Sandsäcke liegen auf Paletten in der rheinland-pfälzischen Region Trier bereit.  | dpa

Situation in den Flutgebieten Regen, aber keine neuen Unwetter

Stand: 25.07.2021 11:13 Uhr

Es gab zwar Regen, von schweren Gewittern blieben die von der Flutkatastrophe betroffenen Gebiete aber verschont. Entwarnung gibt es allerdings noch nicht. In Bayern und Baden-Württemberg kam es zu Überschwemmungen.

Es blieb ruhig in der Nacht, hieß es von Feuerwehr und Katastrophenschutz aus den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Anders als in Belgien und im Süden Deutschlands. Dort kam es durch Gewitter und Starkregen zu Überschwemmungen.

Die Lage bleibt aber auch im Westen Deutschlands weiter angespannt, denn noch ist die Gefahr von lokalen Unwettern nicht gebannt. Ab dem Mittag kann es wieder vereinzelt zu heftigen Schauern und Gewittern kommen.

Überschwemmungen in Baden-Württemberg und Bayern

Gestern Abend traf es in Deutschland vor allem Baden-Württemberg und Bayern. Berichtet wurde von Hagel, Sturm und schweren Regenfällen. Im Allgäu musste die Feuerwehr nach Angaben des br wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufener Keller mehrfach ausrücken. Die Situation entspannte sich aber recht schnell wieder.

In Stuttgart kam es am Hauptbahnhof zu Überschwemmungen, weil die Kanalisation das Wasser nicht schnell genug aufnehmen konnte. Auch in Heilbronn wurden Straßen zeitweise überflutet. Große Schäden wurden nach einem Bericht des swr aber nicht gemeldet.

Kleine Regenmengen können zum Problem werden

In den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen blieb es - entgegen vorheriger Befürchtungen - nahezu trocken. Nach einigen Niederschlägen am Nachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Nachrichtenagentur dpa. Beispielsweise in der Nordeifel seien gestern im Tagesverlauf im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Vorsorgemaßnahmen in den betroffenen Gebieten

In den Katastrophengebieten versuchen sich die Menschen so gut wie möglich auf eventuelle Ereignisse vorzubereiten. Wie die ARD-Reporterin Carolyn Wißing auf tagesschau24 sagte, sicherten Bewohner des nordrhein-westfälischen Hagen ihre gerade von Schlamm gereinigten Keller mit Sandsäcken, Kellerfenster seien mit Bauschaum versiegelt worden, um zu verhindern, dass wieder Wasser eindringen kann.

Die Flüsse und Bäche seien zudem vielerorts bereits von Trümmern befreit worden, damit auftrendes Hochwasser schnell abfließen kann, sagte Wißing.

In Rheinland-Pfalz war den Menschen aus Sorge vor neuen Unwettern bereits gestern das Angebot gemacht worden, in einer Notunterkunft unterzukommen. Wer wollte, konnte aus den gefährdeten Gebieten mit einem Shuttlebus in die Unterkunft gebracht werden.

Weiterhin lokale Unwetter möglich

Ab dem Mittag ist auch heute noch einmal mit teils kräftigen lokalen Gewittern zu rechnen - am ehesten südlich der Donau. Starkregen, Hagel und Sturmöen sind laut DWD auch wieder möglich. "Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln", erklärte die Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. Die Aussichten seien aber für einen Sommertag bislang normal. Unwetterwarnungen gibt es bislang nicht, allerdings liegen für Süden Bayerns sogenannte Vorabinformationen zu Unwettern vor. Wie bereits gestern sind genaue Vorhersagen, wo Unwetter auftreten, kaum zu treffen. Es empfiehlt sich die Beobachtung des Regenradars und der Unwetterwarnungen des DWD.

Ablösung für THW in NRW und Rheinland-Pfalz

Nach knapp einer Woche erfolgt die erste Ablösung der Hilfskräfte des Technischen Hilfswerks (THW) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Mitarbeiter des nördlichen Verbandes waren zuvor in den Norden zurückgekehrt, wie der Landesverband des Hamburger THW mitteilte. Ihre Ablösung machte sich in der Nacht auf den Weg in die vom Unwetter verwüsteten Gebiete. Auch sie werden in einer Woche wieder vom nächsten Team abgelöst.

Das Technische Hilfswerk ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Die technischen und logistischen Arbeiten zum Katastrophen- und Bevölkerungsschutz werden dabei von rund 80.000 ehrenamtlichen Helfern getragen. Das THW kann zudem durch die Bundesregierung weltweit eingesetzt werden.

Helfer sollen nur bei Aufforderung kommen

In allen vom Unwetter betroffenen Gebieten wurde Hilfswilligen auch heute davon abgeraten, ohne einen konkreten Aufruf anzureisen. Es sei zu Staus auf Zufahrtsstraßen gekommen, die dringend für wichtige Transporte freigehalten werden müssen, hieß es von den örtlichen Behörden. In den nächsten Tagen und Wochen werde aber sicher noch Hilfe benötigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juli 2021 um 09:07 Uhr.

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KOMMENTARE

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weingasi1 25.07.2021 • 20:00 Uhr

Am 25. Juli 2021 um 19:06 von falsa demonstratio

Am 25. Juli 2021 um 17:59 von Anna-Elisabeth Zitat: Sie hoffen zu früh, vermutlich sogar vergebens. Denn dann müssen erst noch Laschet, Baerbock oder Scholz weg. Bleiben noch Weidel/Chruballa, Lindner, Wissler/Bartsch. Ich glaube zu wissen, wen Sie gerne hätten. ___ Innerhalb dieser 3 Gruppen, obwohl Herr Lindner allein ja eigentlich keine Gruppe ist, gibt es aber nicht den kleinsten Konsens. Wenn man die beiden quasi unwählbaren rechts- und linksaussen wegdenkt, bleiben so viele Möglichkeiten nicht.