Irans Außenminister Sarif spricht auf der Münchner Sicherheitskonferenz | Bildquelle: RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Streit um Atomabkommen Iran drängt Europäer zu mehr Einsatz

Stand: 17.02.2019 12:18 Uhr

Irans Außenminister Zarif hat die Europäer aufgefordert, trotz des Gegenwinds aus den USA mehr für die Einhaltung des Atomabkommens zu tun. Den USA warf er "pathologische Besessenheit" vor.                                

Der iranische Außenminister Dschawad Zarif hat die Europäer auf der Münchner Sicherheitskonferenz aufgefordert, sich mehr für das Atomabkommen mit dem Iran zu engagieren. "Europa muss sich trauen, nass zu werden, wenn es gegen den Strom des Unilateralismus der USA schwimmen will", sagte Zarif. Die Gründung einer Zweckgesellschaft zur Umgehung der US-Sanktionen gegen den Iran "reicht nicht aus", um das Atomabkommen zu retten.

Ende Januar hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Zweckgesellschaft zur Umgehung der US-Sanktionen gegen den Iran gegründet. Die Gesellschaft mit dem Namen Instex soll helfen, das von den USA einseitig aufgekündigte Atomabkommen mit Teheran zu erhalten.

Im Aufsichtsrat der Instex sitzen unter Vorsitz eines Briten Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens, die Mitunterzeichner des Atomabkommens sind. Andere EU-Länder sollen sich in einer zweiten Phase anschließen können.

Spannungen im transatlantischen Verhältnis dominieren Sicherheitskonferenz in München
tagesschau 17:15 Uhr, 17.02.2019, Birgit Rätsch, BR

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Vorwurf der "pathologischen Besessenheit"

Den USA warf Zarif "pathologische Besessenheit" vor. Er wies den Vorwurf zurück, seine Regierung plane einen neuen Holocaust. Das sei "lachhaft, aber gleichzeitig auch sehr, sehr gefährlich". Er reagierte damit auf US-Vizepräsident Mike Pence, der am Samstag in München erneut vor einem iranischen Angriff auf Israel gewarnt hatte: "Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht ihn auch zu erreichen."

Zarif nutzte seine Rede zu einer Generalabrechnung mit den USA. Er sprach von "ignoranten Hassreden amerikanischer Regierungsvertreter", warf den USA "hasserfüllte Anschuldigungen", "Feindseligkeit" und "Dämonisierung" des Irans vor.

Scharf kritisierte er, dass die USA die Europäer zum Bruch des Abkommens über eine Verhinderung einer iranischen Atombombe auffordern. Dies sei eine "Farce". Es werde verlangt, eine UN-Sicherheitsratsresolution zu brechen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. Februar 2019 um 12:00 Uhr.

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