Vom Borkenkäfer zerstörte Fichten stehen im Nationalpark Harz.  | Bildquelle: dpa

Bundesagrarministerium Wälder stärker geschädigt als angenommen

Stand: 26.02.2020 13:41 Uhr

Nach zwei Jahren mit Wetterextremen geht es den deutschen Wäldern noch schlechter als gedacht: Laut Agrarministerium müssen rund ein Drittel mehr Hektar aufgeforstet werden als berechnet. Vier Bundesländer sind besonders betroffen.

Trockenheit, Brände, Schädlinge und Stürme haben den deutschen Wäldern stärker zugesetzt als bislang angenommen. Bisher war das Bundesagrarministerium von 180.000 Hektar ausgegangen, die aufgeforstet werden müssen. Nach neuesten Daten sind es jedoch 245.000 Hektar, was grob der Fläche des Saarlandes entspricht.

Das Ministerium rechnet für dieses Jahr mit 160 Millionen Kubikmetern Schadholz - bei einer Erhebung im Spätsommer 2019 waren 105 Millionen Kubikmeter errechnet worden. Besonders von Waldschäden betroffen sind demnach Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen.

Die Schätzungen beziehen sich auf Anfang des Jahres. Im Verlauf des Jahres müssten die Angaben möglicherweise noch einmal angepasst werden, teilte das Ministerium mit. Großen Einfluss wird demnach die Witterung der nächsten Monate haben.

800 Millionen Euro für den Wald

Für die Aufforstung und eine bessere Anpassung an den Klimawandel haben Bund und Länder bereits Millionenhilfen beschlossen. Für die kommenden vier Jahre stehen dafür knapp 800 Millionen Euro bereit. Davon stammen rund 480 Millionen Euro vom Bund, den Rest sollen die Länder beisteuern. Unterstützt werden sollen etwa das Herausholen von Schadholz, Wiederaufforstungen und ein weiterer Umbau zu klimaangepassten Mischwäldern.

Ursache für die dramatischen Schäden in den Wäldern sind Zerstörungen durch Stürme, Borkenkäfer und die extreme Dürre von 2018. Auch im vergangenen Jahr war es vielerorts trocken. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als elf Millionen Hektar Wald.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Februar 2020 um 15:00 Uhr.

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