Sprengung der Autobahnbrücke Rinsdorf | REUTERS

Nordrhein-Westfalen Talbrücke der A45 erfolgreich gesprengt

Stand: 06.02.2022 15:56 Uhr

Noch nie wurde eine so hohe Brücke in Deutschland gesprengt: 120 Kilogramm Sprengstoff wurden benötigt, um die Autobahnbrücke Rinsdorf der A45 zu Fall zu bringen. Das 55 Jahre alte Bauwerk war in die Jahre gekommen.

Im Siegerland bei Wilnsdorf in Nordrhein-Westfalen ist die Autobahnbrücke Rinsdorf der A45 gesprengt worden. Die 500 Meter lange und 70 Meter hohe marode Talbrücke aus dem Jahr 1967 wurde mit 120 Kilogramm Sprengstoff zu Fall gebracht. Nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes wurde noch nie in Deutschland eine so hohe Brücke gesprengt.

Die Sprengung durfte nicht schiefgehen

Das 55 Jahre alte Bauwerk nahe der hessischen Landesgrenze krachte planmäßig um 11 Uhr in sich zusammen, nachdem Sprengmeister Michael Schneider das Signal zur Zündung gegeben hatte. Der Sprengstoff war zuvor in 1850 Bohrlöchern so verbaut worden, dass mit einem Knall die insgesamt 16 Pfeiler der Brücke exakt einknickten und mitsamt der Fahrbahndecke zu Boden gingen.

Wichtig war, dass das bereits neu errichtete und seit Dezember 2021 schon befahrbare Brückenteilstück direkt neben der gesprengten Brücke nicht zu Schaden kam. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das minutiös geplante Ereignis aus sicherer Entfernung.

60 weitere Brücken müssen erneuert werden

Der Ausbau der sogenannten Sauerlandlinie gehört zu den größten Bauprojekten an nordrhein-westfälischen Autobahnen. Auf der gesamten Strecke gibt es 60 Talbrücken, die inzwischen in die Jahre gekommen sind und Stück für Stück erneuert werden müssen.

Derzeit sind 15 davon im Bau oder werden noch in diesem Jahr in Bau gehen. Für gravierende Probleme sorgt die seit Anfang Dezember gesperrte, marode A45-Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid auf der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse. Sie muss in den kommenden Jahren komplett neu gebaut werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2022 um 14:00 Uhr.