Ein Bauer sprüht Gülle auf ein Feld. (Quelle: dpa/Frank Leonhardt) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Umweltamt erwartet Preisanstieg Viel Gülle = teures Trinkwasser

Stand: 10.06.2017 12:37 Uhr

Trinkwasser aufzubereiten wird immer aufwändiger. Grund ist die steigende Nitratbelastung des Grundwassers, etwa durch Düngung in der Landwirtschaft. Das Umweltbundesamt rechnet deshalb mit steigenden Preisen. Umweltverbände fordern schärfere Gesetze.

Der Preis für Trinkwasser könnte bald deutlich steigen - und zwar um bis zu 45 Prozent. Grund ist laut einer Studie des Umweltbundesamtes die hohe Nitratbelastung des Grundwassers. Wasserversorger müssten zunehmend zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen.

Als Folge könnten sich die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Auf eine vierköpfige Familie kämen im Schnitt Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ebenfalls vor deutlich steigenden Wasserpreisen gewarnt.

Umweltbundesamt warnt vor steigenden Trinkwasser-Preisen
tagesschau 20:00 Uhr, 10.06.2017, Justus Kliss, ARD Berlin

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Gülle auf den Feldern belasten das Grundwasser

In mehr als 27 Prozent der Grundwasservorkommen werde derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überstiegen, erläuterte das Umweltbundesamt. Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sei das Grundwasser belastet. Grund seien die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung sowie Mineraldünger etwa für Obst- und Gemüseanbau.

Deshalb setzt das Umweltbundesamt auf die kürzlich verabschiedete neue Düngeverordnung, die Landwirten strengere Vorschriften macht. So gibt es Obergrenzen für die Stickstoffdünung in Gebieten mit kritischen Werten. Auch vorgeschriebene Abstände zu Gewässern sollen ausgeweitet werden. Wichtig seien jetzt eine konsequente Umsetzung und entsprechende Kontrollen, sagte Maria Krautzberger, die Präsidentin des Umweltbundesamtes.

Bauernpräsident Joachim Rukwied beklagte bei Verabschiedung der neuen Düngeverordnung, die Reform bedeute für die Landwirte zusätzliche Bürokratie und teils drastische Beschränkungen. Viele Bauern haben Sorgen, ob sie die neuen Verordnungen kompensieren können.

Umweltverbände fordern strengere Gesetze

Umweltverbände fordern hingegen strengere Düngegesetze. Die Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace, Christiane Huxdorff, erklärte: "Die Konsequenz sollte lauten: weniger Billigfleisch produzieren, die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren." Die im Frühjahr beschlossene Novelle des Düngerechts reiche "bei weitem nicht aus".

Der BUND nannte es "inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind."

Mit Informationen von Jens Wiening, ARD-Hauptstadtstudio

Trinkwasser könnte 45 Prozent teurer werden
Jens Wiening, ARD Berlin
10.06.2017 12:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 10. Juni 2017 tagesschau24 um 13:00 Uhr und WDR5 um 08:46 Uhr.

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