Ein Corona-Patient wird in den Krankenwagen verlegt | AFP

G20-Gesundheitsminister in Rom Pandemien verhindern - aber wie?

Stand: 05.09.2021 13:34 Uhr

Wie reagiert man künftig auf Pandemien? Darum soll es heute und morgen bei dem Treffen der G20 Gesundheitsminister in Rom gehen. Geplant ist eine Gesundheitserklärung, die als Grundlage für den Umgang mit Pandemien dienen soll.

Zwei Tage sind die Gesundheitsminister der G20-Staaten in Rom - heute und morgen. Viel Zeit, um über Themen zu sprechen, die während einer Pandemie entscheidend sind: Wie ist es zu schaffen, besser mit der aktuellen Krise umzugehen? Wie können Wissenschaft und Forschung gestärkt werden? Was ist zu tun, um Pandemien in Zukunft möglichst zu vermeiden?

Und wie gelingt eine bessere Vorbereitung - auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch das Eindringen der Menschheit in den Lebensraum von Wildtieren Krankheitserreger leichter von Tieren auf Menschen überspringen. Zudem soll die Situation der Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, in den Blick genommen werden.

Außerdem soll darüber diskutiert werden, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und der Zugang zu Impfstoffen auf der Welt besser und gerechter verteilt werden können. Dazu solle ein "Pakt von Rom" unterzeichnet werden, zitiert die Zeitung "Corriere della Sera" Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza. Es gehe darum, die Bewohner der ganzen Welt zu impfen. Kein Land könne sich selbst retten und die Impfstoffe seien die Waffe, die man habe. Demnach sollen die reichsten Länder eine Impfkampagne aufbauen, die sich auf alle Nationen erstreckt.

Deutschland will WHO stärker unterstützen

Das Ziel des Treffens sei "eine starke Botschaft der Zusammenarbeit, Solidarität und Gerechtigkeit unter der Überzeugung, dass niemand abgehängt wird", heißt es vom Gastgeber Italien. Das Land hält derzeit den Vorsitz der G20-Staaten.

Deutschlands wichtigstes Anliegen bei dem Gipfel ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Weltgesundheitsorganisation WHO zu stärken und zu unterstützen. Er kündigte an, dass die Bundesregierung der internationalen Corona-Impfkampagne bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen wolle.

"Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben", so Spahn am Rande des G20-Treffens. Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei, sagte der CDU-Politiker. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten.

G20-Gipfel im Oktober

Es ist eines des letzten G20-Ministertreffen des Jahres vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 30. und 31. Oktober in Rom.

Vor den Hauptberatungen hatte Speranza am Samstag bereits Experten zu Gesprächen über mentale Gesundheit empfangen. "Es gibt keine Gesundheit und kein Wohlergehen ohne dass man mental völlig gesund ist", sagte er. "In den schwierigen Monaten der Pandemie ist das noch einmal wichtiger geworden."

Mit Informationen von Lisa Weiß, ARD-Studio Rom 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. September 2021 um 11:00 Uhr.