Somuncu über Özil "Die Debatte ist obsolet"

Stand: 23.07.2018 22:20 Uhr

Der Kabarettist Somuncu sieht in der Diskussion um den Özil-Rückzug eine falsche Entwicklung: Sie reduziert Probleme auf oberflächliche Symptome - zur Freude der Populisten auf allen Seiten.

Er ist in Istanbul geboren und im Rheinland aufgewachsen - dem deutsch-türkischen Kabarettisten Serdar Somuncu sind durch seine Binationalität bedingte Konflikte nicht fremd. "Ich kann Özils Abrechnung bedingt verstehen", sagt er in den tagesthemen. Özil habe dabei jedoch sportliche, politische und persönliche Aspekte vermischt. "Ich hätte das ein bisschen getrennt", sagt Somuncu. "So ist es emotional und trägt dazu bei, dass die Gemüter weiter erregt bleiben."

Serdar Somuncu, Kabarettist und Autor, zu Özils Rücktritt
Tagesthemen, 23.07.2018

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Etwas Selbstkritik hätte Özil gut angestanden, meint der Kabarettist. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sei nicht nur Repräsentant eines Staates, sondern auch streitbarer Parteipolitiker, der Deutschland massiv angriffen habe. Wenn jemand, der für die deutsche Nationalmannschaft spiele, sich mit Erdogan auf einem Bild präsentiere und sage, dass dies rein privat und unter guten Freunden geschehen sei, dann sei das sehr fragwürdig.

Als Repräsentant dieser Nation müsse Özil sich entscheiden und nicht aus Pragmatismus sagen, dort wo er den größten Erfolg habe, fühle er sich zuhause, sonst könne es zu Missverständnissen führen, meint Somuncu. Als jemand, der selbst mit einer binationalen Existenz umgehen müsse, habe er aber Verständnis, wenn er mit dieser Entscheidung Schwierigkeiten habe.

Doppelmoral beim DFB

Auch die Kritik am Deutschen Fußballbund und dessen Präsident Rainhard Grindel sei sehr berechtigt, findet Somuncu: Der Verband habe sich sehr illoyal verhalten und gegen einen Partner nachgekartet, mit dem man jahrelang fair und erfolgreich zusammengearbeitet habe. Der DFB  messe zudem mit zweierlei Maß, wenn er sich nicht vom Sponsor Mercedes distanziere, der im Abgasskandal verwickelt sei, und gleichzeitig Özil zur Symbolfigur einer Debatte mache, die so nicht geführt werden könne.

"Wir waren auf jeden Fall weiter", sagt Somuncu. Die Frage, ob sich jemand als Deutscher fühle oder nicht, sei hochgradig anachronistisch, die Debatte obsolet. Jeder, der in Deutschland lebe und sich zum Grundgesetz und den Werten des Landes bekenne, habe die Möglichkeit und das Recht, Teil dieser deutschen Gesellschaft zu sein - oder sich für eine andere zu entscheiden.

Oberflächliche Debatte hilft Populisten

Viele würden sich laut Somuncu freuen, bei der AfD wie bei AKP, dass die Debatte wieder auf oberflächlichen Niveau geführt und an der Wut über den Misserfolg der deutschen Nationalmannschaft festgemacht werde. In den letzten Jahren sei sehr viel gesagt worden, von Deutschen über Türken wie von Türken über Deutsche. "Für mich ist es besser, versöhnlich miteinander umzugehen und trotzdem klare Positionen zu behalten."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Juli 2018 um 22:15 Uhr.

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