Tausende Teilnehmer demonstrieren in Berlin gegen Rechtsextremismus. | Bildquelle: REUTERS

Demonstration in Berlin Tausende setzen Zeichen gegen rechts

Stand: 13.10.2019 17:33 Uhr

"Wir stehen zusammen": Nach dem antisemitischen Anschlag von Halle sind in Berlin Tausende auf die Straße gegangen und haben ein Zeichen gegen rechts gesetzt. Dabei wurde auch deutliche Kritik an der AfD laut.

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin gegen Antisemitismus und rechte Gewalt demonstriert. Nach einer Kundgebung am Bebelplatz und einer Schweigeminute zog der Protestzug in Richtung der Neuen Synagoge in Mitte. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer am Bebelplatz auf 6000, die Veranstalter der Initiative "Unteilbar" sprachen von 13.000 Demonstranten beim Protestzug. Angemeldet waren 10.000 Menschen.

Mit der Demonstration vier Tage nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle (Saale) will ein breites Bündnis ein deutliches Zeichen gegen rechts setzen. Bereits am Samstag waren mehrere tausend Menschen in verschiedenen deutschen Städten gegen rechts auf die Straße gegangen.

Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen Antisemitismus und rechte Gewalt
tagesthemen 23:15 Uhr, 13.10.2019, Griet von Petersdorff, RBB

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Forderung nach konsequentem Vorgehen

Unter den heutigen Demonstranten waren die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sowie der Berliner Bischof Markus Dröge.

Der Anschlag sei "ein schreckliches Fanal" gewesen, sagte Dröge. "Ein Massaker wurde geplant, Menschen ermordet." Der mutmaßliche Täter sei eindeutig von rechtsextremen Verschwörungsfantasien motiviert gewesen, "die bis in die Funktionärsebene der AfD hinein verbreitet werden".

Unter diesen Umständen reiche es nicht, "nie wieder" zu rufen, sagte Dröge: "Der Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte müssen wesentlich konsequenter gegen rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre vorgehen, die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen verbreiten."

Zwei Frauen halten bei der Unteilbar-Demonstration in Berlin zwei Plakate hoch mit der Aufschrift  "Es reicht" und "Gegen jeden Antisemitismus". | Bildquelle: AFP
galerie

"Es reicht": Die Demonstranten in Berlin sind gegen Antisemitismus und rechte Gewalt auf die Straße gegangen.

Lindenberg wirbt für Teilnahme

Auch Deutschrocklegende Udo Lindenberg rief auf Facebook zur Teilnahme auf:

"halle... wir stehen immer noch unter schock, doch lassen uns davon nicht lähmen. am sonntag in berlin, große mahnwache, demonstration und trauerzug. wir stehen solidarisch und unteilbar zusammen. udo und die ganze panikfamilie."

Brutales Vorgehen des Täters

Ein schwerbewaffneter Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Nachdem dieser Versuch gescheitert war, verlagerte der Mann sein Attentat auf die Umgebung der Synagoge. Auf der Straße erschoss der Täter eine 40 Jahre alte Frau.

Ein älterer Mann, der der Frau zu Hilfe eilte, wurde demnach ebenfalls angeschossen - er konnte sich jedoch in Sicherheit bringen. Das zweite Todesopfer ist ein 20 Jahre alter Mann, den der Täter in einem nahegelegenen Döner-Imbiss erschoss.

Der Täter ist ein 27 Jahre alter Deutscher. Er hat inzwischen ein Geständnis abgelegt und sitzt in Untersuchungshaft. Er hat auch ein rechtsextremes und antisemitisches Motiv eingeräumt.

Halle wählt Oberbürgermeister

Der Vorfall sorgt besonders in der Stadt Halle (Saale) selbst für großes Entsetzen. Zugleich betonte der parteilose Oberbürgermeister, Bernd Wiegand, den Zusammenhalt in seiner Stadt. Verhältnisse wie 2018 in Chemnitz werde es nicht geben, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Natürlich standen wir zuerst unter Schock. Aber die Stadtgesellschaft steht zusammen. Sie zeigt Gesicht und wehrt sich gegen Vereinnahmung." Die Solidarität mit den Opfern sei überwältigend. "Die Stadt zeigt, wie bunt und vielfältig sie ist."

Ob Wiegand weiter Oberbürgermeister in Halle bleibt, ist noch unklar - denn heute wird in der Stadt ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Acht Bewerber treten an, darunter auch Wiegand. Nach dem Anschlag wurden wegen der Trauer um die Todesopfer die letzten Wahlkampfveranstaltungen abgesagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Oktober 2019 um 17:12 Uhr.

Darstellung: