Eine Frau wird in einer mobilen Teststation in Kiel auf das Corona-Virus getestet. | picture alliance/dpa

Coronavirus in Deutschland Inzidenz steigt über 1500

Stand: 13.03.2022 08:52 Uhr

Die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an: Nach RKI-Angaben liegt die Inzidenz nun bei 1526,8 - zudem wurden 50 weitere Todesfälle gemeldet. Bayerns Ministerpräsident Söder kritisiert die Pläne der Ampelkoalition.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat die Schwelle von 1500 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 1526,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1496,0 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1231,1 (Vormonat: 1466,5).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 146.607 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 116.889 Ansteckungen. Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

50 weitere Todesfälle

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 50 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 51 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 125.571.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 17.141.351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Morgen mit 13.349.900 an.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 7,0 an (Donnerstag: 6,74). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Söder kritisiert Ampelkoalition

Die Kritik an dem überarbeiteten Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung reißt nicht ab. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisierte, dass Deutschland neuen Virusvarianten schutzlos ausgesetzt sei. Der Entwurf der Ampel habe echte Lücken und Schwächen, sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Im Grunde gibt es keine echten Schutzmaßnahmen mehr. Damit stehen wir im Herbst neuen Mutationen schutz- und wehrlos gegenüber. So ist das weitgehende Weglassen der Maske verfrüht und kann zum Beispiel in der Schule rasch zu einer sogenannten Durchseuchung führen."

Söder kritisierte insbesondere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. "Der Bundesgesundheitsminister rechnet mit neuen Wellen, und die Ampel schafft gleichzeitig alle Maßnahmen ab", sagte er mit Blick auf die rot-grün-gelbe Bundesregierung. "Wenn es nach dem Willen der Ampel geht, ist Corona ab nächster Woche Geschichte. Aber das ist doch nicht die Realität." Anfang Februar hatte Söder noch vehement auf Lockerungen gedrängt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. März 2022 um 06:00 Uhr.