Frank-Walter Steinmeier

Steinmeiers Adventsbotschaft "Unser Land ist ein starkes Land"

Stand: 29.11.2020 10:59 Uhr

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist erneut leicht zurückgegangen - und auch Bundespräsident Steinmeier macht der Bevölkerung in seiner Adventsbotschaft Mut: Die Corona-Pandemie werde nicht dauerhaft den Alltag bestimmen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Adventsbotschaft Hoffnung auf die Überwindung der Corona-Krise gemacht. "Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht nehmen", schrieb er in einem Brief an die Bürger, den die "Bild am Sonntag" veröffentlichte. Zwar sei in der Adventszeit immer noch Verzicht gefragt in Bezug auf viele Traditionen wie Weihnachtsfeiern, gemeinsames Singen oder Weihnachtsmarktbesuche. "Aber wir können trotzdem voller Zuversicht sein!", schrieb Steinmeier weiter. Die Fortschritte in der medizinischen Forschung ließen hoffen, dass die Pandemie nicht dauerhaft den Alltag der Menschen beherrschen werde.

"Demokratie steht der Krise nicht ohnmächtig gegenüber"

Als "ermutigend" bezeichnete Steinmeier die gegenseitige Hilfe in der Corona-Krise: "Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Deutschen zeigen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, auch wenn die Zeiten rauer sind." Die vielfältige Unterstützung für diejenigen, die von der Pandemie besonders hart getroffen seien, beweise, "dass unsere Demokratie der Krise nicht ohnmächtig gegenübersteht, sondern Brücken baut in die Zeit nach Corona", schrieb der Präsident. "Unser Land ist ein starkes Land", so Steinmeier.

Der Bundespräsident rief die Bürger auf, die in der Pandemie gezeigte Solidarität beizubehalten: "Bleiben wir beieinander und geben wir acht aufeinander: jetzt in den Zeiten von Corona und auch in der Zeit danach." Weil die heute beginnende Adventszeit stiller werde als üblich, sollten die Menschen im Land sich gegenseitig Aufmerksamkeit schenken. "Auch wenn wir Abstand zueinander halten, können wir uns nahe sein", schrieb Steinmeier. "Vergessen wir vor allem diejenigen nicht, die gerade jetzt besonders belastet sind: weil sie selbst krank sind oder um ihre Liebsten bangen; weil sie für Pflegebedürftige sorgen, in Laboren arbeiten oder unseren Abfall entsorgen; weil sie die Schulen offen halten oder weil sie allein zuhause sind."

Neue RKI-Zahlen belegen leichten Rückgang

Unterdessen meldeten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen. 

An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.123. 

R-Wert weiter unter 1

Das Robert Koch-Institut zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.042700 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland laut aktuellem Stand. Nach Schätzungen sind inzwischen rund 722.300 Menschen genesen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,96 (Vortag: 0,93). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. November 2020 um 09:55 Uhr.