Auf der Karteikarte eines Patienten einer Arztpraxis klebt ein Zettel "Neu/Ohne Termin Depression!" | Bildquelle: dpa

Psychisch Kranke Auf die Diagnose folgt oft keine Therapie

Stand: 11.12.2018 16:49 Uhr

Die Akutsprechstunde beim Psychotherapeuten war 2017 eingeführt worden, um psychisch Kranken besser zu helfen. Eigentlich eine gute Sache. Das Problem: Den ersten Termin beim Arzt gibt's schnell, den zweiten oft gar nicht.

Psychotherapeuten bewerten die im vergangenen Jahr eingeführte Akutsprechstunde grundsätzlich positiv. Sie sei "ein überaus großer Erfolg", erklärte Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. Als Beleg führt er unter anderem an, dass vermehrt Menschen mit psychischen Problemen zum Arzt kommen würden, die bislang wegen der langen Wartezeiten gar nicht erst versucht hätten, einen Termin zu bekommen.

"Die psychotherapeutische Sprechstunde hat dazu geführt, dass psychisch kranke Patienten jetzt schneller erfahren, ob sie eine Behandlung benötigen", erklärt Munz, schiebt aber gleich hinterher, wo es dann oft hakt: Nach der Diagnose müssten viele der Patienten "monatelang auf einen freien Behandlungsplatz warten".

Psychotherapeuten beklagen langes Warten auf Therapieplätze
tagesschau 12:00 Uhr, 11.12.2018, Robert Holm, RBB

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40 Prozent ohne anschließende Therapie

Den Beleg dafür liefert eine Auswertung der Abrechnungsdaten von rund 240.000 Patienten, die zwischen April und Juni 2017 erstmals in einer psychotherapeutischen Sprechstunde waren. Mehr als 40 Prozent der Patienten erhielten demnach zwar eine diagnostische Abklärung, verließen jedoch die Praxis ohne anschließende Therapie.

Spahn will abgestuftes Versorgungssystem

Am Freitag will sich auch der Bundestag mit der Problematik beschäftigen. Dann wird erstmals ein Gesetzenwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn diskutiert. Die Pläne des CDU-Politikers sehen unter anderem ein abgestuftes und gesteuertes Versorgungssystem vor. Danach sollen künftig ausgewählte Ärzte und Therapeuten Patienten noch vor einem regulären Praxisbesuch untersuchen. Je schwerer das Problem, desto schneller soll es dann einen Termin geben.

Kirsten Kappert-Gonther, Bündnis 90/Die Grünen, zur geplanten Reform der Psychotherapie-Bedarfsplanung
tagesschau24 15:00 Uhr, 11.12.2018

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"Schnelle, passgenaue und niederschwellige" Hilfe

Die Krankenkassen unterstützen den Gesetzesentwurf, der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer hält davon wenig. Die Entscheidung über eine psychotherapeutische Behandlung müsse weiterhin "eine Entscheidung des Patienten und des Psychotherapeuten seiner Wahl bleiben", forderte Munz. Stattdessen wünscht sich die Therapeutenkammer zusätzliche psychologische Praxen auf dem Land.

Auch die Grünen halten nichts von Spahns Vorschlag. Menschen in einer psychischen Krisensituation bräuchten keine zusätzlichen Hürde wie eine vorgeschaltete Instanz, sondern "schnelle, passgenaue und niederschwellige" Hilfe, sagte Kirsten Kappert-Gonther im tagesschau24-Interview. Auch die Grünen-Politikerin betont, gerade im ländlichen Raum seien zusätzliche Praxen nötig.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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