Teilnehmer protestieren bei einer Demonstration für Flüchtlinge der Bewegung "Seebrücke". | Bildquelle: dpa

Einsatz für Flüchtlinge Tausende demonstrieren für Seenotrettung

Stand: 07.07.2018 21:54 Uhr

Mehrere Mittelmeer-Staaten haben zuletzt private Rettungsschiffe für Flüchtlinge gestoppt. In Deutschland gingen nun Tausende aus Solidarität für die Helfer auf die Straße.

Tausende Menschen haben in mehreren deutschen Städten für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer demonstriert. Den größten Protestzug gab es in Berlin. "Wir hatten 700 Teilnehmer angemeldet. Es sind aber deutlich mehr gekommen", sagte Timo Fischer von der Organisation "Seebrücke".

Laut Veranstalter sollen sich etwa 12.000 Menschen daran beteiligt haben. Die Polizei sprach von deutlich weniger Teilnehmern. Mehrere Mittelmeer-Anrainer, darunter Italien, Spanien und Malta, hatten Rettungsschiffe zuletzt abgewiesen oder erst nach langen Auseinandersetzungen aufgenommen.

Bundesweite Demonstrationen für Seenotrettung im Mittelmeer
tagesschau 20:00 Uhr, 07.07.2018, Andreas Jöhrens, RBB

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In Berlin zogen die Demonstranten vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Viele trugen orangefarbene Kleidung als Zeichen der Solidarität mit den Seenotrettern. Auf Transparenten hieß es: "Stoppt das Sterben im Mittelmeer", "Stell dir vor, in den Booten säße deine Familie" oder "Seebrücke statt Seehofer". Es entstehe der Eindruck, die EU wolle "mit allen Mitteln" die Seenotrettung abschaffen, sagte Fischer. "Wir zeigen Flagge dagegen."

Proteste auch auf Malta

In Ulm kamen nach Angaben der Organisatoren rund 100 Menschen zusammen, in Heidelberg nach Schätzungen der Polizei bis zu 300. In München wurden 150 Teilnehmer gezählt. Auch auf Malta gab es Aktionen. Dort forderten Aktivisten die Regierung auf, Rettungsschiffe von Nichtregierungsorganisationen nicht länger am Auslaufen zu hindern.

Die internationale Bewegung "Seebrücke" entstand als Reaktion auf die Vorkommnisse um das Rettungsschiff "Lifeline". Es trieb im Juni tagelang mit über 200 aus Seenot geretteten Menschen im Mittelmeer, ohne eine Erlaubnis zum Anlegen zu bekommen. Seit Jahresbeginn sollen bei der Flucht über das Mittelmeer so viele Menschen umgekommen sein wie seit Jahren nicht mehr. Laut UN-Angaben gelten mehr als 1400 Menschen als vermisst.

Teilnehmer protestieren bei einer Demonstration für Flüchtlinge der Bewegung "Seebrücke". | Bildquelle: dpa
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Teilnehmer protestieren bei einer Demonstration für Flüchtlinge der Bewegung "Seebrücke".

Frontex-Chef warnt

Der Chef der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat unterdessen vor dem Entstehen einer neuen Hauptroute für Migranten nach Europa gewarnt. Sie führt von Marokko über das westliche Mittelmeer nach Spanien. "Wenn Sie mich fragen, was meine größte Sorge derzeit ist: Dann sage ich Spanien", sagte der Franzose der "Welt am Sonntag".

Allein im Juni habe man im westlichen Mittelmeer rund 6000 irreguläre Grenzübertritte aus Afrika nach Spanien gezählt. Bei etwa der Hälfte dieser Menschen handele es sich um Marokkaner, die anderen stammten aus Westafrika, berichtete Leggeri, der Frontex seit 2015 vorsteht. "Wenn die Zahlen dort so steigen wie zuletzt, wird sich dieser Weg zum wichtigsten entwickeln."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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