ich einmal im meinem Heimatland Ski fahren könnte", sagte er am Dienstag.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2022 um 22:50 Uhr.