Wasser steht auf der Mole des Fähranlegers in Dagebüll. | dpa

Verletzte und Schäden Herbststurm flaut allmählich ab

Stand: 22.10.2021 09:13 Uhr

Der Sturm hat sich in der Nacht in weiten Teilen des Landes beruhigt. Bahnausfälle, Unfälle und Schäden gingen deutlich zurück. Der sich nach Skandinavien bewegende Wind ist im Nordosten trotzdem noch spürbar.

Dem ersten Herbststurm ist in der Nacht allmählich die Luft ausgegangen. Dennoch waren die nach Skandinavien abziehenden Windböen in den Küstengebieten noch zu spüren. Für heute sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Norden und in der Mitte Deutschlands erneut Böen oder Sturmböen voraus, dazu einzelne Gewitter im Laufe des Tages.

An der nordfriesischen Küste wurden deutlich erhöhte Wasserstände gemessen. Die höchsten Werte wurden am Eidersperrwerk und in Husum erreicht, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilte. Die Sturmflutmarke von 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser wurde jedoch nicht überschritten.

Weiter Einschränkungen im Bahnverkehr

Auf den Schienen kommt es nach Angaben der Deutschen Bahn weiterhin vereinzelt zu Verspätungen und Zugausfällen. Im Nahverkehr sind besonders Verbindungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland von Einschränkungen betroffen. Der Bahnverkehr sei am Morgen aber gut angelaufen, sagte ein Sprecher.

Gestern war in Nordrhein-Westfalen sturmbedingt der Fernverkehr eingestellt worden. Erst nach mehr als drei Stunden rollten ab dem Nachmittag wieder Schnellzüge auf den wichtigen Strecken von Hamburg oder Berlin. Bundesweit sorgten Äste oder andere Gegenstände auf den Gleisen und in den Oberleitungen für Verspätungen und Beeinträchtigungen. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stellte die Deutsche Bahn zeitweise den Regionalverkehr ganz ein.

Lokführer von umstürzenden Baum erschlagen

Der Sturm hatte am Donnerstag vielerorts für Unfälle und Verletzungen gesorgt. In Brandenburg kam ein Lokführer ums Leben, der seinen Zug verlassen hatte, um die Gleise freizuräumen. Er wurde von einem umstürzenden Baum so schwer verletzt, dass er noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb.

In Hessen fiel auf einer Landstraße ein Baum auf ein fahrendes Auto, der 58-jährige Fahrer wurde schwer verletzt. In Thüringen erfasste ein Ast das Auto eines Fahrers, der dann ebenfalls ins Krankenhaus musste. Ein Radfahrer in Sachsen-Anhalt wurde von einem umfallenden Baum verletzt. In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein 17-jähriger Motorradfahrer verletzt.

Außerdem wurden mehrere Menschen durch umgestürzte Bäume in ihren Autos eingeklemmt. Ein umstürzender Baum im niedersächsischen Wolfsburg verfehlte nur knapp eine 20-Jährige, die gerade aus dem Auto stieg. Ein Ast traf sie jedoch am Kopf, sie kam in eine Klinik. Eine 22-Jährige gab an, ihr Wagen sei auf der A31 von einer Windböe erfasst worden. Die Frau verlor die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab, ihr Auto überschlug sich - sie kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

Bilderstrecke

Herbststurm "Ignatz" fegt über Deutschland hinweg

Der erste Herbststurm habe insbesondere im Harz gewütet, teilte der DWD mit. Auf dem Brocken seien Windgeschwindigkeiten um die 150 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Eine Sturmflut setzte den Fischmarkt im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter Wasser. Der Scheitel sei am frühen Donnerstagabend mit 1,72 Metern über dem mittleren Hochwasser erreicht worden, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Zahlreiche Schaulustige wollten das sehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Oktober 2021 um 20:00 Uhr sowie tagesschau24 am 22. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.