Bahnhofsuhren | Bildquelle: dpa

Zeitumstellung Es wurde wieder an der Uhr gedreht

Stand: 29.03.2020 03:14 Uhr

Um 2:00 Uhr wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Das heißt eine Stunde weniger Schlaf, dafür ist es abends länger hell. Eigentlich soll die Zeitumstellung bald Geschichte sein. Doch das dauert wohl noch.

In der Nacht mussten die Deutschen am Wochenende ein bei vielen ungeliebtes Ritual vollziehen: Wer die Zeit an seiner Uhr noch per Hand einstellt, musste den Stundenzeiger eine Umdrehung nach vorn drehen.

Denn am Sonntag um 02:00 Uhr ist die Zeit auf Funkuhren und anderen elektronischen Zeitmessern eine Stunde nach vorn auf 03:00 Uhr gesprungen - und damit auf die Sommerzeit. Die Nacht ist zu diesem Datum 60 Minuten kürzer; man kann also weniger schlafen. Zugleich ist es ab Sonntag abends aber auch eine Stunde länger hell.

Mann in Galerie nimmt Uhr von der Wand ab | Bildquelle: dpa
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Und wieder ist es so weit: Die Uhren werden wieder umgestellt.

Schnee zur Sommerzeit?

Wer morgen aufsteht, könnte eine Überraschung erleben: Zum Beginn der Sommerzeit wird in Deutschland ein Kälteeinbruch mit Schnee oder Schneeregen in manchen Regionen erwartet. "Solch einen Vorstoß gab es im ganzen vergangenen Winter nicht zu sehen", teilte Sebastian Altnau vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. In den Mittelgebirgen, später auch im Alpenraum drohen in höheren Lagen winterliche Straßenverhältnisse.

Europa lässt sich Zeit

Eigentlich soll die Zeitumstellung bald Geschichte sein. Doch Europa lässt sich Zeit damit. Die EU-Kommission hatte nach einer selbst organisierten Umfrage vorgeschlagen, den alljährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit zu beenden. Sie legte dafür im September 2018 den Entwurf einer Richtlinie vor. Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Nun müssen die Mitgliedstaaten sich im Rat festlegen - doch dort stehen die Uhren in dieser Sache still.

Kroatien hat als aktuelles Vorsitzland keinerlei Absicht, einen Ratsbeschluss dazu voranzutreiben. Im zweiten Halbjahr übernimmt Deutschland die EU-Präsidentschaft - und hat ebenfalls "keine konkreten Planungen" in dieser Frage, wie es von EU-Diplomaten heißt. Bisher ist die regelmäßige Umstellung für alle Länder in der EU einheitlich festgelegt.

Umfrage: Jeder Vierte mit gesundheitlichen Problemen

Also wird weiterhin an der Uhr gedreht - und ein Ende der Zeitumstellung scheint nicht in Sicht. Dabei zeigt eine neue Umfrage, dass einige die Zeitumstellung nicht ohne Probleme verkraften: In Deutschland hat demnach jeder vierte Mensch über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung. Dies ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK. Die meisten davon klagten allgemein über Müdigkeit. Mehr als die Hälfte der Betroffenen erklärte, sie leide unter Schlafproblemen. Ferner klagten die Befragten auch über Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen in Folge der Zeitumstellung. Der Umfrage zufolge gaben Frauen häufiger als Männer an, schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung gehabt zu haben.

Drei Viertel der Befragten gaben laut DAK-Mitteilung vom Freitag zwar keine gesundheitlichen Probleme wegen der Zeitumstellung an. Dennoch lehnt die Mehrheit das Drehen an der Uhr ab: 74 Prozent seien der Überzeugung, die Umstellung sei überflüssig und gehöre abgeschafft. 23 Prozent der Teilnehmer wollen demnach daran festhalten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. März 2020 um 16:23 Uhr.

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