Polnische Arbeiter führen an einem Strommasten Entrostungsarbeiten durch | Bildquelle: picture alliance / Frank May

DIW-Studie vorgestellt Wirtschaftsboom durch Zuwanderung

Stand: 31.10.2018 11:44 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat zwischen 2011 und 2016 von Zuwanderern profitiert. Durchschnittlich sei das BIP um 0,2 Punkte zusätzlich gewachsen, hat das DIW berechnet. Die Studie untersuchte nur EU-interne Migration.

Konfrontiert mit schweren Wirtschaftskrisen in ihren südeuropäischen Heimatländern kamen in den vergangenen Jahren viele Menschen nach Deutschland - zum Nutzen der deutschen Wirtschaft.

Das Bruttoinlandsprodukt sei deshalb zwischen 2011 bis 2016 durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen, berechnet eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Zum Höhepunkt der Zuwanderung 2015 seien es sogar 0,3 Prozentpunkte gewesen.

"Die Besetzung von Stellen durch Zuwanderer erhöht die gesamtwirtschaftliche Beschäftigung und führt zu einer zusätzlichen Konsumnachfrage", heißt es in der DIW-Studie.

Mehr als fünf Millionen Zuwanderer

Demnach sind seit 2011 jedes Jahr im Durchschnitt mehr als 720.000 Bürger aus anderen EU-Staaten nach Deutschland gezogen, in der Summe mehr als 5,1 Millionen. Möglich wurde die Zuwanderung aus dem restlichen Europa durch die Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger ab 2011 beziehungsweise ab 2014 für Rumänien, Bulgarien und ab 2015 für Kroatien. Deutschland erlebte einen größeren Zuwachs an EU-Zuwanderern als jedes andere europäische Land.

DIW fordert Werben um Migranten

"Um attraktiv für Zuwanderer aus Europa zu bleiben, wird sich Deutschland noch etwas mehr anstrengen müssen, denn in vielen Ländern vor allem im Euroraum geht es mit der Wirtschaft mittlerweile wieder bergauf", machte einer der Autoren, Marius Clemens, deutlich. Wichtig sei deshalb, dass Zuwanderer mehr Möglichkeiten bekommen, Jobs zu finden, die ihren Qualifikationen entsprechen. Dafür seien pragmatischere Verfahren bei der Anerkennung von Qualifikationen notwendig.

Die Studie untersuchte nicht die Flucht vor Krieg oder politischer Verfolgung, um in Deutschland Asyl zu beantragen, sondern die nicht-asylbedingte Zuwanderung. Dabei seien die Ursachen andere: Die Menschen suchten Arbeit, nach einem besseren Leben oder hätten familiäre Gründe. In Deutschland sei in allen Jahren seit 2011 die nicht asyl­bedingte Zuwanderung höher gewesen als die asylbedingte Migration.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2018 um 08:00 Uhr.

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