Innenminister Seehofer vor einem Kreuz (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / Sven Simon

Kritik an Kardinal Marx Seehofer mischt sich in Kreuzstreit ein

Stand: 11.05.2018 12:53 Uhr

In der Debatte über die Kreuzpflicht in Bayerns Behörden verschärft die CSU den Ton. Parteichef Seehofer schaltete sich erstmals ein und sagte, er habe keinerlei Verständnis für die Kritik von Kardinal Marx.

Bundesinnenminister Horst Seehofer kann sich beruflich von seiner Heimat offenbar nicht trennen. In der Diskussion über die Kreuzpflicht in bayerischen Behörden verschärft er den Ton gegenüber der katholischen Kirche. Im "Spiegel" wies der CSU-Vorsitzende und ehemalige bayerische Ministerpräsident laut Vorabmeldung Kritik des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zurück.

"Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass der Kardinal es kritisiert, wenn Kreuze in unseren bayerischen Behörden aufgehängt werden", sagte Seehofer dem "Spiegel". "Das Kreuz ist ein religiöses Symbol und gleichzeitig Ausdruck der christlichen Prägung Bayerns."

In Seehofers Verantwortung als Bundesminister fallen auch die Themen Migration, Sicherheit, Heimat und Bau. Als Parteichef der CSU hat er qua Amt darüber hinaus auch eine Zuständigkeit für bayerische Themen. In der vergangenen Woche hatte Seehofer noch gesagt, er werde "zu Dingen, die im Zusammenhang stehen mit der Arbeit meines Nachfolgers, nichts sagen". Von dieser Zurückhaltung verabschiedet er sich nun in der Debatte um die Kreuzpflicht.

Marx: "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander"

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hatte den Kreuzerlass der bayerischen Staatsregierung kritisiert, weil er "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander" schaffe. "Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet", sagte der Kardinal Ende April der "Süddeutschen Zeitung".

Unterstützung erhielt Marx von der Kulturstaatsministerin im Kanzleramt, Monika Grütters. Es sei "fatal und gefährlich, das Kreuz rein utilitaristisch zu verwenden, statt aus innerer Überzeugung", sagte die CDU-Politikerin, die Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, dem "Spiegel".

Im Eingangsbereich aller bayerischen Dienstgebäude soll ab dem 1. Juni ein Kreuz hängen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte Ende April zu dem Beschluss des Landeskabinett, das Kreuz habe eine "identitätsstiftende, prägende Wirkung" für die Gesellschaft und sei auch "ein Stück Selbstvergewisserung unserer kulturellen, gesellschaftlichen und immateriellen Werte".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Mai 2018 um 13:00 Uhr.

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