Thomas Drach

Nach mehreren Raubüberfällen Reemtsma-Entführer offenbar erneut verhaftet

Stand: 23.02.2021 14:27 Uhr

Bekannt wurde Thomas Drach durch die Entführung des Millionärs Reemtsma im Jahr 1996. Jetzt ist der 60-Jährige offenbar wieder in kriminelle Machenschaften verwickelt. Er soll an Überfällen auf Geldtransporter beteiligt gewesen sein.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft Köln von einem 60-jährigen Deutschen gesprochen, der in den Niederlanden festgenommen wurde. Er soll an drei Raubüberfällen auf Geldtransporter beteiligt gewesen sein. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es bei dem Mann um Thomas Drach, der 1996 den Hamburger Millionär Jan-Philipp Reemtsma zusammen mit Komplizen entführt und mehrere Wochen in einem Verlies festgehalten hatte. Reemtsma kam damals gegen ein Lösegeld in zweistelliger Millionenhöhe frei. Zwei Jahre später wurde Drach in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gefasst und zu einer mehrjährigen Haftstafe verurteilt.

Überfälle in Köln und Frankfurt

Dem Festgenommenen werde gemeinschaftlicher Raub in drei Fällen und ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Überfälle wurden demnach im März 2018 und im März 2019 in Köln und im November 2019 in Frankfurt am Main verübt. Bei dem Überfall am Flughafen in Köln-Bonn im Jahr 2019 habe der 60-Jährige ein Maschinengewehr benutzt. Bei den Überfällen in Köln-Bonn und in Frankfurt wurde den Angaben zufolge Mitteilung jeweils ein Geldbote durch Schüsse schwer verletzt.

In allen drei Fällen seien die Täter mit in den Niederlanden gestohlenen Autos und falschen Kennzeichen geflüchtet. Die Autos seien unweit des Tatortes angezündet und die Flucht mit bereitstehenden anderen Fahrzeugen fortgesetzt worden. Vermutungen, dass ehemalige RAF-Mitglieder an den Taten beteiligt gewesen sein könnten, hätten sich bei den Ermittlungen nicht bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Köln hatte einen europäischen Haftbefehl gegen den 60-Jährigen erlassen. Er soll nun nach Deutschland ausgeliefert werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. Februar 2021 um 15:12 Uhr.